Vertikalprobe Château Troplong Mondot 1998 - 2014

08. Februar 2016




Château Troplong Mondot


Château Troplong Mondot liegt in Sichtweite des berühmten Ortes Saint-Émilion auf dem Bergrücken der Côtes und damit auf dem höchsten Punkt dieser Appellation. Das Terroir zählt seit 150 Jahren anerkannt zu den Besten der Region. Unter Georges Thienpont gehörte Troplong Mondot seit 1921 dem gleichen Besitzer wie Vieux Château Certan. Als Folge der weltweiten Depression musste er aber 1936 ein Gut verkaufen und entschied sich schweren Herzens für das prestigeträchtigere Troplong-Mondot. Der Käufer war Alexandre Valette, ein Pariser Winzer, in dessen Familie das Château bis heute geblieben ist. Seit 1980 führte seine Enkelin Christine Valette das Gut, ab 1990 gemeinsam mit ihrem Mann Xavier. Christine Valette starb leider im Frühjahr 2014 an einer schweren Krankheit, seitdem führt Xavier Pariente den Betrieb, um ihn für seine fünf Töchter zu erhalten. In der Revision von 2006 wurde dem Gut der Rang eines 1er Grand Cru Classé zuerkannt, bis sich diese Klassifikation in juristischen Streitereien auflöste. In der Revision von 2012 wurde diese Klassifikation aber bestätigt.

Château Troplong Mondot ist mit 33 ha Rebfläche eines der großen Château in Saint-Émilion, etwa ein Drittel davon wird bereits organisch bewirtschaftet. Auf Herbizide verzichtet man hier schon sehr viel länger. Den Weinbaubetrieb leitet Jean-Philippe Fort, für die umfangreichen Bodenanalysen und Parzelleneinteilungen wurden die aktuell renommiertesten Fachleute in der Branche, Claude und Lydia Bourguignon, gewonnen. Schon seit Mitte der 1980er Jahre berät Michel Rolland das Weingut, was zu einer sprunghaften Qualitätssteigerung führte. Der hier zu 90% angebaute Merlot (je 5% Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon) findet auf dem Kalksteinhügel von Mondot perfekte Bedingungen. Der Ertrag liegt bei jährlich 120.000 Flaschen des Grand Vin. Daneben produziert man noch eine kleinere Menge des Zweitweins "Mondot".

Troplong Mondot Vetikale

Die Weine von Château Troplong Mondot


Die Weine des Hauses haben in den vergangenen Jahren erhebliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Château Troplong Mondot hat vor allem Robert Parker immer wieder begeistert. Die Weine vereinen Kraft, Frucht und eine spektakuläre Intensität mit Finesse und bleiben doch stets in Balance. Der Jahrgang 2000 erhielt erstmals über 95 Punkte (96), die Folgejahrgänge 2005, 2009 und 2010 sogar 99 Punkte. Erst in 2015 wurde der Jahrgang 2005 auf 100 Punkte aufgewertet. Was aber wirklich erstaunt ist die Tatsache, dass selbst in kleineren Jahren Château Troplong Mondot sehr gute Weine produziert. Die Jahrgänge 2008 und 2012 erhielten 96 Punkte, 2011 erstaunliche 95 Punkte. 2012 verkosteten wir en primeur und können die hohe Bewertung sehr gut nachvollziehen: einer der besten Weine des Jahrgangs.

Gründe also gibt es genug, sich einige weitere Jahrgänge in einer Vertikalverkostung näher anzusehen. Alle Weine wurden im Château verkostet und stammen damit direkt aus dem Keller des Hauses. Eine solche Verkostung ist schon deshalb ein Erlebnis, als im Jahr 2012 das Restaurant "Les Belles Perdrix de Troplong Mondot" im Château eröffnete. Bereits im Januar 2016 erhielt Chef David Charrier seinen ersten Michelin Stern verliehen.

Château Troplong Mondot 2014

Ein Powerwein ohne Wenn und Aber. Seine Frucht- und Aromenkonzentration ist enorm, die Farbe undurchdringlich tiefviolett. Kraft und Intensität wirken am Gaumen aber nicht unangenehm. Im Gegenteil, eine merkliche Säure verleiht dem Wein eine angenehme Frische. Im Abgang melden sich dann doch noch die Tannine mit einem markanten Gerbstoffton. Aber auch ist das nicht unangenehm, da die Tannine nicht trocken sind. Dieser Wein braucht eben noch ein paar Jahre Flaschenreife. Der beste Wein seit 2010.
90% Merlot, 8% Cabernet Sauvignon, 2% Cabernet Franc

Château Troplong Mondot 2011

Ein unglaublich feiner Wein mit erstaunlich schöner Fruchtkonzentration, aber eben nicht dominierend. Ein Schmeichler am Gaumen mit herrlicher Textur. Kaum zu glauben, dass dieser Wein aus dem Jahr 2011 stammt. Keine Schwäche, keine Unreife, keine harten oder trockenen Tannine. Dafür ein undurchdringliches Violett, fast Schwarz, voller Finesse. Bezüglich Finesse der beste Wein des Abends. Wenn möglich, nachkaufen und genießen! Großartiges Preis-/Genussverhältnis.
89% Merlot, 9% Cabernet Sauvignon, 2% Cabernet Franc

Château Troplong Mondot 2010

Ungläubiges Stauen, ein reines Suchtmittel. Dichtes, tiefes Ziegelrot, intensive Nase. Am Gaumen nur noch Power, Samt und Seide. Es klingt abgedroschen, aber die berühmte "Eisenfaust im Samthandschuh" trifft es einfach am besten. Die massive Fruchtsüße wechselt mit Lakritze. Ein absolut herausragender Bordeaux, genau so muss ein großer Wein sein!
90% Merlot, 5% Cabernet Sauvignon, 5% Cabernet Franc

Troplong Mondot 2010
Der mit Abstand beste Wein der Vertikalprobe

Château Troplong Mondot 2007

Ein schwieriger Jahrgang in Bordeaux, mit 2001 sicher der schwächste dieser ersten Dekade. Schon die typische violette Tintenfarbe zeigt die für den Jahrgang erstaunliche Konzentration an. In der Nase ausgeprägte Toastaromen, rauchig. Am Gaumen sehr angenehm, samtweich, aber ohne den üblichen Punch. Frucht- und Säure wenig ausgeprägt. Im Abgang ausgesprochen kurz. Dennoch, für den Jahrgang sehr beachtlich.
90% Merlot, 10% Cabernet Sauvignon

Château Troplong Mondot 2006

Wieder eine erstaunliche Konzentration und eine angenehme Fruchtsüße. Der sehr ansprechende Wein folgt im Glas der Spur einer Achterbahn, chargiert zwischen Hochs und Tiefs, um schließlich leicht zu zerfallen. Könnte sein, dass diese Flasche schon länger geöffnet gestanden hatte, denn im Restaurant werden einige Jahrgänge glasweise ausgeschenkt. Schön zu trinken, aber kein Wein zum Einlagern.

Château Troplong Mondot 2004

Auch der 2004er kann an diesem Abend nicht überzeugen, wirkt in der Nase muffig und alt. Am Gaumen kommt der Alkohol durch, der Wein wirkt irgendwie nicht harmonisch, ist aus der Balance gefallen. Zudem fehlt Fruchtsüße. Könnte sein, dass sich dieser Jahrgang in Kürze noch öffnet, derzeit aber kein großes Trinkvergnügen. Hinweise darauf gibt der 2002er - siehe unten. Parker notiert ihn bei 89 Punkten, hat ihn kontinuierlich zurückgenommen.

Troplong Mondot 2004

Château Troplong Mondot 2002

Ganz im Gegensatz zum 2002er Jahrgang, der aktuell am Höhepunkt zu sein schein. Pflaumen und Trockenfrüchte dominieren die Nase, das Tannin ist perfekt eingebunden und delikat. Ein Wein mit hohem Spaß- und Genussfaktor, wunderbarer Frucht und toller Balance. Leider im Abgang weniger spektakulär und kurz. Toller Wein für den Jahrgang und eine echte positive Überraschung. Sollte bald getrunken werden.

Château Troplong Mondot 1999

Ein wenig überzeugender Jahrgang, der Wein wirkt flach und zeigt wenig Frucht. Dieser Jahrgang hat nicht die Statur für lange Lagerung und dürfte den Höhepunkt nach 16 Jahren überschritten haben. Nicht jeder Bordeaux lebt ewig.

Château Troplong Mondot 1998

Ganz anders dafür der 1998er, ein großer Jahrgang in Saint-Émilion. Ein tiefroter Wein mit schwarzen Reflexen. Ein Wein, der demonstriert, wie ein großer Troplong Mondot in Würde altert. Am Gaumen präsentiert er sich extrem fein und samtig weich. Gleichzeit aber ist er voller Kraft und mit großartiger Frucht ausgestattet. Für Liebhaber gereifter Bordeaux ist das ein ganz besonderer Tipp, der wieder einmal die Klasse des Jahrgangs 1998 belegt. Das sah der Troplong Mondot Sammler aus Hong Kong am Nachbartisch auch so, der nach dem Essen unsere Flasche ehrfürchtig musterte. DIE hätte er auch gerne verkostet.

Troplong Mondot 1998
Der Star der Vertikalprobe, aber nicht so intensiv wie der 2010er

Neun Weine aus 16 Jahren und neun unterschiedliche Eindrücke von fein bis herausragend. 2005 haben wir nicht verkostet, aber 2010 zeigt, wozu man hier in der Lage ist. Und seit diesem Jahrgang kann man Troplong Mondot praktisch blind subskribieren. Manche Jahrgänge müssen eben früher getrunken werden, bieten dafür dann aber ein tolles Preis-/Leistungsverhältnis. Jahrgänge wie 2009 und 2010 sind halt leider schon wieder fast unbezahlbar. Ein großes Lob an den Weinservice, der perfekt und sachkundig durch die Probe führte.

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War 2010 das Spitzenjahr im Landesinneren der Toskana, dann war 2011 das Jahr an der Küste. Die Bolgheri-Weine profitierten von einem praktisch perfekten Wetterverlauf: trocken und nicht zu heiß und nicht zu kühl. Das führte zu optimalem Lesegut mit perfekter Reife und unglaublich aromatischen und dennoch frischen und fruchtbetonten Weinen. Der Camarcanda 2011 belegt wieder einmal, dass sich bei den Weinen von Angelo Gaja Warten lohnt. Ein mächtiger und kräftiger Wein, fast schwarz wie Tinte und doch so fein und elegant. Fantastische Säure und ein fast endloses Finish. Angelo Gajas Spitzen-Cuvée aus Bolgheri ist längst in der kleinen Gruppe der besten Weine angekommen.

109,00 €

0,750 l (145,33 €/l)

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Eigentlich wollte man auf der Tenuta San Guido keine Weine vom Format "Blockbuster" machen. 2009 aber waren die Trauben so konzentriert und reif, dass dieser tiefviolette Sassicaia von Fruchtfülle, Opulenz und Dichte dominiert wird. Faszinierend, wie der Wein die Wärme und mediterrane Aromatik eines der schönsten Flecken der Toskana einfängt. Seit 2006 wird der Sassicaia seinem legendären Status in Italien wieder voll gerecht, der prächtige 2009er wurde vom Gambero Rosso zum Rotwein des Jahres gewählt.

299,00 €

0,750 l (398,67 €/l)

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Ein Champagner von großer Statur mit feinster Frucht und wunderbarer Eleganz. Die feinen, süßen Fruchtaromen lösen sich in perfekt dosierter Zitrusfrische mit Nussaromen in bester Delikatesse auf. Dieser Vintage 2006 hat vielleicht nicht die Dichte eines Sir Winston Churchill aber weit ist er davon nicht entfernt.

179,00 €

1,500 l (119,33 €/l)