Weinmesse VÉRITABLE 14

12. Juli 2014



Hausherr im Aloisiushof Philipp Kiefer und Organisator Uwe Warnecke luden am 07. Juli zur vierten Auflage der VÉRITABLE ins pfälzische St. Martin. Der beschauliche Winzerort südlich von Neustadt an der Weinstraße mit seinen engen Gassen ist eigentlich so schon mit den rund 500 Fachbesuchern überfordert, die mit dem Auto anreisenden Gäste werden daher mit Pendelbussen zum Aloisiushof gebracht. In diesem Jahr kam aber noch eine Großbaustelle im Ort hinzu, manche Busfahrt erwies sich so als Geduldsspiel und zahlreiche Gäste gingen kurzerhand zu Fuß. Der Weg aber hat sich in jedem Fall sehr gelohnt.


Alle Räume des Aloisiushofs waren liebevoll dekoriert. Hier der Gewölbekeller, in dem vor allem große Rieslinge zu finden waren.

Uwe Warnecke war früher Sommelier im Deidesheimer Hof und ist seit 30 Jahren bestens in der Weinbranche vernetzt. Nur durch seine Kontakte zu den Winzern, dem Handel und der Gastronomie ist es möglich, so viele hochkarätige Aussteller nach St. Martin zu bewegen. Insgesamt waren es 71, fast alle Wein- oder Schaumweinproduzenten. Sie stellten bis zu sechs Weine vor, oft verschiedene Jahrgänge des gleichen Weins. Hier eine kleine Auswahl der "großen Namen": Egon Müller, F.X. Pichler, Giacomo Bologna, Robert Weil, Beringer, Knipser, Rebholz, von Winning, Bürklin-Wolf, Bellavista, Tenuta San Guido (Sassicaia), Fürst, J.J. Prüm, Haag, Grans-Fassian, van Volxem, Künstler, August Kesseler, Leitz, Dönnhoff, Meyer-Näkel, Heger, Dirk Niepoort, Trimbach, Drouhin, Champagne Duval-Leroy, Champagne Bollinger, Champagne Billecart-Salmon, Etter, Petra Suvereto, Nonino, Avignonesi, Montelena, Gaja.

Noch überraschender war die persönliche Teilnahme von zahlreichen renommierten Produzenten, die auch ein Fachpublikum nicht selten trifft. So konnten wir u.a. Dirk van der Niepoort, Anne Trimbach, Rudolf Fürst und Roman Niewodniczanski entdecken. Star der Veranstaltung war allerdings ohne Frage Angelo Gaja, der persönlich an seinem Stand anwesend war und mit den Gästen intensiv diskutierte. Angelo Gaja hatte bereits am Vortag in einer zweistündigen Präsentation in Neustadt a.d. Weinstrasse ein großes Publikum begeistert.


Markus Geigle von Alpinawein (links) und Angelo Gaja (Mitte) waren stundenlang belagert. Die Chance, mit dem 1998er und 2009er gleich zwei Jahrgänge des berühmten Gaja Barbaresco verkosten zu können wollte buchstäblich jeder nutzen.

Neben den vielen Winzerbetrieben, die sich selbst präsentierten, dominierten einige große Importeure / Händler die Veranstaltung. Neben Alpinawein waren das u.a. Schlumberger, Grand Cru Select und Segnitz, die alle mehrere ihrer Exklusivimporte vorstellten. Praktisch alle Aussteller präsentierten ihre breite Angebotspalette bis in die Spitzenweine hinein. So waren neben den beiden Barbaresci von Gaja auch zwei Jahrgänge Sassicaia zu verkosten, einschließlich des neuesten Superweins von 2011. Das Haus Trimbach präsentierte einen famosen 2009er Clos St. Hune, F.X. Pichler einen präzisen 2012er Riesling Smaragd. Giacomo Bologna glänzte mit seinem phänomenalen 2011er Bricco dell Uccellone und dem Ai Suma aus dem gleichen Jahrgang. Rudolf Fürst schenkte einen Spätburgunder Centgrafenberg aus 2012 und einen Hundsrück GG 2011 aus. Großartig war auch der Vittorio Moretti 2006 aus dem Hause Bellavista, der vermutlich beste Spumante an diesem Tag. Tollot Beaut aus dem Burgund präsentierte einen grandiosen 2011er Corton-Bressandes Grand Cru, eine Lage, die oft zu Unrecht im Schatten der berühmteren Grands Crus steht. Es war unmöglich, das gesamte Spektrum an Weinen durchzuprobieren, aber das Niveau der präsentierten Weine war durchgängig sehr hoch.


Die wenigen Sitzgelegenheiten vor dem Eingang in den Aloisiushof waren im Laufe des Nachmittags sehr begehrt.

Nicht nur das Ambiente der VÉRITABLE unterstrich den einmaligen Charakter der Veranstaltung, auch für eine sehr gute Verpflegung war über Partnerfirmen gesorgt. Neben dem Eingang gab es einige an diesem sehr sonnigen Nachmittag sehr begehrte Sitzplätze, für viele eine hoch willkommene Gelegenheit für eine Pause und einen Illy-Kaffee. Im Anschluss an die VÉRITABLE lud Partner Otto-Gourmet noch zu einem Steak mit Brot ein. Viele Winzer und Gäste nahmen hierzu noch Reste aus Ausschankflaschen mit an den Tisch, was die bereits prächtige Stimmung noch beflügelte.

Im vierten Jahr scheint sich die VÉRITABLE als Top-Weinmesse in Deutschland etabliert zu haben. Wie lange der schöne und sehr funktionale Aloisiushof die vielen Besucher noch wird aufnehmen können ist fraglich. Da beschränkt auf Fachbesucher mit persönlicher Anmeldung blieb der Teilnehmerkreis angesichts der vielen Aussteller noch im vertretbaren Rahmen. Die VÉRITABLE lebt von dem hochklassigen Angebot und dem persönlichen Erscheinen weltberühmter Winzer. Die Anwesenheit von Angelo Gaja zu überbieten wird allerdings schwierig. Nach dem "Aus" des Weltweinfestivals mangels Interesse dürfte die VÉRITABLE im weiten Umkreis die interessanteste Weinmesse sein - insbesondere als komplettem Gegenentwurf zur Massenveranstaltung ProWein.



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