Veuve Clicquot La Grande Dame 2008

Veuve Clicquot
1, place des Droits de l'Homme
F-51100 Reims
Frankreich

www.veuve-clicquot.com
92% Pinot Noir und nur 8% Chardonnay sind ein absoluter Rekord bei der Grande Dame von Veuve Clicquot und machen einen bemerkenswerten Champagner aus, der kaum in alte Muster passt. Unglaublich süß und weich präsentiert sich dieser große Jahrgang, geprägt von extrem reifen Hollunderaromen. Etwas mehr Säure hätte ihm aber gut getan.

Weinbewertung 2 Sterne von 5

Veuve Clicquot La Grande Dame


Ja, das Haus Veuve Clicquot ist der 2. größte Champagnerproduzent und kann somit als großer Volumenhersteller beszeichnet werden. Die Produkte des Hauses sind aber in Bezug auf Historie und Qualität alles andere als Massenware. Der Zugriff auf unglaublich große Rebflächen quer über die Champagne gibt dem Haus immer die Möglichkeit, exzellente Qualität zu selektieren. Dominque Demarville als Kellermeister legt großen Wert auf die höchste Qualität der Pinot Noir geprägten Champagner. Und mit der "Grande Dame", der Top-Cuvée des Hauses beweist er, dass Veuve Clicquot so manche Prestige-Cuvée herausfordern kann.

Die Cuvée "La Grande Dame" wurde erstmals 1972 anläßlich des 200-jährigen Bestehens des Hauses mit dem Jahrgang 1962 präsentiert, ist immer ein Jahrgangschampanger, wird nur in sehr guten Jahren deklariert und meist als Blanc und als Rosé aufgelegt. Die Trauben stammen aus acht der besten Grands Crus Parzellen, die jeweils einzeln vinifiziert werden. Die Champagner werden in handgeblasenen Flaschen mindestens acht Jahre auf der Hefe gereift, bevor sie vermarktet werden. Die Mengen sind sehr klein, der Preis reicht in die Liga der anderen Prestige-Cuvées. Zielmarkt ist eindeutig die Spitzengastronomie, der Anspruch auf dem Niveau eines Grand Cru Weißweins.

Der Jahrgang 2008 in der Champagne


Der Wetterverlauf in 2008 entsprach ab Anfang September so ziemlich genau dem Ideal der Champagner-Winzer. Es war durchgehend schönes Wetter, tagsüber warm genug für die perfekte Ausreifung und nachts kühl genug, um die frische Säure zu konservieren. Das stabile Wetter nahm den Druck von den Erntezeitpunkten, jede Parzelle konnte zum optimalen Zeitpunkt abgeerntet werden. In dem eher ungünstigen Wetterverlauf die Monate vorher wuchsen die Beeren zu einer überschaubaren Größe mit dicken Schalen heran, was für die aromatische Intensität von großem Vorteil war. Lange Zeit hatte es nach einem schwachen Jahrgang ausgesehen. Es war zuerst zu feucht, später trocken, aber fast immer zu kühl. Ein kühler März verzögerte die Knospung und eisige Temperaturen beeinträchtigten die Blüte. Der Juli war noch heiß und stürmisch, doch im August kühlte es merklich ab. Zudem fehlte im August zunächst die Sonne, die Reifung verlief sehr langsam. Später aber drehte das Wetter doch noch zum Guten und die Sonne blieb ebenso wie die frischen Winde bis über den gesamten Erntezeitraum.

Die Champagner aus dem Jahrgang 2008 zeichnen sich durch eine ausgeprägte Terroir-Charakteristik aus. Da keine spezielle Region in der Champagne im Vor- oder Nachteil war, gerieten alle drei Rebsorten gleichermaßen gut. Als eher kühler Jahrgang sind die Champagner stahlig mineralisch, elegant und säurebetont. Jahrgangsvergleiche sind immer sehr schwierig, aber 1988 war einigermaßen ähnlich.



Die "Grande Dame 2008"


Der Wetterverlauf in 2008 war eher kühl, die Vegetation aber entwickelte sich ohne größere negative Einflüsse über einen langen Zeitraum. Das waren perfekte Bedingungen für den Pinot Noir und damit eine Steilvorlage für den ausgesprochenen Pinot Fan, Kellermeister Dominique Demarville. Und so finden sich 92% Pinot Noir im Blend, ein absoluter Rekord für eine Grande Dame, fast ein Stilwechsel. Sein Ziel war es, die Eleganz des Pinot Noir in diesem Champagner herauszustellen. Leider ist das nach unserer Ansicht nicht optimal gelungen.

In der Nase wirkt der strohgelbe Champagner sehr zurückhaltend, ja fast zart. Die Perlage ist fein und wenig lebhaft. Am Gaumen entwickelt der Champagner eine weiche, süße und reife Frucht mit dominanten Holunder-Aromen ohne markanten Druck. Nach rund neun Jahren Hefelagerung zeigen sich leichte Briochenoten. Die Grande Dame 2008 wirkt sehr zurückhaltend, fast überreif in der Frucht. Im Abgang wieder deutliche Holundernoten und eine füllige, seidenweiche Textur. Irgendwie aber fehlt dem Champagner eine stützende Säurestruktur, die 8 % Chardonnay haben keine Chance, der reichen Frucht etwas entgegenzusetzen.

Datenblatt


Champagner
12,5% Alkohol
Pinot Noir 92%
Chardonnay 8%

Datenblatt


Champagner
12,5% Alkohol
Pinot Noir 92%
Chardonnay 8%