Inglenook - Niebaum Coppola

1991 St. Helena Highway
Rutherford, CA 94573

Tel. +1 (707) 968 1100
Fax +1 (707) 963 9084

www.inglenook.com


Die Geschichte von Inglenook geht weit zurück in das Jahr 1880, als Gustave Niebaum Inglenook Estate erwarb und begann, ein Gebäude für sein neues Weingut zu bauen. Gustave Niebaum (Gustave Nybom) war ein finnischer Kapitän zur See, der regelmäßig auf einer Alaska-Route unterwegs war und schließlich nach San Francisco gelangte. Die rund 33 ha der Inglenook-Farm waren nur ein Teil eines größeren Erwerbs von zwei Farmen. Inglenook wurde 1871, also nur wenige Jahre zuvor von William C. Watson gekauft, der ihm den Namen gab und damit begann, Wein anzubauen. Watson war übrigens der Schwiegersohn von George C. Yount, dem Gründer der Ortschaft Yountville. 1879 verkaufte Watson Inglenook an S. Clinton Hastings, der es kaum zwei Jahre später an Niebaum weiter veräußerte. Die wechselhafte Geschichte dieses Weinguts begann also schon direkt nach der Gründung und beteiligt waren damals auch schon wichtige und berühmte Persönlichkeiten. Bereits 1881 beauftrage Gustave Niebaum den Architekten William Mooser und seinen General Manager von Inglenook, Hamden W. McIntyre, mit dem Bau eines Château ähnlichen Gebäudes auf Inglenook. Das große und herrschaftliche Gebäude aus Stein ist bis heute das einzige Weingut in Kalifornien, das man wirklich als "Château" bezeichnen kann.


Das Weingut Inglenook ist eine Oase für sich mitten im hektischen Napa-Valley.

1882 wurde der erste Inglenook-Jahrgang gekeltert und Niebaum erweiterte das Gut um zusätzliche 300 ha Land, insgesamt also ein sehr stattlicher Besitz. Das Château wurde am Berghang im Westen so errichtet, dass man von dem Gebäude direkt und ebenerdig in einen in den Berg gegrabenen Keller gehen konnte. Dieser Pionierleistung ging ein Versuchsstollen voraus, der bewies, dass ein solcher natürlicher Keller auf einfache Weise ein kühles Klima halten kann. 1887 waren die umfangreichen Bauarbeiten abgeschlossen. Aber Gustave Niebaum investierte nicht nur in Gebäude und Land, sondern auch in Marketing und schon 1891 wurde sein Wein im Weißen Haus in Washington serviert. Als Präsident der Alaska Commercial Company war Niebaum nicht nur sehr reich sondern auch eine berühmte Persönlichkeit geworden. Durch seine lange Erfahrung im Handel forcierte er den Export auch in die entferntesten Märkte. Niebaum verstarb 1908, erlebte aber noch das große Erdbeben in Kalifornien 1906, das sein Inglenook als eines der wenigen Gebäude überstand.


Von einem Seitenflügel gelangt man direkt in den ebenerdigen Keller, eine Sensation zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Nach dem Tod des Gründers kommt der Weinbau für einige Jahre zum Erliegen, aber die Witwe Niebaum eröffnet das Weingut 1911 wieder. Sie zieht auch ihre Großnichte Susan und ihren Großneffen John Daniel auf dem Weingut auf, nachdem deren Mutter verstarb. 1919 dann erneut das Aus für das Weingut durch die Prohibition. Am 6. Dezember 1933, einen Tag nach der Beendigung der Prohibition feiert man auf Inglenook diesen Anlass mit 300 Personen und einem rauschenden Fest. Nur ein Jahr später kehrt John Daniel auf Inglenook zurück und unter seiner Leitung schafft Inglenook den Wiederaufstieg zu Ruhm und Ehre für die hier produzierten Weine. Er wird das Weingut bis zum dessen Verkauf 1964 leiten. So erfolgreich und hoch geachtet John Daniel war, seine persönliche Lebensgeschichte verlief eher traurig. Aus seiner Ehe gingen die beiden Töchter Marky und Robin hervor. Während Marky nie Interesse am Weinbau hatte, liebte Robin Inglenook und verwand nie den Verkauf des Weinguts, über den sie von ihrem Vater lediglich informiert wurde. Ihr verzweifelter Kampf, wenigstens Teile des Erbes ihres Vaters zu retten führte zu dem Gemeinschaftsunternehmen Dominus Estate mit Christian Moueix, dem Besitzer u.a. von Château Pétrus in Pomerol. Aber auch diese Konstruktion hielt nicht lange und führte dazu, dass sie ihre Anteile hieran an Moueix verkaufte.

Nach 1964 gelangte Inglenook für einen sehr niedrigen Preis in den Besitz von Getränkekonzernen (Allied Grape Growers, United Vinters, Heublein), die Inglenook in einigermaßen rascher Folge in diversen Verkaufs- und Verschmelzungsaktionen weiterreichten. In der Folge litt auch die Qualität der Inglenook-Weine und verfiel zusehends. 1975 schließlich kaufte der Hollywood-Regisseur Francis Ford Coppola gemeinsam mit seiner Frau Eleanor den 650 ha großen Besitz. Es würde aber noch bis 2011 dauern, bis Coppola den historischen Besitz und alle Namensrechte wieder vereint haben würde. Seit 2011 heißt das Weingut wieder Inglenook!


Das Château selbst ist heute ein perfekt gemachtes Weinmuseum, die Vinifizierung findet aber immer noch auf dem Gelände statt.

Als Francis Ford und seine Frau Eleanor Coppola von Los Angeles nach San Francisco umzogen suchten sie neben ihrer Stadtwohnung ein Haus, wo sie sich entspannen und dem Trubel von Stadt und Hollywood entkommen konnten. Spätestens seit dem Klassiker "Der Pate" war Coppola ein berühmter und gefeierter Regisseur. Der beauftragte Makler präsentierte verschiedene Objekte im Napa Valley, die den Coppolas aber nicht optimal zusagten. Bis sie auf das zum Verkauf stehende Inglenook trafen. Das Angebot von 2 Mio. Dollar wurde aber abgelehnt und den Zuschlag erhielt ein anderer Bieter. Dieser Vertrag kam jedoch nicht zustande und so hatten die Coppolas eine zweite Chance. Diesmal boten sie 2,5 Mio. Dollar und erhielten das Objekt zugeschlagen. Vor allem Eleanor verliebte sich sehr schnell in das einmalige Objekt, die Ruhe und phantastische Natur dieser Oase. Die Bausubstanz war weitgehend erhalten und vor allem der aufwendige Holzausbau im Inneren war noch im Originalzustand. Und genau so wollte Eleanor alles erhalten wissen. Mit viel Liebe zum Detail und Aufwand wurde das Anwesen im Originalzustand restauriert. Robert Mondavi ermunterte Coppola, sich auf Inglenook auch dem Weinbau wieder zu widmen.

Coppola verpflichtete Rafael Rodriguez, den eine lange Geschichte mit Inglenook verband, als Weinbergsmanager und beauftragte ihn, die unter John Daniel gepflegten Qualitätsstandards wieder umzusetzen. Innerhalb von nur einer Dekade war das Qualitätsniveau praktisch völlig verloren gegangen. Da Coppola zwar den Besitz nicht aber die Namensrechte erwarb wurde das Weingut für 36 Jahre in Niebaum-Coppola umbenannt. Erst 2011 konnte die Umbenennung in Inglenook erfolgen. Der Topwein von Coppola ist die Cuvée "Rubicon", regelmäßig unter den besten Bordeaux-Blends aus dem Napa Valley.


Es fällt schwer, sich von dieser Oase der Ruhe und Naturschönheit zu verabschieden.

Inglenook ist heute ein jederzeit ohne Voranmeldung zu besuchendes Museum, in das sogar ein Cafe integriert wurde. Ständig werden Führungen mit Verkostung der Weine angeboten und die Gäste können sich auch relativ frei in dem Anwesen bewegen. Immer noch imposant sind die Holzarbeiten im Innenbereich, die an ein Schiff erinnern. Die Magie dieses Orts aber spürt man nur im Gartenbereich mit seiner Brunnenanlage und den weinberankten Pergolen. Während an der weit genug entfernten Hauptstraße hunderte von Autos vorbei rollen, ist auf Inglenook wenig Betrieb, der die Ruhe des Ortes bricht. Das Personal vor Ort ist sehr zuvorkommend und kennt sich ausgezeichnet aus und nimmt sich Zeit für eine ausgedehnte Diskussion.

Inglenook hat bis heute seine Einzigartigkeit bewahrt. Während die anderen Weingüter um die Punkte der Kritiker kämpfen, bleibt es die Seele des Napa Valleys.