Champagne Ruinart

Champagne Ruinart
4 Rue Des Crayeres

F-51100 Reims

www.ruinart.com



Auch wenn die Historie oft gerne zitiert wird, was nun genau vor fast 300 Jahren in der Champagne passiert ist, wird man kaum mehr klären können. Doch nehmen wir einfach an, es hat sich so zugetragen wie erzählt: zu Beginn des 18. Jahrhunderts lebte der Benediktinermönch Dom Thierry Ruinart gemeinsam mit dem noch berühmteren Dom Pérignon in der Abtei von Hautvillers. Die Frage, wer nun den Champagner "erfunden" hat, überlassen wir gerne den Historikern. Eigentlich war es ja so, dass man die Bläschen aus der zweiten Vergärung auf der Flasche unbedingt vermeiden wollte. Den beiden Mönchen ist dies aber wohl offensichtlich nicht gelungen. Dafür nahm Dom Thierry Ruinart`s Neffe, Nicolas Ruinart, die Idee auf und immer wieder Proben auf seine Reisen als Tuchhändler mit. Gerade bei den aristokratischen Kunden der feinen Tücher muss das Getränk aber auf so große Begeisterung gestossen sein, dass er sich entschloss, eine königliche Erlaubnis für den kommerziellen Transport von Wein/Champagner in Flaschen zu beantragen. Damals war der Weintransport aus Steuergründen nur in Fässern erlaubt. Diese Erlaubnis wurde am 25. Mai 1728 erteilt und die entscheidende Voraussetzung für die Gründung des allerersten Champagner-Hauses 1729. Es trug den Namen Ruinart.

Gerne zeigt man bei Ruinart den Gästen eine wertvolle Kladde mit den Einträgen der Verkäufe aus diesen ersten Jahren. Der Verkauf von Champagner entwickelte sich derart erfolgreich, dass Nicolas Ruinart bereits ab 1735 den Tuchhandel zugunsten des einträglicheren Champagners aufgab. Sein Sohn Claude Ruinart verlegte das Unternehmen von Épernay nach Reims, wo es bereits damals über spektakuläre Kelleranlagen in den Kreidefelsen aus römischer Zeit gab. Ganze 24 römische Minen überdeckt das Ruinart-Anwesen, die Gesamtlänge von 8 km Stollen ergibt unglaubliche 25.000 qm Lagerfläche.

Rüttelpulte in den Kellern von Ruinart tief in den Kreidefelsen.

Ruinart wurde in den beiden Weltkriegen hart getroffen: im 1. Weltkrieg wurden die Betriebsgebäude zerstört, im 2. Weltkrieg die Kellerbestände geleert. Nach dem 2. Weltkrieg half zunächst eine Kooperation mit Baron Philippe de Rothschild bevor der Neffe des letzten Ruinart das Haus 1963 an Moët & Chandon verkaufte. Seit 2007 trägt Kellermeister Frédéric Panaïotis die Verantwortung für die Champagner. Der Franzose mit griechischen Wurzeln wechselte von Veuve Clicquot zu Ruinart, hatte zuvor fast drei Jahre im Auftrag von Pommery die kalifornischen Aktivitäten unterstützt. Er selbst bezeichnet sich als verantwortlich für den "Stil des Hauses" und verweist die Verantwortung für die Qualität an die Trauben. Und die läßt kaum Wünsche offen.

Nur ganze 20 ha Rebfläche in den Montagne de Reims und der Côte de Blancs nennt das Haus Ruinart sein eigen. Hinzu kommen noch einige Trauben aus dem Portfolio von LVMH. Der Großteil von rund 90% des Traubengutes wird von langjährigen und streng selektierten Anbaubetrieben zugekauft. Die Trauben werden grundsätzlich in Stahltanks verarbeitet. Auf diese Weise erzeugt man bei Ruinart jedes Jahr über 100 Grundweine, aus denen die fünf Cuvées komponiert werden. Darunter gibt es zwei Rosé-Champagner, zwei Blanc de Blancs mit 100% Chardonnay und eine Cuvée "R" de Ruinart.

Das historische Champagnerhaus in Reims.

Das Spitzenprodukt von Ruinart ist der "Dom Ruinart", der nur in den sehr guten Jahren produziert wird und den es als Blanc de Blancs und als Rosé gibt. Die Rosé Jahrgänge werden deutlich seltener deklariert. Der Produktionsanteil des "Dom Ruinart" liegt bei nur etwa 2-3% der Gesamtproduktion. Er besteht oft aus zehn Grundweinen, die Hälfte von Grand Cru Lagen der Côte de Blancs und Orten der Montage de Reims. Die Hefelagerung des "Dom Ruinart" beträgt zwischen 8 und 10 Jahren. Zielmärkte sind die Connaisseure unter den Champagner-Liebhabern und die Spitzengastronomie.

Fast 300 Jahre Tradition kann Ruinart aufweisen.


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