ProWein 2013

27. März 2013



Primum Familiae Vini auf der ProWein

"Sie wollen ein Zimmer in Düsseldorf zur ProWein? Haha, das ist ein guter Witz!" Schon bevor wir den Telefonhörer auflegten war klar, dass die ProWein eine sehr große Messe ist. "Vielleicht versuchen Sie`s in Wuppertal, das könnte weit genug weg sein" lautete der gut gemeinte Rat. Dormagen hat dann aber genügt, ca 30 Auto-Minuten vom Messegelände entfernt. Dort war dann alles sehr gut organisiert, der Parkplatz nur rund 300 m vom Eingang Nord entfernt. Schon der Blick über den Parkplatz zeigte noch einmal, wie groß der Andrang auf die Messe war. Ein kurzer Check der geparkten Modelle zeigte aber auch, dass man sich um die Branche insgesamt noch keine echten Sorgen machen muss.

Bei schönstem Sonnenschein aber schneidender Kälte verschärft durch starkem Wind besuchten über 44.000 Fachbesucher an drei Tagen die größte Weinmesse der Welt. Und mit 30.- € Eintritt konnten sich die Fachbesucher Zutritt zu der unübersehbaren Anzahl von Weinen von über 4.700 Ausstellern aus 48 Ländern verschaffen.


Die ProWein 2013 war wieder sehr gut besucht und belegt das große und breite Interesse am Thema Wein.

Sieben große Hallen umfasste das erweiterte Angebot in diesem Jahr, Hunderte von Verkostungen und Teilveranstaltungen ergänzten die Weinpräsentationen. Die Schwerpunkte waren so vielfältig, dass der Ausdruck "Schwerpunkt" seine Bedeutung verliert. Die Besucher waren gut beraten, sich extrem zu beschränken und den Besuch gut zu planen. Die Halleneinteilung folgt dem Prinzip des Herstellerlandes. So waren die großen Weinnationen Europas auch am breitesten vertreten. Neben Deutschland waren das insbesondere Österreich, Frankreich, Italien und Spanien. Die einzelnen Weinregionen und Appellationen präsentierten sich zumeist auf gemeinsamen Messeständen, nicht selten waren hier Dutzende von Weinproduzenten vertreten. Es fällt auf, dass die ganz großen Namen die Messe nicht als Forum genutzt haben. Dies mag daran liegen, dass die Marken bereits stark genug sind und man auch nicht mit Verkostungswünschen überrannt werden möchte. Eine der Ausnahmen war die Vorstellung des neuen Ornellaia-Jahrgangs 2010, die Schlange der Interessenten mit leerem Glas in der Hand war erwartungsgemäß nicht unbeträchtlich.

Trotz der enormen Hallenfläche wurde es am Nachmittag richtig eng. Das war besonders zu spüren in der großen Halle, in der die deutschen Produzenten und Weinregionen vertreten waren. Darüber, ob das Gedränge zu zufrieden stellenden Geschäftsabschlüssen geführt hat, gingen die Meinungen von leichter Enttäuschung bis zur einem zufriedenen Lächeln auseinander. Die Grundstimmung aber war durchweg positiv. Viel Publikum war auch in der Halle 3 (Italien) und in den auf die Hallen 4, 5 und 7 verteilten Weinregionen Frankreichs zu beobachten. Spanien in einem Teil der Halle 4 hatte da mehr zu kämpfen, hier war es auch am Nachmittag nicht schwierig, rasch durch die Gänge zu navigieren. Das Angebot in der kleineren Halle 7a, Spirituosen, zog ein vornehmlich junges Publikum an.


Überall stand die Verkostung der Weine im Vordergrund. Im Stehen, mit Taschen bepackt und in der überhitzten und schlechten Luft in Mitten von Tausenden von Menschen eine echte Herausforderung.

Das Angebot erschlägt den Besucher, eine Fokussierung auf bestimmte Themen und Produzenten ist extem hilfreich. Schon im Vorfeld wurde über spezialisierte Agenturen intensiv versucht, das Interesse gezielt auf bestimmte Veranstaltungen zu lenken, bei einer so großen Massenveranstaltung ebenfalls notwendig. Nicht zu vergessen ist das ebenso vielfältige Rahmenprogramm auf der Messe oder parallel zur Messe. Z.B. präsentierte der Gambero Rosso schon im Vorfeld seine neueste Ausgabe des Weinführers Vini d`Italia und die von ihm prämierten 3-Gläser Weine.

Die Messe gab einen sehr guten Einblick in die Strukturen, die sich heute klar abzeichnen:
  • Die Weinindustrie ist eine echte Industrie geworden.
  • Die Weinindustrie ist heute komplett global aufgestellt - auf der Verbraucher- und auch der Produzentenseite.
  • Die Mitte verschwindet auch im Wein-Business zunehmend. Es gibt die großen und bekannten Marken der Tophersteller und die zahllosen Produzenten, die keine Markenpower aufbauen können. Diese starken Marken schöpfen den Großteil der Wertschöpfung der Branche ab und diktieren die Gesetze des Marktes.
  • Die großen Weinhandelsfirmen folgen diesem Trend und versuchen so viele starke Marken zu vertreiben wie es eben geht. Jeder wichtige Produzent, der seinen Vertrieb neu strukturiert wird massiv umworben. Die Masse der unbekannteren Produzenten flüchtet in lokale Organisationen, die ohne großes Engagement viele Weingüter vertreten und eher der Region verpflichtet sind.
  • Das Internet revolutioniert auch in der Weinbranche die Geschäftsmodelle, sowohl auf der Seite der Medien als auch bei den Handelsstrukturen. Die Produzenten ergreifen die Chance, gestalten den Wandel aktiv mit und festigen damit ihre Position.
  • Der große wirtschaftliche Erfolg der Weinbranche in den vergangenen Jahren hat zu einer unkontrollierten Ausweitung auf der Angebotsseite geführt, regional und quantitativ. Erfolgreich sind die Regionen, deren Qualität seit sehr langer Zeit anerkannt und deren Mengen regulativ streng begrenzt sind. Erfolg verspricht aber auch ein unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis. Das ist die Karte, die die Weinregionen der neuen Welt spielen. Alle anderen Ansätze werden in Kürze konsolidieren.

Mitte November 2013 wird die ProWein in Shanghai noch einmal wiederholt. In 2014 findet dann im April die Messe wieder in Düsseldorf statt.

Die Messe schließt um 18.00 Uhr ihre Pforten. Der Tipp, früh genug vorher die Messe zu verlassen war Gold wert. Nach einem langen und anstrengenden Tag ist es kein Spaß bei Minusgraden und starkem Wind fast eine Stunde am Taxistand warten zu müssen. Es sollen sogar Leute in die Stadt gelaufen sein, das dauerte nicht länger und wärmte zudem durch die Bewegung.

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Dieser grandiose Wein macht einfach sprachlos. Die massive Frucht explodiert förmlich im Mund, der Abgang ist schlicht endlos. Ein Kraftpaket mit unfassbarer Dichte, Intensität und großartiger Balance. Das dürfte wohl der bislang größte Tetre Roteboeuf sein, den François Mitjavile gekeltert hat. Ein Hagel im Frühjahr reduzierte den Ertrag auf ganze 14.000 Flaschen. Einige wenige Exemplare dieses großen Bordeaux können wir noch anbieten.

399,00 €

0,750 l (532,00 €/l)

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Dom Pérignon Rosé Œnotheque gibt es erst seit rund drei Jahren und bis heute wurden nur drei kommerzielle Jahrgänge vorgestellt: 1990, 1992 und 1993. Ältere Jahrgänge werden als einzelne Flaschen und nur auf Auktionen angeboten. Auch die über den handverlesenen Handel vertriebenen Flaschen der 1990er Jahre sind extrem rar - und teuer. Nach fast 20 Jahren auf der Hefe bieten diese Ausnahme-Champagner ganz neue Geschmackserlebnisse, die sich durch Intensität und Komplexität von allen anderen Produkten unterscheiden. Dabei unterstreichen sie die Philosophie des Hauses Dom Pérignon in perfekter Weise: Balance, Frische und Präsenz, gepaart mit Intensität, Fülle und Tiefe.

1.198,00 €

0,750 l (1.597,33 €/l)

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Unser Wein des Jahres 2012! Dieser Mouton ist völlig unbeeindruckt von dem ungünstigen Wetterverlauf und begeistert vom Einschenken ins Glas bis zum langen Abgang durch seine wunderbare Aromatik nach frischen Beeren, seine Kraft, Eleganz und Ausdauer am Gaumen. Leichtfüßig und in harmonischer Balance füllt er den Mund vollständig aus und zeigt auch im Abgang keine Müdigkeit. Ein ganz herrlicher Bordeaux und ein enormer Erfolg für Mouton Rothschild.

1.249,00 €

1,500 l (832,67 €/l)