Bordeaux 2011 Primeur

15. Mai 2012



zu teuer und zu schwach




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01. Juni 2013


Noch immer sind nicht alle Preise veröffentlicht, aber die Kampagne kann weitgehend als abgeschlossen betrachtet werden. Und eines ist jetzt Gewißheit: die Primeurkampagne 2011 ist völlig mißlungen, bis auf wenige Weine (wie z.B. Pontet Canet) gibt es einen weitgehenden Käuferstreik. Wieder einmal hat es Parker vorhergesehen, in seinen Worten: "the wines will bomb". Und genau das ist passiert. Trotz Preissenkungen gegenüber 2010 von bis zu 50% treffen die mäßigen Weine auf einen Markt, der so gut wie nichts aufnimmt. Denn mit diesen Preisen liegt man immer noch deutlich über 2008, der Jahrgang, mit dem die Qualität am ehesten vergleichbar ist. Britische Händler (u.a. Farr Vinters) berichten von einem Umsatzvolumen, dass auf weniger als ein Viertel zurückgegangen ist, gegenüber 2009 ist es kaum noch mehr als ein Zehntel! Von einzelnen Châteaus wurde keine einzige Kiste verkauft. Ähnliches ist 1997 auch passiert, ein Jahrgang, der wegen der miserablen Kampagne in die Analen einging.

Kurz zusammengefasst: zum Trinken viel zu teuer, zum investieren viel zu schwach. Eine Subskription lohnt einfach nicht, auf dem Sekundärmarkt und bei den Händlern werden in einigen Jahren noch viele 2011er auftauchen, zu Preisen, die sicher nicht höher als in der Subskription sind. Ist also das System am Ende, nachdem zwei prominente Châteaus wie Latour und Pétrus ja schon ausgeschieden sind? Am Ende vielleicht nicht, aber einen Schlag hat es bekommen...

- Latour 440.- € ex Negoc.
- Cheval Blanc 440.- € (-48,2%)
- Bellevue Mondotte 108.- € (-52 %)
- Pavie 114.- € (-49,3%)
- Pavie Decesse 84.- € (-32,8$)
- Canon 62,50 € (-30,6%)
- Figeac 71.- € (-57,7%)
- Branaire Ducru 31,20 € (-35%)
- La Conseillante 72.- € (-52%)
- Mouton Rothschild 360.- € (-40%)
- Mondotte 106.- € (-55%)
- Leoville Poyferre 51,60 € (-39,1%)
- Pichon Lalande 72.- € (-47,8%)
- Pichon Baron 72.- € (-45,5%)
- Leoville Barton 45.- € (-47,5%)


15. Mai 2011


Jedes Jahr das gleiche, völlig sinnnlose Theater. Die Châteaus brauchen Woche um Woche, um eine einzige, simple Information herauszugeben: den Preis ihres Weines. Doch das will einfach nicht gelingen. Nicht gelingen will auch der Absatz der Weine, die dann doch - total überteuert - angeboten werden. Die Preisreduzierungen bewegen sich so bei -30% gegen 2010, liegen damit aber noch weit über 2008 und teilweise sogar noch über 2005. Der Verbraucher schüttelt nur noch den Kopf, sind doch die Läger noch voll mit 2008 und den Vorjahren, teilweise ist wohl auch 2010 noch sehr einfach erhältlich. Und die Chinesen sind inzwischen auch schlau genug, um zu wissen was sie kaufen wollen.

Die Premiers liegen bei etwa 360 € ex negociant, also bei rund 460 € in der Subskription. 2008 lag der Preis bei 130 € ex neg., also bei fast einem Drittel! 2005 lag der Preis ebenfalls um die 400 €. Was würden Sie kaufen? 2005 oder 2011? Neben Latour ist Pétrus bereits aus dem Primeursystem ausgeschieden. Die starken Marken gehen eigene Wege und werden das schaffen, die anderen ernten einen Scherbenhaufen. Die Gier hat die Angst aufgefressen.

Hier noch einige aktuelle Preise:
- Haut Brion 360.- € ex Negoc. (-40% vs. 2010)
- Margaux 360.- € (-45 %)
- Lafite 420.- € (-30%)
- Palmer 160.- € (-25%)
- Lynch Bages 69.- € (-31%)
- Pontet Canet 66.- € (-34%)
- Angélus 138.- € (-39%)
- Calon Ségur 39,60 € (-31%)
- Giscours 29.- € (-33%)


27. April 2011


Parker veröffentlicht endlich seine Bewertungen zum Jahrgang 2011 und zufällig ist es die 200. Ausgabe des Wine Advocate. Star des Jahrgangs ist Ausone mit 96-100 Punkten, der Grund des Erfolges liegt in dem hohen Cabernet Franc Anteil, die Rebsorte, die am besten mit dem Wetter des Jahres 2011 fertig wurde. Es folgen 4 Weine aus Sauternes mit Yquem an der Spitze (96-98). Mit nur noch 94-96 Punkten geht es weiter: Margaux, Cheval Blanc (Cabernet Franc!), VCC und Le Pin haben sich von den Top-Châteaus noch am besten geschlagen. Die besten Weine vom linken Ufer sind neben Margaux Mouton Rothschild mit 93-96 und Léoville Las Cases mit 93-95+ Punkten. Insgesamt 10 Weine haben die 93-95 bekommen, darunter wieder Sauternes-Weine. Nur Latour, Pontet-Canet und Ducru Beaucaillou haben es hier vom linken Ufer geschafft. Sehr beachtlich: Comtesse de Lalande mit 92-94 ganz oben dabei und vor manchem Premier. Schwaches Jahr - starker Mouton, starke Lalande - wieder einmal ...

Mehr als erstaunlich: Lafite, Pichon Baron, Lynch Bages und sogar Pétrus (obwohl aus dem erfolgreichen Pomerol) bekommen nur 90-93 Punkte und liegen weit abgeschlagen, Cos mit 90-92 Punkten. Auch das letzt so erfolgreiche Montrose liegt nur bei 91-93 Punkten.

Parker liegt damit nicht weit, aber doch merklich unter anderen Bewertern. Und damit werden die Châteaus bei der Preisfeststetzung ein Problem haben: wie möchte man mehrere hundert Euro pro Flasche rechtfertigen, wenn der Score richtig unter 95 Punkten liegt? Lafite mit 90-93 Punkten für gefühlte 1.000 Euro. Das macht keinen Sinn mehr. Für ein Zehntel gibt es bessere Weine und der Prestigefaktor verblasst auch. Das Bordelais ist mit dem Jahrgang 2011 wieder in der Realität gelandet.

18. April 2011


- Cos d`Estournel 108.- € ex Negoc. (-45% vs. 2010)
- Gazin 42.- € (-12 %)


16. April 2011


Der 2. Paukenschlag. Lafite kommt, entgegen aller Tradition, quasi als erstes Château mit seinem Preis heraus: 350.- € pro Flasche ex Château, -25% gegenüber 2010 und ohne Kopplung an Rieussec. Bislang ist aber noch unklar, wie hoch die Zuteilung zu dieser Tranche ist. Dies spricht für eine sehr schnelle Kampagne. Auf Parker wartet nun niemand mehr.

14. April 2011


James Suckling meldet auf seiner Homepage, dass Château Latour ab dem Jahrgang 2012 nicht mehr über das Primeur-System zu subskribieren sein wird. Vielmehr wird das Haus künftig die Weine erst zum Verkauf geben, wenn sie trinkreif sind. Angeblich verlange der Markt nach trinkreifen Weinen, sei die Zahl der Kunden, die Weine en primeur kaufen und über Jahrzehnte im eigenen Keller vor dem Genuss lagern stark zurückgegangen. Irgendwie war der Schritt erwartet worden, weitere Premiers die es sich leisten können, werden folgen. Damit vermeidet man auch die beträchtlichen Margen des Handels, ein Effekt, der die Kosten der Direktvermarktung kompensiert. Die Kapitalbindung durch das längere Halten der Weine ist auch begrenzt, da für die Châteaus zunächst nur die Herstellkosten anfallen - und die sind dann doch etwas niedriger als der Releasepreis...

Es könnte sein, dass damit in vielleicht fünf Jahren das gesamte Primeur-System, das ja immer wieder massiv kritisiert wird, kippt. Denn ohne die Marge der Topweine macht es wenig Sinn, dass teure System aufrecht zu erhalten. Schon bislang haben die Spitzenproduzenten, insbesondere auch Latour, nur noch kleinste Mengen in das Primeur-System gegeben. Was die Spekulanten können, das können die Produzenten schon lange! Latour erweitert gerade seine Lagerkapazitäten.

12. April 2011


Die ersten Veröffentlichungen zeigen, dass der Jahrgang 2011 eher positiv überrascht als negativ. Das könnte man auch so interpretieren, dass man allgemein sehr wenig erwartet hat. Kein großer, aber ein guter, klassischer Bordeaux-Jahrgang. Die besten Weine werden sicherlich Bewertungen zwischen 95 und 98 Punkten bekommen. Es zeichnet sich ab, dass Bewertungen und Klassifikations-Hierarchie weitgehend synchron laufen werden. Mouton Rothschild ist ein sehr guter Wein gelungen, Léoville Las Cases auch. Pichon Lalande liegt in der Tendenz über Pichon Baron und ist ebenfalls mit hohen Bewertungen versehen, Pontet Canet hält sich mühelos in der Qualitätsspitze. Latour und Margaux sind mit Mouton wohl die Top-Premiers. Lafite wird erstaunlicherweise maximal in der zweiten Reihe gesehen, vielleicht bislang die größte Überraschung.

Zu den Preisen gibt es wenig Neues, sicher ist, dass sie fallen werden. Es gibt Anzeichen, dass man in diesem Jahr eine schnelle Kampagne möchte, das lange Zögern in 2011 hat dem Handel eher geschadet. Hart in der Kritik steht auch das System der Tranchenzuteilung, d.h. die Praxis der Weingüter, zuerst mit einem Testpreis und kleinsten Mengen herauszukommen. Anschließend kommt das Volumen mit höheren Preisen. Auch hier deutet sich ein Wandel an, da dieses Vorgehen für den 11er Jahrgang nicht funktionieren wird. Es könnte sein, dass 2011 ein Schnäppchen-Jahrgang wird...

5. April 2011


In der Woche vor Ostern findet diesmal die Primeur-Woche für den Jahrgang 2011 statt. Obwohl wieder rund 5.000 Journalisten, Weinhändler und Interessierte erwartet werden, ist es diesmal ungewöhnlich ruhig um die Veranstaltung herum. Allen Beteiligten wie Produzenten, Journalisten, Verkoster und Handel ist diesmal klar, dass 2011 kein großer Jahrgang sein kann. Ein Vergleich gar mit den Legenden 2009 oder 2010 ist völlig unangebracht. Dennoch: ein wirklich schlechter Jahrgang ist es auch nicht, das zeigen die ersten Kommentare. Als Bezugspunkte werden eher 2001 und 2008 zitiert. Das rechte Ufer und dort die Cabernet Franc dominierten Weine sind wohl auch sehr gut gelungen. Man muß also mit Bedacht selektieren. Ein Jahrgang, der sicher im Keller gemacht wurde, ein Jahrgang, in dem die Natur den Kellermeistern die Arbeit nicht abgenommen hatte. Früh trinkbar heisst das auf "Bordeaux-Deutsch".

Was sind im ersten Überblick die Weine des Jahres 2011? Als stärkster Kandidat empfiehlt sich wieder einmal Vieux Château Certan (VCC), das schon 2010 einen legendären Wein machte. In der Nachbarschaft folgen dann Le Pin, Lafleur, Pétrus und vor allem auch wieder L`Eglise Clinet. In St-Emilion bleibt die Rangfolge intakt: Ausone und Cheval Blanc mit ausgezeichneten Weinen (beide um 60% Cabernet Franc!). Auch im Médoc scheinen die bekannten Namen ihr Terroir wieder ausgespielt zu haben. Die Punkte-Skala dürfte im Jahrgang 2011 in der Spitze bis 95/96 im Médoc und bis 97/98 auf dem rechten Ufer reichen. Mehr wird bei den Rotweinen diesmal nicht drin sein.

Eines ist jedoch auch bereits klar: 2011 ist ein Jahrgang hervorragender Weißweine, einschließlich Sauternes! Auch hier der Vergleich mit 2001, einem der besten der letzten Dekade.

Und bereits zu Beginn wird die Frage gestellt: was wird der Jahrgang kosten? Wie hoch wird der Abschlag zu 2010 sein. Reicht der Abschlag, um diesen Jahrgang attraktiv zu machen? Warten wir erst einmal die Bewertung durch Parker ab, der auf Twitter bereits durchblicken lies, dass ihn der Jahrgang 2011 nicht interessiere...


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