Château Montrose 2017

Château Montrose
F-33180 Saint-Estèphe
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...zum Bericht der Primeur 2017


Kaum zu glauben, aber wahr: schon wieder liegt Château Montrose mit seinem 2017er mit an der Spitze in Bordeaux. Die Präzision, mit der hier gearbeitet wird, kennt keine Grenzen. Frost, Regen zur Ernte, Trockenstress, all das macht hier scheinbar nichts aus. Ein Wein mit toller Frucht, mächtigen und perfekt eingebundenen Tanninen und dieser unwiderstehlichen Bitterschokolade / Waldbeeren Kombination. Eines der ganz wenigen Châteaus, bei denen der Abstand beim 2017er zu dem herausragenden 2016er nicht so groß ist.



Sehr geschickt inszenierte Château Montrose seine neueste Entwicklung: in einer eindrucksvollen Videoanimation wurden die Ergebnisse der jüngsten Bodenanalyse gezeigt. Mit Hilfe modernster Elektronik wurde das Terroir abermals analysiert und neu eingeteilt. Anstelle von bisher 15 unterschiedlichen Bodentypen unterscheidet man jetzt 26. Die Parzellenzahl wurde auf 82 erhöht. Beide Veränderungen erforderten Anpassungen in den gerade erst gebauten Kellereianlagen. Auf die Frage, ob man durch die Analyse Pflanzungen von Rebsorten auf nicht optimalen Bodentypen gefunden habe beantwortet Vincent Decup mit einem klaren "nein". Dennoch, mit den 82 getrennt vinifizierten Plots und 9 Chargen Presswein konnte man dem Ziel, Kraft, Struktur und Frische perfekt auszudrücken deutlich näher kommen. Dabei qwurden nur 37% der Ernte für den Grand Vin verwendet, das entspricht in etwa dem Verhältnis der vergangenen drei Jahre.

Die Grafik oben zeigt einen Ausschnitt der Videoanimation mit den Erntezeitpunkten der einzelnen Parzellen.

Château Montrose 2017
Die Präzision, mit der auf Château Montrose große Weine gemacht werden, ist wirklich kaum zu glauben.

Château Montrose war von dem scharfen April-Frost in keiner Weise betroffen. Die nördliche Lage direkt an der hier schon sehr breiten Gironde-Mündung verhinderte eine zu starke Abkühlung. Mit 45 ha, die bereits organisch bewirtschaftet werden, verfügt man über große Flächen, die auf natürliche Weise Krankheitsbefall verhindern. Der Sommer war heiß und trocken und erlaubte eine rasche Ausreifung aller vier Rebsorten. Am 12. September begann die Ernte des Merlot. Mit ca. 100 Helfern konnten die Trauben sehr schnell eingeholt werden, negative Effekte des Regens wurden damit ausgeschlossen. Schon am 29. September war die Ernte abgeschlossen. Im Keller wurden 90 Chargen Wein getrennt vinifiziert, die Mazeration ganz leicht verkürzt. Der sehr hohe Anteil an Cabernet Sauvignon im Blend von 70% reflektiert die besondere Güte dieser Rebsorte in 2017.

Der Montrose 2017 ist tiefviolett gefärbt und zeigt eine noch sehr verhaltene Nase von frischen schwarzen Früchten, Waldboden und ersten Anzeichen von Bitterschokolade. Am Gaumen entwickelt er viel Kraft und Druck mit starkem Tanningerüst. Sehr schöne Textur, seidenweich und füllig mit saftiger Frucht. Delikater Abgang mit toller Länge und Komplexität. Sehr feines Spiel von schwarzen Früchten und wieder Bitterschokolade.

Ein richtiger guter Bordeaux mit allem, was man erwartet. Trotz aller Kraft und Dichte bleibt er immer frisch und in der Balance. Wie so oft, zur Primeur ist der Montrose noch verschlossen und lässt sein großes Potenzial nur erahnen. Doch wir lassen uns nicht mehr täuschen: ein weiterer großer Montrose mit langem Leben und einer sehr vielversprechenden Zukunft. Das ist einer der besten 10 Weine des Jahrgangs und sicher einen Kauf wert, wenn der Preis nicht zu hoch ist.


Weintyp:
Rotwein
Rebsorten:
Cabernet Sauvignon 76%
Merlot 20%
Cabernet Franc 3%
Petit Verdot 1%
Barrique:
18 Monate
Weinlese:
Die Weinlese mit rund 100 Erntehelfern fand zwischen dem 12. und 29. September statt. Das Lesegut wurde in mehreren Stufen drastisch aussortiert.