Château Figeac

F-33330 Saint-Émilion
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Wie kein anderes Gut steht Figeac für die Tradition und die Appellation Saint-Émilion. Seine Geschichte geht weit zurück bis in die römische Zeit, als hier die Villa des Figeacus stand. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts ersetzte die Familie de Cazes einen mittelalterlichen Bau durch einen Renaissance-Schloss. Das heutige dreigeschossige Schloss wurde später durch die Familie de Carle errichtet. Im Laufe des beginnenden 19. Jahrhunderts wurden aus Geldmangel bedeutende Teile des enormen Grundbesitzes von mehreren Hundert ha Wald- und Rebfläche verkauft. Diese Teilflächen bilden heute die Grundlage anderer großer Châteaux wie La Conseillante, Beauregard oder Cheval Blanc und weiterer kleinerer Güter, die noch den Namen Figeac tragen (La-Tour-Figeac, La-Tour-du-Pin-Figeac). Schließlich gelangte der verbleibende Besitz nach mehreren Jahrhunderten Familienbesitz in fremde Hände und wechselte in kurzer Zeit mehrmals den Besitzer. Mit immer noch 37 ha Rebfläche gehört Château Figeac auch heute noch zu den größten Gütern der Appellation.

Die aktuelle, zunächst aber recht glücklose Geschichte von Figeac beginnt 1892 mit dem Kauf durch Henri de Chevremont. Erst 1947 änderte sich dies grundlegend, als Thierry Manoncourt in der dritten Generation die Leitung von Figeac übernahm. Man könnte diese Übernahme fast mit der des Baron Philipe de Rothschild vergleichen, der sich zwei Jahrzehnte vorher für die aktive Leitung von Mouton Rothschild entschied. Für fast unfassbare 63 Jahrgänge zeichnete Thierry Manoncourt verantwortlich, nachdem er im September 2010 in hohem Alter verstarb.


Zum Château selbst führt nur ein kleiner Kiesweg, den man leicht übersieht

Figeac unterscheidet sich nicht nur durch die sehr lange Weinbautradition von anderen Gütern der Region. Auch der Rebspiegel stellt eine Besonderheit dar, da die Rebsorten Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon auf Figeac in etwa gleich verteilt sind - und dies in einer Region, in der der Anbau von Merlot bei weitem dominiert. Die Weine sind daher für Saint-Émilion untypisch Cabernet-geprägt, in ihrer Jugend schroff und abweisend. Dafür benötigen sie eine längere Reifezeit, um dann ihr gesamtes Aromenspektrum zu entfalten. Der Grund für diese eher Médoc-typische Rebsortenverteilung liegt im Bodenaufbau, der hier an der Grenze von Saint-Émilion und Pomerol hohe Kiesanteile ("hot soil") enthält. Dieser Bereich, "Graves St-Émilion" genannt, umfasst 5 Kieshügel, zwei davon liegen im Gebiet von Cheval Blanc, die anderen drei (Les Moulins, La Terrasse, L`Enfer) in dem von Figeac. Alle drei Hügel sind 36-38 m hoch und die Kiesschicht ist rund 6-8 m dick, darunter befinet sich ein Gemisch aus Lehm und Sand. Die schon gute Wasserabführung durch die Kiesschicht wird durch ein Drainagesystem weiter verbessert. Die Pflanzdichte liegt bei rund 6.000 Reben/ha, die Stöcke sind im Durchschnitt 35 Jahre alt.


Die Gärbottiche aus Holz ergänzen die Edelstahl-Fermenter

Château Figeac war eines der ersten Güter im Bordelais, das Edelstahl-Fermentationstanks verwendete. Zudem wird noch in offenen Holzfässern vergoren. Der Traubenhut wird hier mit Hilfe eines Siebes unter dem Flüssigkeitsspiegel gehalten. Der Ausbau in meist neuen Barriques erfolgt über bis zu 20 Monate, die Abfüllung erfolgt in einem unterirdischen Keller. Alles im Weingut macht einen extrem durchdachten und aufgeräumten Eindruck. Wenn auch Vieles nicht ganz neu ist, spürt man die enormen Investitionen, mit denen das Gut schon früh auf einen Top-Standard gebracht wurde. All dies trägt die Handschrift Thierry Manoncourts, der mit Beharrlichkeit Figeac zu seiner alten Größe zurückgeführt hat. Dass das Potenzial des Terroir eines der größten in Saint-Émilion ist, bestreitet niemand, selbst Cheval Blanc verfügt über keine besseren Böden. Dennoch konnte Figeac in vielen Jahren keine so großen Weine hervorbringen. Vielleicht liegt dies auch daran, dass die Cabernet Sauvignon betonten Weine eine erheblich längere Reifezeit benötigen und insbesondere bei Primeur-Verkostungen nicht hoch punkten. Selbst Parker gibt zu, die Weine regelmäßig zu unterschätzen.


Der große Barrique-Keller ist sehr schlicht gehalten

Was Thierry Manoncourt jedoch nie verwunden hat, ist die Klassifikation als Premier Grand Cru Classé B und damit hinter Cheval Blanc und Ausone, sah er doch immer sein Gut als mindestens ebenbürtig an. Die Höherstufung, die Baron de Rothschild im Médoc gelungen ist, blieb ihm leider verwehrt. Dennoch bleibt er eine der legendären Figuren des Bordelais. Sein Werk wird nun von seinem Schwiegersohn Eric Graf d`Aramon fortgeführt.