Tenuta Argentiera

Argentiera S.r.L. Soc. Agr.
Via Aurelia 412/A
Località I Pianali
I-57022 Donoratico (LI)

Tel. +39 0565 773 176
Fax +39 0565 773 250


info@argentiera.eu
www.argentiera.eu



Dass die Tenuta Argentiera in Bolgheri zu den schönsten Weingütern Italiens gezählt wird ist kein Zufall, dass es ein Weingut ist, aber schon. Die Brüder Corrado und Marcello Fratini aus Florenz sind seit langer Zeit sehr erfolgreiche Hoteliers und besitzen nicht nur das Four Seasons in Florenz, sondern hatten auch Anteile am Club Med. Die einzigartige Höhenlage über dem Tyrrhenischen Meer nahe Bolgheri mit über 1.000 ha Land erwarben sie mit der Absicht, hier eine Hotelanlage der Spitzenklasse zu bauen. Doch dann bemerkten sie, dass sich dieses Gelände ganz hervorragend für den Weinbau eignet und beschlossen, ein Weingut zu gründen. Die Neuerwerbung umfasst auch die historische Tenuta di Donoratico in der Ebene, früher im Besitz der Florentiner Familie Serristori. Der neuerliche Versuch, wenigstens die alte Villa Donoratico als luxuriöses Boutiquehotel zu sanieren scheiterte an den Behörden in Castagnetto Carducci, die in der Region Bolgheri mit Baugenehmigungen extrem restriktiv umgehen. Alleine eine Privatnutzung wäre genehmigt worden, was angesichts des notwendigen enormen Sanierungsaufwandes nicht weiter verfolgt wurde. Über die Villa Donoratico erstreckt sich der Besitz bis über den Pinienwald an den Strand, der somit ein Privatstrand ist.


150m hoch und nur 2 km vom Meer entfernt eröffnet sich vom Weingut aus ein spektakulärer Blick über Bolgheri und das Meer.

60 ha Rebfläche wurde zwischen 1999 und 2003 angelegt, mittlerweile sind seit 2011 nochmals 12 ha dazu gekommen. Der mit 45 ha größte Teil der Pflanzungen erfolgte oben auf der Hochebene in 150 - 200 Höhenmeter. 27 ha der Rebfläche liegen unten in der Ebene von Bolgheri in 80 - 100 m Höhe, wo die Böden von Lehm und Sand geprägt sind. Oben aber ist es sehr steinig und kalkreich. Durch den herrlichen Rundumblick kann man von dort auf die Granitsteinbrüche von Suvereto schauen, die nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt liegen. Angepflanzt wurden zu 45% Cabernet Sauvignon, 25% Merlot, 17% Cabernet Franc und etwas Syrah. Natürlich experimentiert man auch auf der Tenuta Argentiera noch mit anderen Rebsorten, darunter ist auch ein Weißweinprojekt. Die gesamte Rebfläche fällt unter die DOC Bolgheri, was nicht für alle Produzenten in Bolgheri gilt.

Als önologischen Berater konnte man keinen geringeren als Stéphane Derenoncourt aus St. Émilion gewinnen, ein Experte für diese typischen Bordeaux-Rebsorten. Kernzone für Argentiera sind die Rebflächen auf der Hochebene, die perfekt leicht nach Süden abfallend geneigt sind. Das nahe Meer sorgt durch die Lichtreflexion für eine sehr intensive Sonneneinstrahlung, die Höhenlage und frischen Winde für starke Tag- / Nachtschwankungen der Temperatur und eine optimale Belüftung. Prägend für den Wein ist neben dem extrem hohen Mineraliengehalt der Steine, der Name "Argentiera" weist schon auf eine historische Silbermine hin, der umgebende mediterrane Mischwald ("Macchia") mit seinen intensiven Aromen von Kräutern und Büschen.


Der Blick über die Rebflächen auf der Hochebene reicht bis zur Insel Elba am Horizont. Die Abendsonne verstärkt sich über die Reflexion auf dem Meer und wirkt selbst so spät noch intensiv auf die Reben.

Der sehr hohe Mineralienanteil verleiht dem Wein von Argentiera eine intensiv salzige Charakteristik, die als Leichtigkeit und angenehme Frische bis in den langen Abgang wahrgenommen wird. Die mediterranen Aromen der ätherischen Öle, insbesondere Eukalyptus und Minze, entfalten im Wein eine balsamische Wirkung und verstärken den Effekt einer verblüffenden Leichtigkeit trotz hoher Frucht- und Alkoholkonzentration. Es ist dieses faszinierende Spiel von Frische und Frucht gepaart mit komplexen Aromen, auf das Stéphane Derenoncourt besonderen Wert legt. Daher profitieren die Weine von Argentiera auch eher von kühleren, nicht Frucht dominierten Jahrgängen.


Die Rebflächen in der Ebene liegen im Schatten der mächtigen Pinienalleen, ein deutlicher Hinweis auf den hier vorherrschenden Sandboden.

Der erste Jahrgang, den die Tenuta Argentiera produzieren konnte war 2003, ein sehr heißes Jahr. Eigentlich wollte man diesen Wein gar nicht vermarkten, als aber immer deutlicher wurde wie gut sogar dieser erste Jahrgang gelungen war, entschied man sich doch dafür. Die ersten Jahrgänge wurden dabei noch im Weingut Guado al Tasso vinifiziert, da auch die Genehmigung des Neubaus des Weinguts lange durch die Behörden verzögert war. Die Trauben werden nach der Ernte wie überall sorgfältig am Sortiertisch selektiert, entrappt und in die Fermentationstanks aus Edelstahl gegeben. Die Maischezeiten sind sehr lang, bis zu 30 Tage. In dieser Zeit wird die Maische zweimal pro Tag in den Most gedrückt. Nach dem Abzug wird der Wein im Barrique ausgebaut, das in etwa zur Hälfte neu ist.

Der Hauptfokus der Tenuta Argentiera liegt auf den drei Basisqualitäten, dem Einstiegswein Poggio ai Ginepri, dem Villa Donoratico und dem wichtigsten Wein, dem Argentiera. Seit 2006 entstehen in den besten Jahren auch drei reinsortige Weine in kleinsten Auflagen. Sogar der Poggio ai Ginepri ist DOC Bolgheri klassifiziert und besteht zu 30% aus Syrah, 15% Merlot, etwas Petit Verdot und etwa zur Hälfte aus Cabernet Sauvignon. Schon deutlich mehr Kontur, Körper und Kraft entwickelt der Villa Donoratico, auf den das Attribut Zweitwein nur bedingt passt. Er besteht bereits zu zwei Dritteln aus Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Merlot und Petit Verdot ergänzen diese DOC Bolgheri Cuvée, die schon alle typischen Merkmale des Hauses tragen. Mit einem Preisniveau von etwa 20 € markiert der Villa ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis.


Die wichtigsten Weine der Tenuta Argentiera, deren erster Jahrgang 2003 war.

Das Hauptprodukt aber ist der Argentiera, ein klassischer Bordeaux-Blend mit etwa 10% Cabernet Franc. Das Mengenpotenzial für den Argentiera beträgt rund 50.000 - 60.000 Flaschen (Villa Donoratico 100.000 - 150.000 Flaschen, Poggio 300.000 Flaschen), aufgrund der hohen Qualitätsansprüche kann die strenge Selektion die Produktion aber auch schon einmal unter 20.000 Flaschen drücken. Grundsätzlich gilt, dass für den Argentiera immer das beste Traubenmaterial verwendet wird, auch zu Lasten der reinsortige Spezialitäten, wenn notwendig. Ziel ist immer ein Argentiera mit Finesse und Eleganz, Marmeladenweine sind hier nicht zu finden. Wenn es die Qualitäten und Mengen erlauben werden in sehr guten Jahren auf der Basis von Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon auch drei reinsortige Weine produziert. Die Mengen liegen bei unter 5.000 Flaschen für diese hochpreisigen Spezialitäten. Für die Markenbildung eines solch jungen Weinguts mit erheblichen Dimensionen ist der Eingang in die Spitzengastronomie ein Schlüssel. Hier setzt der Argentiera an, der in Italien bereits ein gesuchter Wein ist.


Der großzügig dimensionierte Barrique-Keller von Argentiera.

Argentiera ist eines der jüngsten Weingüter in der Wein Boomregion Bolgheri. In 2012 erreichte man bereits 7% Marktanteil aller dort produzierten Flaschen, Argentiera ist also bereits einer der ganz großen Volumenproduzenten, der aber seinen Weg in die Märkte noch sucht. Die scheue Besitzerfamilie ist nicht aktiv im Weingut tätig, dafür hat man sich mit Federico Zileri Dal Verme als Verwalter einen erstklassigen Fachmann und ein Mitglied der Familie des Castello di Bolgheri geholt, der seit 2013 auch gleichzeitig dem Consortio vorsteht und die Appellation vertritt. Und er gibt auf Argentiera mächtig Gas und öffnet als einer der ganz wenigen das Weingut auch für Weininteressierte. An der Hauptstrasse in der Ebene steht eine kleine Vinothek zum Verkosten und auch Einkaufen offen. Selbst Führungen durch das mehr als sehenswerte Weingut sind hier nach Anmeldung möglich. Es wird spannend sein, die Entwicklung der noch jungen Weine weiter zu beobachten. Das Potenzial ist enorm, nur ein paar Jahre wird man den noch jungen Reben und bereits gekelterten Weinen noch geben müssen. Dass dieses Warten eine reiche Ernte bescheren wird zeigt die Verkostung von "älteren" Jahrgängen, die sich heute schon prächtig in der Flasche entwickeln.

In 2016 wurde die Mehrheit an der Tenuta Argentiera an den österreichischen Investor Stanislaus Thurnauer verkauft. Die Brüder Corrado und Marcello Fratini bleiben aber beteiligt und sind auch weiter im Management aktiv.