Wein-Fälschungen

02. Juli 2012



Die Grands Crus Weine der Domaine Ponsot aus großen Jahrgängen sind kaum zu finden und wenn, dann nicht zu bezahlen. Ideal für Fälscher! Die Flaschen auf dem Bild sind garantiert echt, sie lagen in der Domaine selbst!

An der Geschichte von Rudy Kurniawan, auch oft "Dr. Conti" tituliert, kommt derzeit niemand vorbei. Der junge und extrovertierte Weinsammler mit sehr tiefen Taschen hat sich als einer der spektakulärsten Weinfälscher erwiesen und wurde vom FBI in den USA verhaftet. Die ganze Story ist so medienwirksam wie bedauerlich, wirft sie doch ein unangenehmes Licht auf eine Branche, die von der Verschwiegenheit lebt. Sammler sehr teurer Weine fühlen sich in der Regel im Flutlicht der Öffentlichkeit ausgesprochen unwohl. Da nimmt man einen erklecklichen Anteil von falschen Flaschen ("fake bottles") zähneknirschend in Kauf.

Nur einem Herrn war das ganz und gar nicht egal: Laurent Ponsot, Starwinzer aus Morey-Saint-Denis und eines der Opfer der Fälschungen. Er wurde aufmerksam auf eine Versteigerung von zahlreichen Flaschen seiner Domaine durch Acker Merrall & Condit in den USA. Einige der Flaschen wurden von seiner Familie überhaupt nicht produziert, was den Beweis der Fälschung einfach machte. Ponsot flog in die USA und forderte vor Ort die Rücknahme der Flaschen - was zwar geschah, aber eine Kettenreaktion auslöste, deren juristische Aufarbeitung noch gar nicht richtig begonnen hat. Laurent Ponsot hat keine Mühen gescheut, den Fälscher in Zusammenarbeit mit dem FBI zu überführen. Schließlich kam es in diesem Frühjahr zur Verhaftung von Rudy Kurniawan, eine Freilassung gegen Kaution wurde abgelehnt. Im Haus des Fälschers wurden große Mengen an Etiketten, Korken, Kapseln usw. gefunden. Im Internet finden sich mehrere Zeitungsartikel mit den ausführlichen Details der Geschichte zum Download.

Rudy Kurniawan hat insbesondere dem Burgund einen Bärendienst erwiesen. Seine Vorliebe für Romanée-Conti aus den Jahren 1945 und 1947 war berühmt. Und er hatte immer Nachschub, obwohl der 1945er damals nur noch rund 600 Flaschen Ertrag hatte. Das brachte ihm den Beinamen "Dr. Conti" ein. DRC Weine aus den 1940ern sind derart diskreditiert, dass echte Sammler keine einzige Flasche mehr kaufen werden. Die von ihm über Auktionen verkauften Flaschen hatten einen Wert im zweistelligen Mio.-Bereich, Rudy Kurniawan war eine so ergiebige Quelle für die Auktionatoren, dass er alleine wesentlichen Anteil an den enormen Preissteigerungen der vergangenen Jahre hat. Die Auktionsszene steht nun vor einem enormen Imageproblem.

Ist es nun ein Zufall, dass ein weiterer medienwirksamer Fall in den Fokus der Öffentlichkeit kommt? Dieser Tage erscheint im seriösen Tre Torri Verlag, Wiesbaden, die deutsche Übersetzung des Buches von Benjamin Wallace "Im Wein liegt die Wahrheit". Spannender ist der Originaltitel "The Billionaire`s Vinegar", Vinegar bedeutet Essig! Das Buch erzählt die Geschichte der berühmten Jefferson Flaschen aus dem Jahr 1787, die angeblich für den Besitz von Thomas Jefferson vorgesehen waren, aber in den Wirren der frz. Revolution nicht mehr ausgeliefert wurden. Der amerikanische Milliardär Bill Koch zahlte auf einer Auktion in den USA für vier Flaschen über eine halbe Mio. Dollar. Die Flaschen stammen von dem deutschen Weinsammler und Weinhändler Hardy Rodenstock, für viele Zeitgenossen der größer deutsche Weinfälscher überhaupt. Das Buch soll wohl in Hollywood verfilmt werden, ist ja ein toller Stoff!

Besonders bitter an diesen beiden Geschichten ist, dass höchst renommierte Weinexperten mit hinein gezogen wurden. Micheal Broadbent z.B. von Rodenstock, Allen Meadows von Rudy Kurniawan. Broadbent hat schon einmal die Veröffentlichung des Buches in England verhindert. Die Seriosität der Weinbranche steht durchaus auf dem Spiel. Glaubt man immer wieder kolportierten Schätzungen, sind die Fälschungen eines der größten Probleme der berühmten Domänen und Châteaus. Ein paar Beispiele:
  • in China existieren angeblich 2 Mio. Flaschen Lafite Rothschild, obwohl der Premier Cru jährlich nur rund 50.000 Flaschen nach China exportiert.
  • angeblich sind 80% aller Burgunder-Weine, die älter als 1980 sind und auf Auktionen angeboten werden, gefälscht
  • pro Monat werden in Las Vegas mehr Flaschen Pétrus 1982 getrunken als in diesem Ausnahmejahr produziert wurden
Sicher, das sind Behauptungen, die niemand überprüfen kann, aber so ganz falsch wird es nicht sein. Ziel der Fälscher sind die großen Namen wie z.B. Pétrus, Lafite, Mouton, Latour, DRC, Comte de Vogüé, G. Roumier, Ponsot oder A. Rousseau. Bevorzugt werden die großen Jahrgänge, je älter, desto besser, da kaum jemand solche Weine je getrunken hat und die Gewinnspannen enorm sind. Oft sind selbst Experten ob der sehr guten Fälschungen mit der Identifizierung überfordert. Rudy Kurniawan hat offensichtlich Originalflaschen in Restaurants getrunken und die leeren Flaschen mitgenommen. Gefüllt wurde mit minderwertigem Burgunderwein aus ähnlichen Jahrgängen. DRC gibt nach Verkostungen niemals leere Flaschen, Korken oder Kapseln mit und fordert seine Kunden auf, bei selbst gekauften Flaschen nach dem Genuss alles zu zerstören. Da blutet jedem Weinfreund natürlich das Herz, insbesondere, wenn man den Wein teuer bezahlt hat. Die Domaine Comte de Vogüé verzichtet auf den Rückkauf alter Weine, die selbst in der Domaine nicht mehr existieren mit Hinweis auf Fälschungen - egal, wie angeblich seriös die Quelle ist.

Für normale Konsumenten ist das Problem sicherlich sekundär. Betroffen sind in der Regel nur Flaschen, deren Preis über 1.000 Euro liegt. Bei diesen Flaschen fehlt den arglosen Käufern einfach die Erfahrung und Beurteilungskraft. Oftmals ist der Wunsch zum Besitz der Trophy-Wines so stark, dass alle Vorsicht fallen gelassen wird. Das Publikum in der Auktion, in der Laurent Ponsot den Verkauf der Fakes verhinderte, war jedenfalls sauer und nicht etwa froh. Man wollte die Flaschen trotzdem unbedingt ersteigern!!

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2006 und 2007 waren zwei aufeinander folgende Top-Jahrgänge. Die Parzelle Pajana in der Grand Cru Lage Ginestra liegt etwas tiefer als die Parzelle des Ciabot Mentin. Welcher Pajana nun das größere Potenzial hat wird erst die Zeit zeigen. Während der 2006er von großer Statur ist, gefällt der fruchtbetontere, rundere 2007 zunächst einen Tick besser. Clerico`s Lagenbaroli gehören in jedem Fall zum Besten, was diese Top-Region hervorbringt und der 2007er verkörpert die Quintessenz des Meisters Domenico Clerico.

109,00 €

0,750 l (145,33 €/l)

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Ein dichter, nach frischen roten Kirschen duftender Pinot Noir von fester Struktur. Er bringt viel Intensität und Konzentration ins Glas, bleibt dabei aber ein herrlich leichter und duftiger Wein von intensiver Aromatik. Der lange Abgang zeigt leicht salzige Noten, gepaart mit verführerischen süßen Fruchtaromen. Die Tannine sind seidig weich und perfekt eingebunden. Ein großartiger, feiner Burgunder aus einer der Paradelagen von Chambolle-Musigny!

89,00 €

0,750 l (118,67 €/l)

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Mit vielen Vorschusslorbeeren wurde der Jahrgang 2011 überschüttet - und der Sassicaia hat diese Erwartungen noch übertroffen. Nach dem extrem fruchtbetonten 2009er, dem feinen und unglaublich eleganten 2010er nun der dritte Spitzenjahrgang in Folge. Der 2011er vermittelt schon heute ein fast unwirkliches Mundgefühl, da ist nur Samt und Seide in Vollendung. Wie ist es möglich, einen solchen Cabernet Sauvignon herzustellen? Da gibt es keine Ecken und Kanten, alles löst sich in Harmonie auf. Das feine Aroma und die betörende Frucht breiten sich Schicht um Schicht bis zu einem langen Finale aus. Ein in jeder Hinsicht faszinierender Wein und einer der historisch besten Jahrgänge dieser Ikone Italiens.

299,00 €

0,750 l (398,67 €/l)