Dom Pérignon Rosé 2005

Moët & Chandon
20, Avenue de Champagne
F-51200 Epernay
Frankreich

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Der Dom Pérignon Rosé 2005 ist viel besser als es die eher schwache Reputation des Jahrgangs erwarten lässt. Ein kraftvoller, komplexer Champagner mit vollem Körper, fruchtbetont und doch schöner Spannung. Im Abgang eine feine Salzigkeit. Der Vermarktungsbeginn in 2017 erfolgt bei vollständiger Reife, dieser 2005er ist jetzt auf dem Höhepunkt. Ein rundum seriöser Champagner mit Klasse.

Weinbewertung 3 Sterne von 5

Es war eine große Überraschung, als das Haus Dom Pérignon im April 2015 den Vintage 2005 ankündigte. Für Champagner-Experten war klar, dass dieser Jahrgang einfach nicht gut war, der Wetterverlauf in der Champagne fast in einen Totalverlust des Jahrgangs geführt hätte. Dabei war es im Sommer zunächst sehr warm. Doch im September, also zur Unzeit mitten in der Ernte, begann der Regen, der sich als ziemlich stabil erwies. Vor allem der Pinot Noir wurde von Grauschimmel befallen. Während man im nahen Burgund und im weiter entfernten Bordeaux einen Jahrhundert-Jahrgang einfahren konnte, wurde die Champagne vom schlechten Wetter voll getroffen. In einer solchen Situation sind immer die großen Häuser im Vorteil, den sie besitzen Rebflächen, die in der Region weit verstreut sind. Und darunter sind immer Lagen, die es weniger getroffen hat und Lagen, die mit diesen Wetterbedingungen besser zurecht kommen.

Unter diesen Umständen war es kaum zu erwarten, dass das Haus Dom Pérignon auch noch den Pinot Noir betonten Rosé 2005 deklarieren würde. Im Mai 2017 wurde dieser Champagner dann unter dem Motto "Die Energie DES PINOT NOIR" im Markt vorgestellt. Der Preis für diese Entscheidung war hoch: die absolut drastische Selektion bei der Ernte ab dem 14. September ergab eine extrem kleine Menge an produzierten Flaschen. Irgendwann muss es dem Team um Richard Geoffroy klargeworden sein, dass der selektierte Pinot Noir über ein ganz besonderes Potential verfügt. Wie immer wurde dem Rosé ein größerer Anteil an roten Grundweinen zugesetzt, für den 2005er waren es 27%. 10 Jahre reifte der Rosé in den Kellern des Hauses auf der Hefe, bevor er als "P1" degorgiert, mit einer Dosage von 5,5 g/l versetzt und im Markt präsentiert wurde. Diese Reifezeit ist essentiell für den Champagner.



Der Dom Pérignon Rosé 2005 überrascht in mehrfacher Beziehung. Es beginnt mit der hell-orangenen Farbe, die im Glas regelrecht leuchtet. In der Nase druckvolle und feine Fruchtnoten von Erdbeere und Pfirsich. Überraschung auch am Gaumen mit sehr viel Druck und Konzentration. Der Rosé wirkt schwer, komplex und zeigt unglaubliches Volumen. Ist das ein 2005er? Steinobst, Pfirsich, Erdbeere und süße kandierte Früchte, im Hintergrund dezente Räucheraromen. Im Abgang übernimmt der Chardonnay mit einer deutlich salzigen Note. Nach einigen Minuten im Glas verschiebt sich der Eindruck weg von der vollen, reifen Primärfrucht hin zum mineralischen Charakter des Chardonnay.

Für einen 2005er Champagner ist dieser Pinot Noir betonte Rosé unerwartet dicht und komplex. Das ist kein Spaß-Champagner sondern ein intellektueller Champagner mit Gewicht, auf den man sich einlassen muss. Er passt perfekt zu durchaus schweren Speisen. Herausragend für diesen schwierigen Jahrgang!



Für das Haus Dom Pérignon wird der Rosé zunehmend wichtig und erhält als eigenständiges Produkt immer mehr Aufmerksamkeit. Seit dem großen Dom Pérignon Rosé 2000 wird man "mutiger" und verschiebt das Geschmacksspektrum in Richtung komplexer, vollreifer und aromatischer Pinot Noirs aus den Toplagen des Hauses in Hautvillers, Äy und Bouzy. Dass man bereit ist, drastisch zu selektieren und die besten verfügbaren Trauben für dieses Produkt einzusetzen, zeigt der 2005er. Nach den jüngsten Rosé-Jahrgängen 2000, 2002, 2003 und 2004 nun also auch ein Rosé 2005. Wegen der geringen Menge wird es aber sicher ein Exot bleiben, der bald wieder vom Markt verschwinden wird. Eigentlich schade.

Datenblatt


Champagner
12,0% Alkohol
Pinot Noir
Lesebeginn war der 14. September.

Datenblatt


Champagner
12,0% Alkohol
Pinot Noir
Lesebeginn war der 14. September.