Domaine Perrot-Minot

54, Route des Grands Crus
F-21220 Morey-Saint-Denis

Tel.: +33 380 343 251
Fax: +33 380 341 357


gfa.perrot-minot@wanadoo.fr
www.perrot-minot.com



"Heute gibt es in jedem Dorf fünf bis sechs Henri Jayers"

Christophe Perrot-Minot

Christophe Perrot-Minot vergleicht seine Arbeit mit der eines Sternekochs. Das Ziel sei "refined, elegance, finesse, balance" und man kann nur staunen, mit welcher Präzision er dieses Ziel erreicht hat. Seit 1993 bewirtschaftet er die heute auf 12,5 ha erweiterte Rebfläche des Familienguts in Morey-Saint-Denis. Sicherlich, einige der Lagen sind absolut herausragend, dennoch war die Domaine qualitativ vorher eher Mittelmaß. Aber die Arbeit von Henri Jayer hat auch den jungen Christophe Perrot-Minot beeinflusst, er war ein Vorbild für ihn und er wusste sofort, dass er nicht nur einen guten Wein, sondern den absolut bestmöglichen Wein machen wollte.

Nach sieben Jahren Tätigkeit im Weinhandel übernahm Christophe Perrot-Minot den Betrieb von seinem Vater Henri Perrot-Minot, der 1963 die älteste Tochter von Armand Merme, Marie-France, und damit in das Weingut Merme geheiratet hatte. Die Domaine Taupenot-Merme liegt exakt auf der gegenüber liegenden Strassenseite in Morey-Saint-Denis. Nach dem Tod von Armand Merme wurde der Name der Domaine in Perrot-Minot geändert. Christophe Perrot-Minot repräsentiert heute die 4. Generation des Mitte des 19. Jahrhunderts durch Heirat der Familien Sigaut (Chambolle-Musigny) und Morizot (Morey-Saint Denis) hervorgegangenen Betriebs. Im Jahr 2000 konnte er zudem die Domaine André Pernin-Rossin in Vosne-Romanée mit 4,5 ha Rebflächen u.a. in Nuits-Saint-Georges übernehmen und die eigene Domaine erheblich erweitern. Mit den vier Kindern von Christophe ist auch für Nachwuchs in der 5. Generation bestens vorgesorgt.

Christophe Perrot-Minot hat mit seinen Weinen in den letzten 20 Jahren im Burgund Geschichte geschrieben.

In der Tradition von Henri Jayer


Voraussetzung für eine kompromisslose Qualität der Weine waren eine minutiöse Arbeit im Weinberg mit organischer Bewirtschaftung und eine intensive, aber schonende Extraktion bei radikaler Ertragsbeschränkung. Und obwohl 12,5 ha keine unbedeutende Rebfläche darstellt, sind die Weinberge perfekt gepflegt. Verzicht auf Chemieeinsatz, Verzicht auf schwere Maschinen und Selektion schon am Rebstock sind hier Selbstverständlichkeit. Heute sind bereits 50% der Rebflächen auf organischen Betrieb umgestellt, in Kürze werden es 100% sein.

Dabei hat sich der Fokus von Christophe Perrot-Minot im Laufe der Jahre weiter entwickelt. Er beschreibt eine erste Phase von 1993 bis 2000, in der er die Weine stärker konzentrierte. Die Kritik, dass seine Weine oft von zu reichhaltiger Fruchtkonzentration dominiert seien, nahm er zum Anlass, sich von 2001 bis 2004 auf einen eleganteren, leichteren und mehr terroirgeprägten Stil zu konzentrieren. Seit 2005, übrigens das Jahr mit seinem ersten "- 100 Punkte" Wein, optimiert er an den Details, versucht die Präzision noch weiter zu steigern, den Terroirbezug noch transparenter herauszuarbeiten.

Wirklich spannend wird es auf der Domaine Perrot-Minot zur Erntezeit. Es dürfte kaum ein anderes Weingut mit einer derart drastischen Selektion geben. Ganze 18 Personen wachen an zwei hintereinander aufgebauten, jeweils 5,50 m langen Sortiertischen über jede einzelne Traube. Über optische Sortierverfahren kann man hier nur lächeln. Alleine 5% an nicht optimalen Trauben würden genügen, die Qualität eines Weins zu kippen, betont Christophe Perrot-Minot. Und so werden binnen 10 Tagen noch einmal 10-15% der von 32 Pflückern sorgfältig ausgewählten Trauben verworfen.

Extrem schonend erfolgt die Vinifikation der zu 100% entrappten Trauben, nur ganz langsam wird durch behutsames Umpumpen extrahiert. Nach einer Woche der Vormazeration bei 14 °C wird temperaturkontrolliert vergoren. Den Einsatz neuer Eiche reduzierte man immer weiter auf heute noch 30% bei den Premiers und Grands Crus, um den Weinen Frische und Terroirtransparenz zu erhalten. Die Jungweine werden nur kurz vor der Flaschenfüllung einmal abgezogen, auf Racking, Schönung und Filtration verzichtet man. Über den richtigen Zeitpunkt der Abfüllung entscheidet Christophe Perrot-Minot durch Verkostung.

Der Verkostungsraum im Keller mit der privaten Reserve.

Die Essenz eines großen Pinot Noir


Die Weine der Domaine Perrot-Minot sind von einer entwaffnenden Reintönigkeit und Finesse, gleichzeitig von kraftvoller, ultrapräziser Frucht und wunderbarer Säurestruktur mit seidigen Tanninen geprägt. Die Grands Crus aus dem Chambertin und dem Chambertin Clos de Bèze halten sich seit Jahren unter den besten Burgundern auch im Vergleich mit den berühmten Traditionsbetrieben. Perrot-Minot zählt heute definitiv zur absoluten Elite im Burgund und angesichts der winzigen Mengen sind die Weine längst im Bereich von 500 € pro Flasche angekommen.

Bereits der Village-Einstiegswein ist unglaublich fein mit einer intensiven, floralen Nase, herrlicher Frucht und lebt von seinem eindrucksvollen Abgang. Grundlage der großen 1Cru Weine sind die alten Rebstöcke, alle Weine tragen die Vieilles Vignes Auszeichnung. Prunkstück ist die 2 ha große Lage La Richemone in Nuits-Saint-Georges. Ein Teil der Rebstöcke wurde 1902 ! gepflanzt und eine getrennte Vinifikation dieser "ultra-alten" Rebstöcke zeigte ihre überragende Qualität. Christophe Perrot-Minot entschied sich daher, diesen Wein mit dem Zusatz "Ultra" separat anzubieten.

Eine steile Treppe führt in den perfekt sanierten Keller.

Es folgen die Grands Cru Weine, mit dem Chambertin und dem Chambertin Clos de Bèze an der Spitze. Beide Lagen mit rund einem halben Hektar Fläche gehören Christophe Perrot-Minot nicht, er erntet und bezieht die Trauben von Rossignol-Trapet und Pierre Damoy. Die Etiketten tragen daher den Zusatz "Domaine" nicht, wohl aber den Namen Perrot-Minot. Sie bilden die Essenz eines großen Pinot Noir der ein schon fast berauschendes Geschmackserlebnis bieten kann. Hier trifft die ganze Finesse und Harmonie der Weine von Perrot-Minot auf die enorme mundfüllende Kraft, Dichte und Komplexität des Chambertin. Die unfassbar delikaten Aromen springen explosionsartig aus dem Glas und füllen den Raum. Die Primärfrucht tritt zurück und an ihre Stelle treten endlose, in Seidenpapier gewickelte Aromenschichten, die kaum noch analysiert werden können. Es sind diese Flaschen, die den berühmten Burgunder-Virus begründen können, der Wiederholung verlangt und kaum noch befriedigt werden kann. Ganze 600 Flaschen des Chambertin 2016 muss sich die Weinwelt teilen, einen guten Teil davon behält Christophe Perrot-Minot in seiner Reserve. Vom Clos de Bèze gibt es wenig mehr. Wenn man bedenkt, wie wenige Flaschen eine Exportquote nach Deutschland von 5% bedeuten, kann man die Exklusivität dieses Erlebnisses erahnen.