Château Cheval Blanc 2017

Château Cheval Blanc
Château Cheval Blanc
F-33330 Saint-Émilion



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Die Frostnacht vom 26. April hatte durch die Zerstörung weiter Teile des Cabernet Francs dramatische Folgen für den Jahrgang 2017 von Cheval Blanc, bildet diese Rebsorte doch die Essenz des Weines. 2017 ist also kein eigentlicher Cheval Blanc geworden. Vielleicht hätte man den Mut aufbringen und ihn gar nicht präsentieren sollen. So aber wird er wohl vermarktet. Nur für Vertikalen-Sammler interessant.



Nur wenige Produzenten hat der Frost vom 26. April so hart getroffen. Eine Nachbarin berichtete uns über einen Spaziergang am Tag danach über die Kieshügel an der Grenze von Saint-Emilion und Pomerol. Schwarz, verbrannt wie nach einem Feuer seien die Weinberge gewesen. Ein deprimierendes Bild, das wenig Platz für Hoffnung lies. Bei Cheval Blanc waren die in den Senken liegenden Parzellen am meisten betroffen. Hier aber befinden sich vor allem die Cabernet Franc Pflanzungen. Alleine in der Nacht vom 26. April verlor das Château bei Temperaturen von -3°C über 30% der Ernte. Seit 1991 hatte man so etwas nicht mehr gesehen.

Doch für Schockstarre war keine Zeit. In einer beispiellosen Aktion wurden sofort alle betroffenen Rebstöcke zurückgeschnitten, um den verdeckt liegenden Knospen noch eine Chance auf eine zweite Entwicklung zu geben. Der sehr günstige Wetterverlauf im Sommer lies die Verspätung dieser Trauben der 2. Generation bis zur Ernte auf nur 16 Tage abschmelzen. Die Ernte des Jahrgangs 2017 erfolgte daher in zwei separaten Durchläufen. Die Verwendung von Trauben der 2. Generation konnte den Verlust nur wenig lindern, ist aber unter Oenologen sehr umstritten. Und so fanden wir neben Cheval Blanc kein anderes von uns besuchtes Château, das dieses Traubenmaterial für den Grand Vin verwendet hätte. Gerade einmal 3% des finalen Blends stammen aus diesen Trauben. Dafür wurde der Anteil des Cabernet Sauvignons auf sehr hohe 14% ausgeweitet und die Weinmenge stark begrenzt.

Château Cheval Blanc 2017

Der Cheval Blanc 2017 zeigt eine tief rote, transparente Farbe. In der Nase überrascht er mit feinen und sehr sauberen Erdbeeraromen. Am Gaumen ist von einem Cheval Blanc nicht viel zu spüren, der Wein ist irgendwie undefiniert, wirkt verwässert und ohne Druck und Frucht. Auch der Abgang kann nicht überzeugen, bleibt flach und kurz.

Die Entscheidung, diesen Jahrgang zu präsentieren und zu vermarkten begründet man mit der Absicht, die Naturgegebenheiten im Wein getreu abzubilden. Und dies gelte eben auch für sehr schwierige Bedingungen. Das ist respektabel, genauso wie das Ergebnis in Anbetracht der katastrophalen Bedingungen respektabel ist. Mit dem Cabernet Franc fehlt dem Cheval Blanc aber einfach seine Seele.

Unbedingt zu erwähnen ist auch, dass man bei der Präsentation dieses Weines weder ein Blatt vor den Mund nahm noch beschönigend redete. Chapeau. Wir freuen uns heute schon auf den kommenden Jahrgang, Château Cheval Blanc ist seit Jahren der Produzent, der am konstantesten auf höchstem Niveau Weine produziert. In 2017 war eben einfach nichts zu machen.


Weintyp:
Rotwein
Rebsorten:
Merlot 56%
Cabernet Franc 30%
Cabernet Sauvignon 14%
Alkohol:
14%
Barrique:
18 Monate
Farbe:
Tiefes, aber transparentes Rot.