Fattoria Nittardi

I-53011 Castellina in Chianti

Tel. +39 (0577) 740269
Fax +39 (0577) 741080

info@nittardi.com
www.nittardi.com



Die Fattoria Nittardi ist ein magischer Ort. Nur rund 3 km einer groben Kiesstrasse irgendwo zwischen Castillina, Panzano und San Donato trennen die Welt der noblen Cabrios und lauten Motorräder von diesem Anwesen, das nicht nur durch seine Naturschönheit, Abgeschiedenheit und Ruhe verzaubert, sondern auch durch eine ansteckende Fröhlichkeit, Offenheit und Gelassenheit, die die Menschen dort ausstrahlen. Nittardi ist nicht nur ein Weingut, sondern ein Gesamtkunstwerk, in dem die Natur, die Kunst und die zwischenmenschliche Kommunikation eine faszinierende Einheit bilden. Es ist ein Ort der Inspiration.

Der in Frankfurt lebende Galerist Peter Femfert hat dieses Potenzial sofort gespürt, als er und seine Frau Dr. Stefania Canali - eine gebürtige Venezianerin - das erste Mal auf der Terrasse des herunter gekommenen Hofes standen und über das Tal bis in die Conca d`Oro schauten. Der Entschluss, das Anwesen zu kaufen fiel spontan.


Das kleine Wirtschaftsgebäude ist 10 Gehminuten vom Haupthaus entfernt.

Die Geschichte von Nittardi geht weit bis ins Mittelalter zurück. Bereits im 12. Jahrhundert wurde der Wehrturm, der bis heute steht und an den vier Fenstern in alle Himmelsrichtungen erkennbar ist, mit dem Begriff "Nectar Dei" in Verbindung gebracht - ein deutlicher Hinweis auf Weinbau. Aus diesen beiden Wörtern hat sich dann im Laufe der Zeit der Name "Nittardi" ausgebildet. Gerne weist man darauf hin, dass der Besitz im 16. Jahrhundert Michelangelo Buonarroti gehörte, der u.a. in Rom die weltberühmten Gemälde in der Sixtinischen Kapelle schuf. Michelangelo übertrug die Gutsverwaltung aber seinem Neffen Lionardo. 1983 erwarb dann das Ehepaar Femfert - Canali den gesamten Besitz von rund 120 ha Wald, 4 ha Olivenhainen und damals noch bescheidenen 4,5 ha Rebflächen. Das gesamte Anwesen wurde in den Folgejahren komplett renoviert, die Rebflächen neu angelegt, Olivenbäume gepflanzt - eine harte Arbeit mit großen Risiken. Alle verfügbaren Mittel wurden in das Gut investiert. 1992 wurde ein moderner Weinkeller gebaut. Die Rebfläche beträgt heute auf dem Gut 12 ha, mehr erlauben die strengen Regeln im Chianti Classico nicht. 1999 erfolgte daher die Ausweitung der Rebflächen in der südlichen Maremma, hier erwarb man 37 ha Land, von denen heute 17 ha bepflanzt sind. Mit diesem Neuerwerb entsteht eine Betriebsgröße, die wirtschaftlich solides Arbeiten erlaubt. Die Vinifizierung der beiden Weine "Ad Astra" und "Nectar Dei"® (den Namen hat sich Femfert schützen lassen) aus der Maremma erfolgt noch im Betriebsgebäude von Nittardi, für das allerdings eine Erweiterung ansteht. Gemeinsam mit dem Chianti Classio "Casanuova di Nittardi" und "Nittardi Riserva Selezionata" sind damit vier Weine im Angebot. Die Seiteneinsteiger ins Weingeschäft holten sich zudem rasch prominente Unterstützung: Giorgio Conte als Leiter Vertrieb und Administration und Dr. Antonio Spurio, der für Weinberge und Keller verantwortlich zeichnet. Als Berater konnte schon vor 25 Jahren der heute im Chianti allgegenwärtige und berühmte Oenologe Carlo Ferrini gewonnen werden. Femfert und Ferrini sind in der langen Zeit gute Freunde geworden.

Von der Riserva werden jährlich rund 6.000 Flaschen aus dem besten Lesegut produziert. Während die Basislinie des Chianti Classico neben Sangiovese rund 3 % Canaiolo enthält, besteht der Riserva aus einer Cuvée mit 5% Merlot. Der Ad Astra ist Maremma-typisch eine Cuvée aus 30% Sangiovese, 30% Cabernet, 20% Merlot und 20% Syrah. Das Flaggschiff der Produktreihe, der Nectar Dei, stellt eine Cuvée aus 40% Cabernet, 30% Merlot, 20% Syrah und 10% Petit Verdot dar. Der Nectar Dei wurde 2003 erstmals abgefüllt.


Das Barrique-Lager ist ein Zweckbau und wenig spektakulär. Hier kommt es eher auf die Qualität der Weine an als auf eine extrovertierte Architektur. Die Notwendigkeit der Erweiterung ist wohl bald gegeben.

Sebstverständlich kann man über die Weine von Nittardi nicht sprechen, ohne die Künstleretiketten zu erwähnen. Peter Femfert ist im Hauptberuf Kunsthändler, ihm gehört seit über 30 Jahren die renommierte Galerie "DIE GALERIE" in Frankfurt sowie seit 2009 auch eine Filiale in Seoul, Süd-Korea (Femfert: "Man kann nicht warten, bis die Fliegen tot im Fenster liegen, sondern muß dahin gehen, wo die Märkte sind"). Als er 1983 Nittardi erwarb, lagen die Jahrgänge 1981 und 1982 noch im Keller. Er brauchte daher rasch ein Etikett. Was also lag näher, als einen befreundeten Künstler zu bitten, eines zu entwerfen? Dieser Tradition ist man auf Nittardi treu geblieben. Bis zum Jahrgang 2008 haben 28 renommierte Künstler jeweils das Etikett und auch das Einwickelpapier für den Chianti Classico entworfen. Nur ein kleiner Teil der Flaschen ziert jedoch das Künstler-Etikett, diese Flaschen kosten auch einen kleinen Aufpreis. Alle Originale befinden sich im Besitz von Peter Femfert. Natürlich liegt ein Vergleich mit den Künstleretiketten von Mouton Rothschild nahe, doch handelt es sich bei Nittardi nicht um ein Marketinginstrument, hier kommt der Wein zur Kunst und nicht umgekehrt. Schön ist der Gedanke des gestalteten Einwickelpapiers, es macht den Wein zu einem idealen Geschenk mit Stil und Anspruch - von der Verpackung bis zum Inhalt.


Peter Femfert investiert viel Geld in sein aufstrebendes Weingut.

Nittardi ist aber nicht nur ein Weingut, es ist auch ein Gesamtkunstwerk geworden. Peter Femfert hat im Laufe der Jahre zahlreiche Kunstwerke im Garten und in den Gebäuden integriert. Jedes einzelne erzählt eine eigene Geschichte und hat durch die zumeist freundschaftliche Verbundenheit des Künstlers mit Femfert eine besondere persönliche Note. Über die - übrigens sehr gute und informative - Webseite des Weingutes kann man hierzu mehr Informationen abrufen.

Während Peter Femfert sich weiter intensiv um den Kunsthandel kümmert, leitet seine Frau Stefania Canali die Geschäfte des Weingutes - einschließlich eines eigenen Vertriebs in Deutschland, wobei die Kundenkartei der Galerie sicher hilfreich ist. Dennoch ist man bemüht, beide Geschäfte zu trennen. Stefania Canali ist auch publizistisch tätig. Ihre u.a. jährlich erscheinende Zeitung "Gazzetta di Nittardi" ist nicht nur lesenswert und unterhaltsam, sondern auch ein Stück große Literatur. Es ist faszinierend zu lesen, mit welch unglaublicher Präzision und Leichtigkeit sie als gebürtige Italienerin in Deutsch inhaltlich und sprachlich auf höchstem Niveau formuliert.


Skulptur von Dietrich Klinge und Blick Richtung Panzano.

Es gibt Menschen, für die gilt die 24h-Grenze eines Tages nicht. Sie haben 10 Leben und meistern diese mit scheinbarer Leichtigkeit. Herr Femfert und Frau Canali gehören offensichtlich dazu.