Domaine de la Vougeraie

7bis, rue de l’Eglise
F-21700 Premeaux Prissey

Tel. +33 380 624825


vougeraie@domainedelavougeraie.com
domainedelavougeraie.com


Der Name der Domaine de la Vougeraie weist bereits auf ihre Herkunft hin: die Ortschaft Vougeot in der Mitte der nördlichen Côte de Beaune und umgeben von den berühmtesten Grand Cru Lagen des Burgunds. Im Vergleich zu vielen Weingütern im Burgund ist die Domaine de la Vougeraie schon fast eine Neugründung. Die Domaine entstand aus dem Besitz der Familie Boisset, die seit den 1960er Jahren ein Handelshaus und Weinimperium über mehrere Länder aufgebaut hat. In den 1990er Jahren wurden erhebliche Flächen auch in berühmten Lagen des Burgunds hinzugekauft. Die Gründung der Domaine de la Vougeraie geht auf Jean-Charles Boisset und seine Schwester Nathalie zurück, die den wertvollen Besitz in der Domaine bündelten und entschieden, nicht nur Weine auszubauen und zu vermarkten, sondern auch selbst anzubauen.

Ein klares Markenzeichen der Domaine ist die konsequente Biodynamie. Praktisch alles wird hier selbst gemacht und kontrolliert.

Von Anfang an setzte man organischen und biodynamischen Anbau konsequent um. Dabei ist es der Domaine wichtig, alle Details selbst zu kontrollieren. Die Kräuter für die Spritzbrühen werden in einem Garten der Domaine in Premeaux Prissey gezogen und angesetzt. Auch die Barrique-Fässer werden in der Domaine selbst gefertigt, das Holz hierfür lagert ebenfalls im Hof. Der Einsatz von neuem Holz steigert sich bei den Grand Crus auf bis zu 40%. Mit der Biodynamie gehört man zu den Pionieren im Burgund und musste in den ersten Jahren viel Kritik und Unverständnis ertragen. Heute liegt der Anteil der biodynamisch wirtschaftenden Weingüter bei etwa einem Drittel. Solange aber bei der großen Zersplitterung der Parzellen immer noch Weingüter konventionell arbeiten ist mit viel Konfliktpotenzial umzugehen, denn das Spritzen wirkt immer eher großflächig.

Im historischen Keller lagern nur die Grand Cru Weine in den Fässern.

Die Domaine de la Vougeraie umfasst heute 44 ha Rebfläche, die sich auf 37 Appellationen verteilen und die in 97 Parzellen eingeteilt sind. Der Besitz umfasst insgesamt acht Grand Cru Lagen, davon je vier Rotweine und Weißweine. Hinzu kommen zahlreiche 1er Crus und auch Monopollagen. Die Grund Crus enthalten Rebflächen im Corton Charlemagne, Clos de Vougeot, Bonnes Mares und sogar 0,4 ha im Musigny sowie im Chevalier-Montrachet, Bienvenues-Bâtard-Montrachet und im Bâtard-Montrachet. Berühmt ist auch die Monopollage Le Clos Blanc de Vougeot direkt neben der Umfriedungsmauer des Clos de Vougeot und mit Chardonnay bestockt.

Die Domaine de la Vougeraie wird seit ihrer Gründung von Sylvie Poillot geleitet, die weitgehend freie Hand hat und die Philosophie der Besitzer konsequent umsetzt. Das Team von rund 25 Mitarbeitern wird während der Erntezeit um weitere 20 erfahrene Kräfte ergänzt. Geerntet wird sehr selektiv und bei Bedarf in mehreren Durchläufen. Ein strenges Aussortieren ist Standard. Für die Rotweine steht eine Presse, für die Weißweine zwei Pressen zur Verfügung. Die schonende Vinifikation erfolgt über ca. 20 Tage unter Temperaturkontrolle mit vorsichtigem Umpumpen. Für den Barriqueausbau dient der weitläufige Keller in Premeaux Prissey, die Grand Crus liegen dabei in dem historischen Gewölbekeller.

Grundlage der großen Weine sind die berühmten Grand Cru Lagen bis hinauf zum Musigny. Man besitzt 5 rote und 3 weiße Grands Crus.

Die hohe Leistungsdichte und überzeugende Qualität der Weine belegt eine Verkostung des Jahrgangs 2017 aus dem Barrique. Nach einigen Jahren mit sehr kleinen Ernten ist 2017 ein sehr reicher Jahrgang. Schon der Bourgogne, Pinot Noir Terres de Famille präsentiert sich mit dichter, voller Frucht und einer seidigen Textur. Noch kompakter ist der Chambolle-Musigny, ein Blend von sieben Parzellen, vinifiziert mit 50% der Stile. Dieser Wein ist in der Nase würzig und überzeugt vor allem mit einem sehr schönen und langen Abgang. Der Vougeot 1er Cru Les Cras wurde vor fünf Jahren neu angelegt. Er zeigt sich mit sehr feiner Pinot-Nase, ist geradlinig mit guter Balance und überrascht mit einem für junge Reben langen Abgang.

Highlights jeder Verkostung sind aber stets die Grand Crus. Wir beginnen mit dem Clos de Vougeot, in dem die Domaine zwei Parzellen besitzt, eine davon an der nördlichen Begrenzungsmauer. Die Vinifikation erfolgt besonders schonend und vermeidet jede Überextraktion. Der Wein zeigt eine tiefe, noch zurückhaltende Nase. Die Textur ist wunderbar ausbalanciert, rund und seidenweich, erzeugt aber genug Druck am Gaumen. Ein Charmeur mit Klasse. Die Rebflächen des Bonnes Mares liegen direkt neben dem Clos de Tart, also auf der Seite der kräftigeren Terroirs in diesem Grand Cru. Vinifiziert wird mit 100% der kompletten Cluster. Der Wein entwickelt eine kräftige Frucht, wirkt dabei aber stets elegant. Im Abgang kommt eine deutliche Vanille-Note hervor. Der Wein ist für eine echte Beurteilung noch zu jung.

Sylvie Poillot führt die Domaine vom 1. Tag an mit großem Können und Engagement. Der Erfolg spricht für sich.

Noch extrem jung und verschlossen zeigt sich auch der Charmes-Chambertin, Les Mazoyeres. Die Reben in dieser Parzelle sind 104 Jahre alt. Der Wein wirkt, typisch Chambertin, sehr kräftig und intensiv. Mit dieser schieren Kraft wird das Potenzial dieses jungen Weins noch überdeckt. Verblüffend aber schon jetzt die Balance und die samtweiche Textur. Ähnlich überfordert mit der jungen Probe ist der Musigny, ohne Zweifel der Star im Portfolio der Domaine de la Vougeraie. Ganze 0,4 ha, verteilt auf zwei Parzellen und gepflanzt 1994, gehören der Domaine, manchmal genügt dies nur für 1000 Flaschen. Die dichte Textur wirkt cremig und laminiert den Gaumen mit feinen, aber noch sehr zurückhaltenden Fruchtaromen.

Trotz dreier Grand Cru Lagen im Montrachet ist der weiße Le Clos Blanc de Vougeot ein echtes Highlight der Domaine de la Vougeraie. Als nur 2 ha große Monopollage direkt neben dem Clos de Vougeot liefert er lediglich ca. 13.000 Flaschen bei normaler Ernte. Der leicht buttrig wirkende Wein präsentiert sich unglaublich gut, präzise, dicht und mit toller Säure. Die 18 Monate Barrique-Ausbau merkt man kaum, sind perfekt eingebunden.

Alle Weine zeigen eine erstaunliche Terroir-Transparenz. Schlüssel hierfür ist sicher der biodynamische Anbau, der den Boden für sich sprechen lässt. Auf der Domaine de la Vougeraie bemüht man sich sehr, diese Transparenz durch minimierte Eingriffe nicht zu verfälschen.

Durch die insgesamt über 40 ha Rebfläche sind nicht nur die Preise noch akzeptabel, einige Weine sind auch in Vinotheken und bei Weinhändlern noch zu bekommen. Etwa 100 Privatkunden beliefert man heute noch direkt mit einer Allokation, diese Kunden kaufen teilweise seit Jahrzehnten. Die stärksten Absatzmärkte sind England, Japan, Dänemark, Belgien, Schweiz und Hong Kong. Es lohnt sich, immer einmal nach ein paar Flaschen Ausschau zu halten.