Bordeaux Jahrgang 2019




Auch die Primeur-Verkostungen des Jahrgangs 2019 wurden ein Opfer des Corona-Virus. Sehr lange hat die Union des Grands Crus de Bordeaux mit der Absage gewartet, auch als die französische Regierung schon Veranstaltungen mit über 1.000 Menschen verboten hatte. Doch dann wurde der Druck zu groß und am 12. März 2020 erfolgte die Absage des Großereignisses. Schon im Vorfeld kamen Absagen von prominenten Weinkritikern und wichtigen Importeuren. Frühe Hinweise auf die Qualitäten der Weine blieben daher aus.

Neben dem Stillstand des öffentlichen Lebens in Europa und vielen anderen vom Virus betroffenen Regionen in der Welt trifft die französische Weinbranche auch der Zoll von 25% in den wichtigen amerikanischen Markt. China abgeriegelt, keine Verbraucher, keine Bewertungen und keine Händler, der Zoll in die USA und der Brexit und nun auch noch der verlorene Aufwand der Primeurs, 2020 bietet den Set Up für ein Horrorjahr auch für die Weinbranche.

Wie, wann und zu welchen Kondition wird der Jahrgang 2019 wohl den Kunden angeboten werden? Wird das Primeur-System mit der Subskription diese Absage überstehen?

Überblick über die Primeur-Kampagne 2019


Hier ein kleiner Überblick über die Primeur-Kampagne, die fast vollständig im Juni 2020 erfolgte. Zuvor hatte man den für den Markt wichtigsten Verkostern Musterflaschen in die Home Offices zugesandt, was insbesondere in die USA und nach Asien eine logistische Herausforderung darstellte. Es folgten zudem einige Web-Interviews über Social Media Kanäle, ein Tasting konnte das aber nicht ersetzen. Vor allen die klassifizierten Châteaus sträubten sich lange gegen einen Versand von Musterflaschen, konnten aber dem Druck im Markt nicht standhalten. Dennoch fehlten einige sehr wichtige, marktbestimmende Verkoster, die kein irreguläres Urteil fällen wollten.

Verfolgen Sie die wichtigsten Releases, sortiert nach dem aktuellsten Datum.
Alle Preise verstehen sich ab Bordeaux ex Negoçiant und ohne Mehrwertsteuer.

14. Juni 2020


Die erste Juni-Hälfte war in Bezug auf die Primeur-Kampagne sehr spannend. Viele bedeutende Châteaus preschten mit deutlichen Preisreduktionen vor. Klar wurde, dass die Produzenten die 25% Zoll in die USA selbst übernehmen, Preisnachlässe in dieser Größenordnung waren praktisch Standard. Gleichzeitig heizte ein attraktiver Preis für einen offensichtlich sehr guten Jahrgang die Nachfrage an. Viele große Weine gab es zu Preisen, die man zuletzt in 2008 gesehen hatte. Es war die einzige Chance, in diesen Rahmenbedingungen mit Zöllen, Brexit und schwerer Rezession mit offenem Ausgang überhaupt signifikante Mengen zu verkaufen.

- La Mission Haut Brion (Pessac) 180.- € (-29%)
- Haut Brion (Pessac) 282.- € (-31%)
- Mouton Rothschild (Pauillac) 282.- € (-31%)
- Cheval Blanc (St. Émilion) 370.- € (-30%)
- Lafite Rothschild (Pauillac) 396.- € (-16%)
- Cos d'Estournel (St. Estèphe) 110.- € (-24%)
- Calon Ségur (St. Estèphe) 62,40 € (-13%)
- Palmer (Margaux) 161.- € (-33%)
- Lynch Bages (Pauillac) 66.- € (-27%)
- Lafleur (Pomerol) 505.- € (0%)
- Angélus (St. Émilion) 230.- € (-9%)
- Pavie (St. Émilion) 240.- € (-15%)
- Valandraud (St. Émilion) 90.- € (-30%)
- L'Évangile (Pomerol) 135.- € (-25%)


30. Mai 2020


Ende Mai prescht Château Pontet Canet vor und bringt seinen Wein für 58.- € ex Negoçiant auf den Markt ohne Referenz durch die wichtigsten Verkoster. Bemerkenswert ist die Preisreduktion von 30% bezogen auf 2018 und zurück auf das Niveau von 2008. Damit nimmt man für den amerikanischen Markt den Druck durch den Sonderzoll von 25% und macht den Wein trotz Coronakrise im Preis sehr attraktiv. Eine echte Ansage an die übrigen Châteaus.

- Pontet Canet (Pauillac) 58.- € (-30%)

Der Wetterverlauf in 2019


2019 war ein sehr sonniges Jahr mit großer Trockenheit. Sehr gute Voraussetzungen also für einen schönen Jahrgang.