Sassicaia 1985

Tenuta San Guido
Loc. Capanne, 27
I-57020 Bolgheri (LI)
Italien


www.sassicaia.com


DIE LEGENDE! Der Sassicaia 1985 ist der wichtigste Wein Italiens der vergangenen Jahrzehnte. Es war auch der erste des Landes, der von Parker 100 Punkte bekam. Die Bedeutung dieser Bewertung kann kaum überschätzt werden. Seine Krone trägt er zu Recht: ein Meisterwerk an Eleganz, Finesse und Balance mit ultrafeiner Frucht und einem endlosen, faszinierenden Abgang. Ein emotionales Erlebnis.



Der Jahrgang 1985 in Bolgheri


Der Winter 1985 war sehr hart in Italien und bis weit in den Süden lag Schnee. Dennoch setzte das Frühjahr sehr früh ein, da wurde das Wachstum der ersten Triebe jäh unterbrochen von einem erneuten scharfen Frost. Zu diesem Zeitpunkt war man von einem kompletten Verlust des Jahrgangs überzeugt. Wie durch ein Wunder kehrten schnell praktisch ideale und auch stabile Bedingungen zurück, was zu einer perfekten Blüte führte. Der scharfe Frühlingsfrost hatte die ersten Knospen blockiert, was zur einem deutlichen Ertragsausfall führte, die späteren Knospen hingegen fanden perfekte Wachstumsbedingungen vor.

Mit gerade ausreichend gefüllten Wasserreservoirs starteten die Reben in einen langen, trockenen und heißen - aber nicht zu heißen - Sommer, der bis in den Herbst kaum abkühlte. Für die Reben aus der Höhenlage der Berge war das aber kein Problem, zumal auch im August die Nächte relativ stark abkühlten. Die Trauben wurden mit perfekter Reife bei besten Wetterbedingungen, aber in den kühlen Morgenstunden eingeholt und in vorgekühlte Stahltanks gegeben.

Sassicaia 1985

Der Sassicaia 1985


Der Sassicaia 1985 ist eine Legende, war er doch der erste Wein aus Italien, der von Robert Parker bei einer Verkostung in 1994 die magischen 100 Punkte bekam. Das Echo und die Wirkung dieses Ritterschlags wurde weithin beachtet. Beachtlich waren und sind die Attribute, die die Weinkritik für diesen Wein vom "Typ Einhorn" wählt. Ganz sicher bleibt der 85er einer der "Weine des Jahrhunderts" und er spielt nicht nur in der Jahrgangsreihe der Tenuta San Guido immer unangefochten in seiner eigenen Kategorie. Liest man die zahlreichen Beschreibungen, so muss der Wein in den vergangenen Jahrzehnten eine erhebliche Reifung und Veränderung seines Charakters durchlaufen haben. Schon war auch die Rede davon, er "lasse nach, zeige Schwächen". Diese Interpretation mag auch daran liegen, dass die Anzahl der verfügbaren sehr guten Flaschen mittlerweile extrem klein geworden ist. Die Preise liegen im Land der Fantasie jenseits der 1.000 Euro Marke und diejenigen, die wissen, dass die Flaschen echt und gut erhalten bzw. gelagert sind, können auch gerne sehr viel mehr verlangen.

Wir hatten im Juni 2017 das unglaubliche Vergnügen, diesen Wein aus einer sehr guten Flasche verkosten zu dürfen. Der Ort dieser Probe lag irgendwo zwischen den Rebflächen und den Weingut der Tenuta San Guido, weit musste diese Flasche also nicht reisen. Die Notizen die wir machten, entsprechen also einem sehr langem Reifestand und machten das Fehlen noch überschwänglicherer Adjektive deutlich sichtbar. Dabei hatten wir uns den Sassicaia 1985 völlig anders vorgestellt, als massiven, von Wagenladungen Frucht und Alkohol beladenen Blockbuster, der den Zeitgeist der späten 80er Jahre und den angeblichen Geschmack von Herrn Parker perfekt getroffen hatte. Nichts dergleichen!

Sassicaia 1985

Im Glas funkelt dieser Sassicaia 1985 mit einer dem Alter entsprechend nicht für möglich gehaltenen frischen, granatroten und lebhaft funkelnden Farbe. Nicht der geringste Ansatz von orangen oder bräunlichen Tönen, hellstes Purpur. Die Nase ist verhalten, fast leise auftretend und dennoch eine wunderbare und faszinierende Melange aus frischen Waldfrüchten und einem mediterranen, ganz leicht würzigen Kräutergarten. Das ist genau der Stoff, aus dem die Träume des gestressten Mittel- und Nordeuropäers gestrickt sind. Wacholder, Lavendel, Eukalyptus, Zitronenthymian, Salbei, Rosmarin, ja ja, genug. Der 85er wurde noch vor den großen Rebflächenerweiterungen der 1990er Jahre produziert, wodurch der Anteil der historischen Weinberge in den Höhenlagen von Bolgheri noch viel stärker dominierte. Und diese Rebflächen oberhalb 300m Seehöhe liegen mitten in den mediterranen Wäldern.

Am Gaumen die nächste Überraschung: eine Textur aus reinem Kaschmir mit unfassbarer Eleganz verpackt eine ultrafeine, herrlich süße Frucht von kristallklaren Erdbeer- und Sauerkirsch-Aromen. Dazu die Kräuteraromen mit ihrer leicht würzigen Note. Die Tannine sind von unglaublicher Finesse und absolut perfekt eingebunden. Man muss sich auf dieses Spektakel einlassen, der Wein präsentiert sich auf leisen Sohlen und versteckt seine Größe zunächst etwas. Das Beste aber kommt zum Schluss: ein Abgang der Superlative mit unglaublichem Druck feinster Fruchtaromen, süß und delikat mit toller Länge. Dieser Wein ist auf dem Höhepunkt, keine Frage. Die Frucht scheint über Minuten am Gaumen zu tanzen und ihm zu schmeicheln, die Kräuteraromen werden immer stärker. Es ist einer dieser raren Weine, die wie die Moldau von Smetana ganz leise beginnen und immer mehr zulegen, dabei nie die herrliche Melodie verlieren und auch im Crescendo ihre Eleganz bewahren.

Wir wünschen jedem richtigen Weinliebhaber, dass er diesen Wein aus einer guten Flasche einmal verkosten darf. Vieles hat uns an einen großen Lafite erinnert, wie z.B. den noch sehr jungen 2016er, der über ähnliche Anlagen verfügt. Seine Rebflächen aber liegen nicht im Macchia-Wald der Toskana mit Blick auf das Meer, sondern gegenüber einem Atomkraftwerk am Ufer der schlammbeladenen Gironde.


Weintyp:
Rotwein
Rebsorten:
85% Cabernet Sauvignon
15% Cabernet Franc
Alkohol:
13 %
Barrique:
24 Monate
Vinifikation:
Wine-making was easy because not only was the gathering of the grapes done only during cooler hours, but the fermentation vats in the wine cellars were also cooled. A rather lengthy fermentation took place in 70 and 90 hectoliters stainless steel vats for 14 days. Malic acid content of the grapes was low due to the summer and autumn climate. The high pH then encouraged a rapid malic evolution that terminated within the 10th of December.

Yugoslavian oak casks and Tronçais casks were used for the ageing. The ratio being 60% of the former, and 40% of the latter, with a smaller percentage of Allier. 65% of the wood was new while the remaining 35% had been used once or twice before. The wine remained in casks for 22 months because of its elevated polyphenolic content, although new wood was also employed. (Angaben der Tenuta San Guido)
Klima:
The climate in the Spring was extremely consistent. Germination in the vineyards and of the individual plants also proved to be very consistent. Favourable weather conditions allowed for optimal flowering. A perfect vegetation cycle, favoured a proper development of the grapes and bunches. Secondary sprouting was not precocious, permitting normal growth control. The summer was very hot, with a good and somewhat hot autumn, in its beginning. We had little rain in the spring, while summer and early autumn were completely dry and hot. (Angaben der Tenuta San Guido)