Castello di Bolgheri

Via Lauretta 7
I-57020 Castagneto Carducci (LI)
Italien

Tel. +39 (0565­7) 62110
Fax +39 (0565­7) 62116

info@castellodibolgheri.eu
www.castellodibolgheri.eu



Das heutige Weingut Castello di Bolgheri ist die historische Keimzelle des Weinbaus in Bolgheri. Seit Jahrhunderten gehört der Besitz der gräflichen Familie der Gherardesca, die im Castello ihren Wohnsitz hat. Der Weinkeller wurde schon Mitte des 18. Jahrhunderts direkt hinter der Burg errichtet. 1895 entstand das heutige Wahrzeichen von Bolgheri, der Turm, durch den die einzige Zufahrtsstrasse führt. Dabei hatte noch die Gräfin Alessandra della Gherardesca kein Interesse am Weinbau und lieferte die Trauben lieber an die Verwandschaft mit ihren berühmten Weingütern Ornellaia und San Guido. Als die Gräfin 1986 verstarb, war der Weg aber für eine Neuanlage der Rebpflanzen und eine teilsweise eigene Vermarktung der Weine frei. Der Besitz gehört heute in direkter Linie der Gräfin Franca Spalletti Trivelli und dem Grafen Clemente Zileri Dal Verme. Unter seiner Leitung spielt der Weinbau eine immer wichtigere Rolle bei der Bewirtschaftung der 130 ha umfassenden Besitzungen, von denen aktuell rund 50 ha unter Reben stehen. Von Bedeutung ist auch die Bewirtschaftung der rund 6.000 Olivenbäume.

Umfangreiche Neupflanzungen erfolgten in den 1990er Jahren mit den in Bolgheri typischen Rebsorten Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Syrah and Petit Verdot. Bei der Bodenbeschaffenheit dominieren sandige/lehmige Böden, durchsetzt mit Steinen. Alle Weinberge liegen innerhalb der DOC Bolgheri. Die Weine sind von Cabernet Sauvignon dominiert (50-60%) und sehr fruchtbetont mit gut eingebundenen Tanninen. Die Vinifikation erfolgt erst seit 2005 im eigenen Keller, vorher hat man auf San Guido und auch auf Ornellaia vinifizieren lassen. 2002 und 2003 wurde aus Qualitätsgründen kein Castello di Bolgheri produziert, die noch jungen Reben waren mit den Wetterverhältnissen einfach überfordert. Die sehr guten Jahrgänge 2004-2009 konnten aber genutzt werden, wobei natürlich die Pflanzen jedes Jahr zulegen.

Funktionell aufwändig - da sehr beengt, aber sicher einer der schönsten Keller in Bolgheri.

Obwohl die Platzverhältnisse in dem historischen Gebäude äußerst beengt sind, sind die Fermentationsanlagen aus Edelstahl state-of-the-art. Auch die Raumhöhe ist begrenzt und so wird anstelle des Eintauchens des Traubenhutes umgepumpt. Die Vergärung erfolgt temperaturkontrolliert über ca. 25 Tage. Der Wein wird in Barrique-Fässern ausgebaut, wobei man hier noch experimentierfreudig ist und unterschiedliche Fässer einsetzt (Barrique, Pièce, 500 l). Auch im Faßlager ist es faszinierend zu sehen, wie kreativ man den Platzmangel verwaltet. Der Keller ist aber im Gegensatz zu den anderen Weingütern in der Region historisch und besitzt den heimeligen Charme eines Weinguts aus dem Burgund. Man bemerkt sofort, dass hier sehr sorgfältig gearbeitet wird.

Neben dem Olivenöl werden zwei Weinqualitäten hergestellt. Der heutige Zweitwein Varvára Bolgheri DOC ist fruchtbetont und existiert seit dem Jahrgang 2005. Der Ausbau erfolgt über 10 Monate in gebrauchten Barriques. Hauptwein ist jedoch der Castello di Bolgheri Superiore, der 24 Monate im Faß ausgebaut wird. Dieser dunkelviolett gefärbte, elegante und tiefgründige Wein - der erste Jahrgang war 2001 - belegt eindrucksvoll, warum man nicht nur die Trauben für den Sassicaia und Ornellaia liefern, sondern auch selbständig präsent sein möchte. Nicht nur das Potenzial der Böden und Weinberge ist groß, man hat auch ein schlagkräftiges Team zusammengestellt. Sohn Federico Zileri Dal Verme sowie Önologe Alessandro Dondi aus Südtirol kümmern sich um Weinberge und Keller. Stéphanie Heinz stammt aus einem Weingut aus St.-Éstephe, ist selbst Önologin und kümmert sich als Assistentin des Grafen um die Verwaltung und das Marketing des Weinguts und die angebotenen Ferienwohnungen. Ihr Engagement und ihre Begeisterung für den Weinbau sind jedoch nicht zu verbergen - eine bessere Botschafterin für das Castello di Bolgheri kann schwerlich gefunden werden.

Das Weingut ist Teil eines uralten Gebäudes mitten in der Ortschaft Bolgheri.

Wenn man das junge Alter der Weinstöcke mit in Betracht zieht, ist es schon erstaunlich, welche Qualität man hier produziert. Es ist deutlich zu spüren, dass Castello di Bolgheri sich vorgenommen hat, in die Spitzengruppe der Weingüter in Bolgheri aufzuschliessen. Das Potenzial ist zweifellos vorhanden, das Know How und Engagement auch. Warum also sollte es nicht gelingen? Eine Parker-Bewertung hat man aber noch nicht erhalten, obwohl die Weine regelmäßig eingereicht werden. Es wird sicher nicht lange dauern, bis der "wein-päpstliche" Segen erteilt wird ...