Château Lafite Rothschild - 2017

Château Lafite Rothschild
F-33250 Pauillac


clesure@lafite.com
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...zum Bericht der Subskription 2017


Der Jahrgang 2017 ist irgendwie untypisch für Lafite Rothschild. Aus guten Gründen wurde fast nur Cabernet Sauvignon verwendet. Der Wein wirkt tiefgründig, schwer und dicht mit intensiven Kräuteraromen und kräftigen Tanninen. Pflaume und Waldboden anstelle Kirsche. Die singende, spielerische Eleganz und Finesse mit Druck und Länge großer Lafite Jahrgänge fehlt diesmal gänzlich.



Zeitenwende bei Château Lafite Rothschild. Nachdem vor zwei Jahren bereits Eric Kohler die Leitung und Funktion des Kellermeisters von dem legendären Charles Chevallier übernommen hatte, wurde auch im Mutterkonzern DBR (Lafite) ein Generationswechsel vollzogen. Nach 35 Jahren übergab Inhaber Baron Eric de Rothschild den Vorstandsvorsitz an seine Tochter Saskia de Rothschild. Gleichzeitig gibt der Geschäftsführer des Unternehmens, Christophe Salin, nach 33 Jahren sein Amt an Jean-Guillaume Prats ab. Diese neuen Wechsel erfolgten zum 01. April 2018, also rechtzeitig zur Primeurwoche. Und so begrüßte Jean-Guillaume Prats auch gleich seine Gäste bei der Verkostung. Prats war übrigens lange Jahre Miteigentümer des Nachbarn Cos d'Estournel, bevor er das Château vor einigen Jahren an einen Schweizer Hotelier verkaufte und die Leitung der Weingüter des Konzerns LVMH übernahm. Nun also die Rückkehr ins nördliche Médoc zur Unterstützung der 35-jährigen Saskia de Rothschild.


Jean-Guillaume Prats kehrt nach Bordeaux zurück und übernimmt die Leitung von Château Lafite Rothschild.

Und Jean-Guillaume Prats musste gleich einen nicht ganz einfachen Jahrgang für Lafite Rothschild präsentieren. Die Herausforderungen mit dem heißen und trockenen Sommer und dem heftigen Regen mitten in der Erntezeit haben das Château stark gefordert. Mit zwei Erntedurchläufen, die sehr personalintensiv waren, versuche das Team ein optimales Ergebnis zu erzielen. Da der Merlot von den Wetterextremen am stärksten betroffen war, wurden für den Blend des Grand Vin lediglich 3,5% Merlot verwendet, dafür aber 96% Cabernet Sauvignon.

Der Lafite 2017 liegt mit dunklem Ziegelrot im Glas und zeigt eine sehr verschlossenen Nase, der man mit einigem Schwenken des Glases Pflaumenaromen entlocken kann. Am Gaumen ist der Wein sehr dicht mit cremiger Textur und viel Druck, wirkt aber irgendwie schwer und öffnet sich kaum. Im Abgang zeigen sich die kräftigen Tannine und hinterlassen ein leicht trockenes Mundgefühl. Deutlich zeigen sich jetzt intensive Kräuteraromen, die den Abgang begleiten.


Für die Verkostung des Jahrgangs 2017 kehrte man von den Dekantern zu Musterflaschen zurück.

Das ist ein durchaus feiner Wein, aber eine richtige Begeisterung kommt nicht auf. Die Frucht wirkt stumpf und ohne expressive Delikatesse. Die singende, spielerische Eleganz und Finesse mit Druck und Länge großer Lafite Jahrgänge fehlt diesmal gänzlich.


Weintyp:
Rotwein
Rebsorten:
Cabernet Sauvignon 96%
Merlot 3,5 %
Petit Verdot 0,5%
Alkohol:
13,5%
Barrique:
18 Monate
Weinlese:
Die Merloternte erfolgte vom 11.-15. September, der Cabernet Sauvignon wurde vom 16.-29. September geerntet. Auch der Petit Verdot wurde am 29. September eingeholt.