Das Champagner Handbuch





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Gerhard Eichelmann
Gebundene Ausgabe, 413 Seiten (2011)
Verlag Verlag Mondo Heidelberg, ISBN: 3938839171

Autor(en):
Der Autor des bekannten Weinführers „Eichelmann Deutschlands Weine“ ist Quereinsteiger und "Selfmade-Journalist" im besten Sinne. Seine sehr guten Bücher erscheinen im eigenen Mondo-Verlag, genauso wie die gleichnamige Weinzeitschrift, die viermal jährlich im Taschenbuchformat erscheint.

Covertext:
Gerhard Eichelmann präsentiert Wissenswertes rund um Champagner: Die wichtigsten Champagnererzeuger stellt er in ein- oder zweiseitigen Portraits vor, die kleinen und großen Champagnerhäuser, aber auch die besten Champagnerwinzer. Nach einer kurzen Darstellung der Geschichte der Champagnererzeuger beschreibt er ihre Stilistik und er-klärt die Unterschiede zwischen den verschiedenen Cuvées. Der Leser erfährt, welche Champagner zu welchen Gerichten passen, die Besonderheiten der Erzeuger und Informationen zu Preisen, Besuchszeiten und Bezugsquellen.
Unser Eindruck:
Die Zeit von Weihnachten und dem Jahreswechsel ist Champagnerzeit. Wohl selten wird in kurzer Zeit so viel von diesem edlen Stoff getrunken und regelmäßig steigt zu dieser Jahreszeit mit dem Konsum auch die Flut der Publikationen zu diesem zweifellos schönen Thema. So präsentiert Gerhard Eichelmann, bekannt vor allem durch seine Weinzeitschrift Mondo und insbesondere durch seinen Führer deutscher Weine, kurz "Der Eichelmann" genannt, jetzt sein "Champagner Handbuch".

Beim Durchblättern des Buches fallen zunächst zwei Seiten Werbung auf, was aber für Weinführer gar nicht so ungewöhnlich ist (man vergleiche von Falstaff bis Veronelli). Der inhaltliche Teil beginnt mit einem Abriss der Geschichte des Champagners auf vier Seiten und einem Kurzportrait der vier Champagnerregionen Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côtes des Blancs und Côte des Bar. Pfiffig und äußerst informativ sind hier die Kurzbeschreibungen der einzelnen Dörfer / Städte dieser Regionen und der dort ansässigen Top-Betriebe. Schon hier zeigt sich eindrucksvoll, dass die Champagne beileibe keine homogene Appellation ist und die Weine sehr unterschiedlichen Charakter haben - wie in Frankreich eigentlich nicht anders zu erwarten. Allerdings kommt diese Erkenntnis auf den ersten Blick für den Verbraucher doch überraschend, unternehmen die großen Markenhäuser doch Alles, um die Unterschiede Jahr für Jahr mit unzähligen Grundweinen auszubügeln und ihre eigene Stilistik zu schärfen.

Quasi als Gegenbewegung differenzieren sich in diesem Punkt heute aber auch viele kleinere Champagnerbetriebe, sie verfügen in der Regel sowieso nur aus einem lokal begrenzten Gebiet über eigene Rebflächen. Und die sind oftmals richtig gut und zeigen unverwechselbaren Terroircharakter. Und genau hier setzt Eichelmann an und präsentiert eine Auswahl von 179 Spitzenerzeugern, eine Großzahl hieraus sind eben diese Kleinbetriebe. Die Portraits sind jeweils standardisiert und entweder eine oder - bei bedeutenderen Herstellern - zwei Seiten lang. Wenn man sich die Mühe macht, nicht nur zu blättern, sondern auch zu schmökern, dann stellt sich zunehmend ein deutliches Lesevergnügen ein. Während die großen Marken das Champagnergeschäft bei Weitem dominieren, arbeitet Eichelmann doch sehr präzise die große Dynamik in der Region hinter diesen Marken heraus. Dies ist umso einfacher, als heute fast alle berühmten Marken sowieso zum Konzern LVMH gehören, der über Masse und Marketing-Power agiert, selbst bei Spitzenprodukten wie Dom Pérignon, wo man das eigentlich gar nicht nötig hätte. Eine kleine Insel scheint in diesem Imperium aber noch Krug zu sein. Krug gehört denn auch zu den nur fünf Betrieben, die Eichelmann mit fünf Sternen und "Weltklasse" bewertet (mit Egly-Ouriet, Jaquesson, Salon und Jacques Selosse).

Das Buch erscheint in unspektakulärer Aufmachung mit wenigen Bildern, ist aber sehr übersichtlich aufgemacht, der Autor war schließlich Unternehmensberater! Man kann es nicht verleugnen, das Buch macht Lust, den einen oder anderen Hersteller einmal auszuprobieren, die Hinweise auf die Bezugsquellen / Importeure erleichtern dies erheblich. Keine Frage: ein exzellentes Handbuch ohne den (sinnlosen) Anspruch auf Vollständigkeit und im Vergleich zu vielen anderen ähnlichen Werken perfekt leserorientiert.

Unsere Bewertung: