Champagne Drappier

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Rue des Vignes
F-10200 Urville
Frankreich

Tel. + 33 (0)3 25 27 40 15
Fax + 33 (0)3 25 27 41 19

info@champagne-drappier.com
www.champagne-drappier.com



Michel Drappier begrüßt uns am Stammsitz des Champagnerhauses in Urville in fast akzentfreiem Deutsch. Die große Deutschfreundlichkeit im Hause Drappier hat seinen Ursprung in dem wohl berühmtesten Liebhaber der großen Champagner von Drappier: Charles de Gaulle, der aus Colombey-les-deux-Eglises in der Nähe von Urville stammt. Charles de Gaulle war es nämlich, der zusammen mit Konrad Adenauer nach dem Krieg die Aussöhnung der ehemaligen Feinde Frankreich und Deutschland vorantrieb. Und wenn es "Der General" richtig fand diesen Weg zu gehen, dann würde das Haus Drappier den gleichen Weg einschlagen. Eine große Geste wenn man bedenkt, welches Leid und Unglück die Kriege der letzten 100 Jahre mit Deutschland gerade über die Region der Champagne gebracht haben. In Erinnerung an den berühmten Freund des Hauses trägt die Spitzencuvée von Drappier den Namen von Charles de Gaulle. Diese Cuvée besteht aus rund 80% Pinot Noir und 20% Chardonnay und ist stets ein Jahrgangs-Champagner.


Michel Drappier führt das Champagnerhaus heute

Der hohe Pinot Noir Anteil ist ein wichtiges Merkmal der Champagner aus der Côte des Bar, einem heute weniger bekannten Teil der Champagne. Die Côte des Bar liegt rund 160 km süd-westlich von Épernay hinter Troyes im Departement Aube. Der Weinanbau hat auch hier eine lange Tradition, dominiert aber die Landschaft nicht so sehr wie rund um Épernay. Die Rebflächen bedecken die Bergflanken, während in der Ebene Weizen angebaut wird. Die Bergkuppen sind praktisch alle mit Wald bedeckt. Eine wunderschöne Landschaft, die von der Abwechslung lebt und die für Pinot Noir ideale Bedingungen bereit hält. Das ist schon deshalb erstaunlich, als das Chablis, eine klassische Chardonnay-Region, nicht weit entfernt ist. Auch für das Haus Drappier spielt der Pinot Noir die Hauptrolle.

Der Weinbau der Neuzeit begann wie in fast allen Teilen Europas durch die zahlreichen Klostergründungen. 1152 gründete der Heilige Bernhard, Gründer des Zisterzienserorderns, persönlich das Kloster von Clairvaux und ließ die heute noch verwendeten Keller in die Kreidefelsen treiben. Der von ihm aus dem Burgund mitgebrachte Morillon Noir ist ein Vorfahr des Pinot Noir und wurde schon damals von den Grafen der Champagne als Vin de Bar sehr geschätzt. 1808 gründete die das Familie Drappier ihr Champagnerhaus in direkter Nachbarschaft zum Kloster und kultiviert heute neben den klassischen Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier auch so exotische Rebsorten wie Petit Meslier, Blanc Vrai oder die sehr seltene Arbanne nach den Prinzipien des biologischen Anbaus. Ein weiteres Markenzeichen von Drappier ist auch die sehr geringe Schwefelung der Champagner, was den Champagnern eine besonders intensive goldgelbe Farbe verleiht. Die Kelleranlagen des von Napoleon säkularisierten Klosters wurden später von Drappier erworben und seit dem 2. Weltkrieg als Keller genutzt. Die besonders kühlen Keller erlauben einen sehr schonenden und langsamen Ausbau der Champagner, was zudem für eine sehr feine Perlage sorgt. Seit 1870 verfügt das Haus Drappier auch über eigene Kelleranlagen in Reims, der Hauptstadt des Champagners. Das Zentrum des Hauses aber ist bis heute das winzige Dorf Urville geblieben.


In den Gewölbekellern aus dem Mittelalter liegen heute vor allem die Großflaschen, für die das Haus Drappier berühmt ist.

Die Champagner des Hauses Drappier zeichnen sich durch einen betont weinigen, komplexen Charakter aus. Der hohe Pinot Anteil verleiht ihnen Kraft, Intensität und eine markante Fruchtkomponente. Natürlich wird auch hier über die Cuvée eine Kontinuität über die einzelnen Jahrgänge hinaus hergestellt, aber die Champagner sind geradlinig und in gewisser Weise ehrlich. Bei etwa 1,7 Mio. Flaschen pro Jahr liegt man zwar an der Spitze der Region, im Vergleich mit den großen Häusern in Reims und Épernay ist das aber eine eher bescheidene Menge. Die Basis des Hauses bildet die Carte d`Or genannte Cuvée mit einem leuchtend gelb/orangenen Etikett und einem Pinot Noir Anteil von 80%. Daneben gibt es die üblichen Varianten in Bezug auf die Dosage, reinsortige Champagner, einen Rosé und spezielle Premium Cuvées. Eine Spezialität ist auch ein völlig ungeschwefelter Champagner.

Die vielleicht berühmteste Cuvée des Hauses trägt auf einem schwarzen Etikett stolz den Namen "Charles de Gaulle" und ein auf die Flasche geprägtes Foto des großen Franzosen. Der Champagner "Charles de Gaulle" ist immer ein Jahrgangschampagner und besteht zu 80% aus Pinot Noir und 20% Chardonnay und ist unfiltriert. Die Cuvée Grande Sendrée ist ein Lagenchampagner, der ebenfalls immer ein Jahrgangschampagner ist. Der Name bezieht sich auf das frz. Wort "cendre", das Asche bedeutet und Bezug nimmt auf den großen Brand in Urville im Jahr 1838 bei dem diese Lage mit Asche bedeckt war. Die Grande Sendrée gibt es auch als Rosé Champagner.


Großflaschen bis zu 18 l sind eine Spezialität des Hauses. Alle Großflaschen werden von Hand gerüttelt.

Das Haus Champagne Drappier bewegt sich souverän zwischen den großen Marken und den Winzerchampagnern. An der Côte des Bar ist das Haus die erste Adresse in Bezug auf Qualität und Menge. Neben den Montagnes de Reims ist diese Region eine Hochburg des Pinot Noir. Zwar fehlen hier die Grand Cru Auszeichnungen, dafür macht sich die Nähe zum Burgund bemerkbar. Immerhin ist es nach Dijon näher als nach Reims. Die Drappier Produktpalette wird mit größter Aufmerksamkeit produziert, man liefert in fast 100 Länder der Erde und doch wirkt hier alles wie in einem richtigen Familienweingut. Michel Drappier repräsentiert das Haus auf sehr sympathische Weise und läßt keinen Zweifel aufkommen, dass hier die Familie alle wichtigen Entscheidungen selbst trifft. Die Champagner sind in aller Welt insbesondere bei den Sommeliers beliebt, sie sind kraftvoll, fruchtbetont und sehr weinig trocken ausgebaut. Genau so lieben es die Conaisseure.