Château Cos d'Estournel

F-33180 Saint-Estèphe
Tel. +33-(0)556-731550
Fax. +33-(0)556-597259

estournel@estournel.com
www.estournel.com
Grands Crus Classés du Médoc en 1855



Cos d'Estournel, als 2ème Cru klassifiziert, ist das führende Château in der nördlichsten der Spitzenappellation St.-Estèphe. Die 64 ha unter Reben auf perfekten, tiefen Kiesböden liegen ganz in der Nähe zu den beiden Rothschild-Châteaux an einem Südhang und bieten beste Voraussetzungen für Spitzenqualität. Der Anteil an Cabernet Sauvignon liegt bei über 60 %, Merlot bei über 30 %, der Rest entfällt in der Regel auf Cabernet Franc. Die Weine von Cos d'Estournel sind üppig, fruchtig und sehr beständig, bis zur Trinkreife können gut und gerne 15-20 Jahre vergehen.

Das Gut wurde 1811 von dem Wein- und Pferdehändler Louis-Gaspard d'Estournel gegründet, der sehr gute Handelskontakte nach Arabien und Indien unterhielt und daher auch der "Maharadscha von Saint-Estèphe" genannt wurde. Auf seinen vielen Reisen nach Asien verkaufte er seinen Wein und wurde so zu einem Pionier in diesen heute so wichtigen Märkten. Sehr bald stellte er fest, dass die auf die Seereise mitgenommenen und nicht verkauften Fässer nach der Rückkehr viel besser schmeckten als vorher. Diese Fässer wurden mit dem legendären "R" gekennzeichnet und fanden reissenden Absatz.


Der pagodenähnliche Bau überrascht in dieser Gegend jeden Besucher

Wenn man sich das Château ansieht, erkennt man die vielfältigen asiatischen Stilelemente bis hin zu den Löwen, den Elefanten (das Wappentier) und dem geschnitzten Edelholzportal, das einst dem Sultan von Sansibar gehörte und den Haremsbereich abtrennte. Das Tor wurde gegen Wein eingetauscht. Kurz vor seinem Tod war d'Estournel - inzwischen mittellos - gezwungen, das Château 1852 an den Londoner Bankier Martyns zu verkaufen, der nicht weniger weinverrückt war als er selbst. Nur drei Jahre später wurde das Château als Zweitgewächs klassifiziert.

Die moderne Geschichte von Cos d'Estournel beginnt 1917 mit dem Erwerb durch den Weinhändler Fernand Ginestet, der das Gut an seine Enkel Yves, Jean-Marie und Bruno Prats vererbte. 1998 verkaufte die Familie das Gut an die Taillan-Gruppe, der Sohn von Bruno Prats, Jean-Guillaume Prats, konnte aber als Generaldirektor das Gut weiter leiten. Auch nach dem Weiterverkauf im Jahr 2000 an die Gruppe Reybier bliebt der charismatische Prats im Amt. Unter seiner Leitung ist das Château im Aufwind, nach einer Schwächephase gerieten insbesondere die letzen Jahrgänge zu großen Erfolgen.


Konische Tanks aus Edelstahl, modernste Technik für große Weine

Mit dem Jahrgang 2003 hat Cos endgültig bewiesen, eines der ganz großen Château zu sein, der Wein ist einer der besten des sehr guten Jahrgangs und manche sagen, es sei der beste Cos, der bislang auf die Flasche gezogen wurde. Weinexperten sehen Cos d'Estournel als einen der Super-Seconds an, also ein Gut, das offiziell ein 2ème Cru ist, qualitativ aber nahezu auf 1er Niveau liegt. Dem Problem aller Top-Châteaus, der Fälschung der Flaschen, begegnet Cos ab dem Jahrgang 1997 mit der Verwendung neuer, fälschungssicherer Etiketten. Gleichzeitig wurden die Kapseln gekürzt, sodaß man den Namensschriftzug auf den Korken gut lesen kann. Mit dem legendären Jahrgang 2009 präsentiert Cos einen derart konzentrierten und mächtigen Wein, dass er die Kritikergilde spaltet in das Lager derjenigen, die diesen Wein als den besten Cos feiern (Parker mit 100 Punkten) und diejenigen, die diesen Wein als völlig missraten betrachten.

Blick vom Gebäude in Richtung Pauillac. Direkter Nachbar ist Château Lafite.

Große Schlagzeilen machte Cos d'Estournel im Sommer 2008, als bekannt wurde, dass das berühmte Chateau Montelena aus dem Napa-Valley für einen dreistelligen Millionen-Doller-Betrag von Cos d'Estournel übernommen werden sollte. Die zeitgleiche globale Finanzkrise hat jedoch dafür gesorgt, dass diese Übernahme nicht zu finanzieren war. In diese Phase fällt auch der 2007 begonnene und 2010 abgeschlossene Komplettumbau des Chais und Hauptgebäudes. Unter dem Star-Architekten Jean-Michel Wilmotte und dem berühmten Designer Jacques Garcia entstand ein Bau, der im Médoc seines Gleichen sucht. Die Kommentare reichten von "James Bond Kulisse" bis zu "Louis Vuitton der Gärkeller", ein Kostenrahmen von ca. 40 Mio. Euro wird nicht dementiert. Entstanden ist eine Kombination aus einer Symphonie von Edelstahl, Glas und Licht sowie einem 6-Sterne Hotel in Dubai. Alles an diesem Bau ist spektakulär, die Funktionalität auf höchstem Niveau ist geschenkt, das hier ist eine "Kathedrale des Weins". Wie bei den Sakralbauten benötigt das Auge mehrere Minuten, um sich an die umgebende Dunkelheit zu gewöhnen und die Pracht des Gebäudes zu erfassen. Was man dann jedoch zu sehen bekommt ist eine neue Dimension des Weinbusiness. Mit dem Preisniveau des 2009er Jahrgangs und dem großen Erfolg dieses Weins dürfte der Umbau innerhalb eines Jahres bezahlt sein, auch das ist eigentlich unfassbar.