Dom Pérignon 2003

Moët & Chandon
20, Avenue de Champagne
F-51200 Epernay
Frankreich

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Der von der Sonne "verbrannte" Jahrgang war eine echte Herausforderung. Nur ganz wenige Champagnerhäuser waren bereit, einen Jahrgangschampagner herauszubringen - Moet stellt sich mit dem Dom Pérignon 2003 dieser Herausforderung - ein mutiges Experiment und ein ganz untypischer DP!



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Schwerer Frost vom 7. - 11. April dezimierte die jungen Triebe. Die Fruchtansätze, die überlebten wurden mit dem heißesten Sommer seit über 50 Jahre gequält. Die Trauben, die auch diese Tortur überlebten waren jedoch zur Ernte vollreif und wirklich gesund. Richard Geoffroy erinnert an die legendären Jahre 1947, 1959 und 1976. Dennoch: obwohl man betont, es sei immer geplant gewesen, diesen Jahrgang als Dom Pérignon herauszubringen, grenzt es an ein Wunder, dass es einen 2003er gibt. Fast alle anderen Chsmpagnerhäuser haben auf den 2003er verzichtet. Möglich, dass er kommerzielle Druck sehr hoch war, nachdem man den grandiosen 2002er noch ein Jahr länger auf der Flasche reifen ließ. Allerdings muss man konstatieren, dass mit dem 2003er Dom ein großer Jahrgang gelungen ist, das extrem warme Klima kam der Fruchtreife sehr entgegen.



Das Ergebnis ist ein Champagner, der nicht in die "normale" Charakteristik des Dom Pérignon paßt. Harmonische Aromatik ist nicht die Sache dieses Jahrgangs, mineralische "Salzigkeit", und "bitter" sind hier eher die treffenden Beschreibungen. Das von Geoffroy herausgegebene Motto lautet denn auch "A Challenge to Creation". Der Pinot Noir Anteil wurde auf 60 % erhöht, die Dosage mit nur 6 Gramm Restzucker auf ein Minimum gesetzt. Die malolaktische Gärung wurde nicht unterbunden. Dies alles verleiht dem 2003er eine stärkere Struktur und gibt ihm Volumen zu Lasten der Finesse.

Die Farbe ist tiefgelb, dicht und die Konsistenz fast ein wenig ölig. Laut, vordergründig mit heftiger Perlage und einer deutlichen rauchigen Note drängt sich dieser Dom Pérignon 2003 auf. Man denkt sofort an eine Moet Imperial. Dann aber kämpft sich ein feiner Citrusgeschmack durch den massiven Schaum, der Abgang ist erstaunlich lang und nachhaltig. Nach einigen Minuten wird der Champagner komplexer, tiefer und die Frucht arbeitet sich nach vorne. Der 2003er ist ein wahrlich ungestümer Champagner, der viele Jahre der Reife und Zähmung verträgt, ein Vergleich mit dem großen, cremigen Schmeichler 2002 und dem feinen 2000er ist sehr schwierig. Aber warum auch vergleichen, das ist doch das wundervolle an den ganz großen Jahrgangschampagnern, dass sie sich immer unterscheiden.


Weintyp:
Champagner
Rebsorten:
40 % Chardonnay
60 % Pinot Noir
Alkohol:
12,5 %
Geschmack:
Ein extrem vollmundiger, fruchtbeladener Dom Pérignon mit Kraft, Fülle und Opulenz. Eigentlich sehr untypisch für Dom Pérignon. Dazu trägt auch der ungewöhnlich hohe Pinot Noir Anteil von 60% bei.
Weinlese:
Die Weinlese erfolgte nach dem enorm heißen Sommer schon ab dem 25. August, so früh wie seit über 100 Jahren nicht mehr. Hätte man die Trauben noch länger hängen gelassen, wäre einfach zu viel Zucker aufgebaut worden.