Poggio di Sotto

Poggio di Sotto gehört seit Jahrzehnten zu den absolut besten und renommiertesten Produzenten von Brunello di Montalcino. Das relativ kleine Weingut liegt mitten in den begehrten Steillagen einige Kilometer südöstlich von Montalcino und verfügt über allerbeste Böden mit großer Diversität. Vom Rosso über den Brunello bis zum Riserva sind diese Weine gesuchte Preziosen. Seit 2011 gehört Poggio di Sotto in das Portfolio von ColleMassari.

Castelnuovo dell’Abate | Loc. Poggio di Sotto 1 | I-53024, Montalcino (SI) |

Weine: Rosso di Montalcino, Brunello di Montalcino, Brunello di Montalcino Riserva

Über Poggio di Sotto


Das Weingut Poggio di Sotto liegt nur wenige 100 m von dem kleinen Örtchen Castelnuovo dell’Abate entfernt am steilen Südost-Ausläufer von Montalcino. Es ist der Hang, an dem mehrere der besten und legendärsten Brunello Weingüter liegen, u.a. auch die weltberühmte Tenuta Greppo, die mit ihrem Wein Biondi-Santi den Brunello quasi erfunden hat.

Die Anfänge von Poggio di Sotto


Poggio di Sotto geht auf eine erste Pflanzung von Sangiovese in der Zeit vor 1970 um das damalige Bauernhaus und heutige Weingut herum hervor. 1989 erwirbt der ehemalige Manager Piero Palmicci diese Fläche und beginnt mit einer konsequenten Fokussierung auf optimale Qualität, biodynamische Bewirtschaftung und Erweiterung der Rebflächen durch die allerbesten Parzellen in diesem Steilhang mit Südausrichtung und verschiedensten Bodenformationen. Bereits 1991 präsentierte er seinen Brunello di Montalcino, 1994 zusätzlich einen Rosso di Montalcino, der die Trauben der sehr strengen Selektion aufnahm und damit die Qualität des Brunello verbesserte. Beide Weine entwickelten bald Kultstatus und platzierten Poggio di Sotto in der Spitzengruppe der Erzeuger in Montalcino.

Poggio di Sotto wechselt zu ColleMassari


Piero Palmicci gab das Weingut altersbedingt im Jahr 2011 an Claudio Tipa und seine Schwester Maria Iris Bertarelli ab. Mit ihnen übernahmen keine unerfahrenen Quereinsteiger Poggio di Sotto. Bereits 1998 initiierten sie das Maremma-Gut ColleMassari und kultivierten Weine auf der Basis von Sangiovese. 2002 erfolgte der Schritt an die Küste mit der Übernahme von Grattamacco in Bolgheri. Der Erwerb von Poggio di Sotto in Montalcino markiert vorläufig den letzten Schritt. Mit Sangiovese, klassischen Brunellos und modernen französischen Cuvées deckt die Gruppe ColleMassari heute fast das gesamte Weinspektrum der Toskana ab.

Das Wirken des Il Maestro del Sangiovese


Doch der Verkauf von Poggio di Sotto markierte nicht nur diesen Einschnitt. An der Seite von Piero Palmucci arbeitete seit 1989 der legendäre Giulio Gambelli als Önologe, auch Il Maestro del Sangiovese genannt. Er war maßgeblich für den Stil der Weine und deren herausragende Qualität verantwortlich. Dabei galt er als "Traditionalist". Biodynamische Bewirtschaftung, extreme Selektion, Ausbau in großen slawonischen Eichenfässern, Vergärung mit Naturhefen und lange Maischestandzeiten prägten seine Vorstellung von einem klassischen Brunello. Von dieser Arbeitsweise wich er auch nicht ab, als andere Produzenten gegen die DOC-Statuten französische Rebsorten in die Weine gaben und 2008 einen großen Weinskandal auslösten. Dass Poggio di Sotto hier nicht betroffen war trug wesentlich zu ihrem enormen Ruf bei. Giulio Gambelli verstarb nur 6 Monate nach dem Verkauf an ColleMassari, eine unglaubliche Herausforderung für den neuen Besitzer.

Claudio Tipa reagierte schnell und konsequent mit einer detaillierten Analyse der vielen unterschiedlichen Böden und einem ampleografischen Forschungsprojekt gemeinsam mit der Universität Florenz zur Identifikation des Genmaterials der Rebstöcke. Das Ergebnis lieferte tatsächlich 182 verschiedene Klone auf nicht einmal 20 ha Rebfläche, die die Basis der berühmten Weine bildeten. Diese Kartografierung dient auch dem Erhalt der wertvollen biologischen Grundlage für die Zukunft und resultierte in der Anlage eines Weinbergs für Experimente mit neuen Pflanzungen im Rahmen von massaler Selektion aus dem vorhandenen Klonmaterial.

Die Rebfläche liegt bei rund 20 ha aufgeteilt in 27 Parzellen von der Talhöhe in 150 m bis 350 m weit oberhalb des Weinguts. Alle Parzellen sind klassifiziert als Brunello di Montalcino und ergeben in reichen Jahren bis zu 70.000 Flaschen. Produziert werden ein Rosso di Montalcino, ein Brunello di Montalcino und in sehr guten Jahren auch ein Brunello Riserva. Welche Mengen für welche Weine Verwendung finden entscheiden ausschließlich Verkostungen des verantwortlichen Teams. Grundsätzlich kann man aber von einem Anteil von 40% für den Rosso (2 Jahre Fassausbau, 6 Monate Flaschenreife), 50-55% für den Brunello (4 Jahre Fassausbau, 12 Monate Flaschenreife) und 5-10% für den Riserva (5 Jahre Fassausbau, 12 Monate Flaschenreife) ausgehen.