Das Ende der Weinbücher scheint nahe


Lieben Sie auch Bücher? Dann lieben Sie sicher auch Buchhandlungen, richtig große Buchhandlungen! Die, mit den gemütlichen Leseecken. Ich könnte Stunden und Tage darin verbringen. Besonders in Amerika, als es Borders noch gab mit ihren Starbucks Bistros. Ja, bei Barnes & Noble gibt es auch Starbucks, gibt`s ja überall.

in Deutschland sterben die Buchhandlungen auch, aber noch nicht so schnell. Ach ja, der Weltbild-Verlag hat gerade Insolvenz angemeldet, wieder ein Print-Verlag. Aber Buchhandlungen gibt es noch und auch schöne große mit einer tollen Auswahl an Büchern die da liegen, die man durchblättern und auch kaufen kann. Also ab in die Filiale eines großen deutschen Buchhändlers und gleich mal in die seit Jahren gewohnte Ecke zu den Weinbüchern. Naja, schon in den vergangenen Jahren wurde diese Ecke öfters verlegt, immer weiter nach hinten. Aber zu finden war sie noch.

Aber - das gibt`s doch gar nicht - wo sind die Weinbücher denn jetzt? Weg! In dem Regal, in dem sie lange standen findet man jetzt "Wellness und Entspannung" unter dem Thema "Besser Leben". Drei ganze Regale mit fünf Regalebenen Wellness und Entspannung, gleich hinter dem Regal mit den Sex- und anderen Ratgebern zu allerlei Lebenslagen. Ein Tisch mit Erziehungsbüchern, heute, wo es kaum noch Kinder gibt. Wozu? Wozu Kinder, man hat doch Wellness und Entspannung? Vielleicht gibt es zu wenige Sex-Ratgeber, dann gäbe es auch wieder mehr Kinder, was der Abteilung mit den Erziehungs-Ratgebern mehr Platz bringen würde. Eine Abteilung "Körper, Seele, Geist" und darin ein ganzes Regal "Yoga". Ja, der moderne Mensch. Aber wo sind die schönen Weinbücher hingekommen?

Die müssen beim "Kochen" liegen! Eine RIESIGE Abteilung zum Thema "Kochen und Geniessen". Gekocht wird heute auf allen Kanälen, online, offline und im Fernsehen, ist Megatrend. Das ist wunderbar, denn so gut und gesund wie heute hat noch keine Generation vor uns gegessen. Das Thema "Getränke" ist da wesentlich schmaler aufgelegt. Nach einigem Suchen und Staunen endlich: die Weinbücher. Von den fünf Regalebenen, die es hier gibt, haben die Weinbücher nicht einmal eine Ebene belegt! Das gibt`s doch nicht! Über dem Regal steht in dicken Lettern "Kochen & Geniessen". Da war ich doch schon zweimal.

Vorrätig sind ein paar Weinführer, Vini d`Italia, Eichelmann und natürlich Hugh Johnson. Dazu der Bigseller Weinatlas und ein paar Bildbände. Kurz und gut: das Angebot kann man weitgehend vergessen, ein paar traurige Bücher zu dem schönen Thema Wein. Ich bin sicher: das nächste Mal sind die Weinbücher ganz verschwunden.


Und dann fanden wir doch noch einen Titel, der zeigt, wie "Besser Leben" richtig geht: mit einem Glas Wein

Woran kann das liegen? Auch die Weinwelt war noch nie so vielfältig, so spannend und die Weine noch nie so qualitativ hochwertig. Während im Weinbusiness gutes Geld verdient wird, erscheinen immer weniger Buchtitel und wenn, dann nur auflagenstarke Weinführer, die alljährlich tausende von Weinbewertungen auflisten. Gute Weinbücher erscheinen, wenn überhaupt noch, allerhöchstens in englischer Sprache. Wie jüngst das Buch "Pomerol" von Neil Martin, ein Klassiker heute schon. Antonio Galloni hat ein umfassendes Werk über das Piemont angekündigt. Neil Martin vertreibt das Buch selbst, das "Pomerolbook" muss man in England bestellen, in deutschen Buchhandlungen wird es nicht auftauchen.

Tja, und dann sind da noch die Onlinemedien... auf weinrouten finden Sie eine virtuelle Bibliothek von fast 100 Weinbüchern mit ausführlichen Rezensionen und Bewertungen. Kaufen kann man diese Bücher dann über einen Onlinehändler. Und dann kann man ein paar Tage später doch noch anfangen zu blättern und zu lesen. Die echten Buchhandlungen werde ich dennoch vermissen.


Heitz Cellar
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Der Jahrgang 2007 wird im Napa Valley in die Geschichte eingehen als einer der besten der jungen Geschichte dieser Weinregion. Auch der berühmte Martha's Vineyard von Heitz Cellar ist ein Wein, der Legendenpotenzial hat. Dicht, konzentriert und doch mit großer Balance zeigt er alles, was ein ganz großer kalifornischer Cabernet zu bieten hat. Der Jahrgang ist so großartig, dass die Familie Heitz den 2007er mit einem Sonderetikett auszeichnet, seit 1966 ist das erst der 4. Jahrgang, dem dieses Privileg zuteil wurde.

329,00 €

0,750 l (438,67 €/l)


Champagne Pol Roger
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Der Hype um diesen Jahrgang war so groß, dass niemand gefragt hat, wie diese Prestige-Cuvée aus dem Hause Pol Roger gelungen sei, man wollte nur wissen, wann man die Flaschen endlich kaufen kann: seit Juli 2014 ist es soweit! Das sich in britischem Understatement übende Champagnerhaus konstatiert lediglich, dass es sich um einen großen Jahrgang handelt. Und das ist wirklich eine glatte Untertreibung, denn schlicht perfekte, warme Wetterbedingungen wie in 2002 ohne Extreme sieht man in der Champagne sehr selten. Wer diesen Champagner verpasst, muss zumindest noch sechs Jahre auf den 2008er warten, um eine ähnliche Qualität zu bekommen.

299,00 €

0,750 l (398,67 €/l)


Château Lynch Bages
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Insbesondere in großen Jahren ist auf Château Lynch Bages Verlass, so auch in 2010. Nach dem legendären Double 1989 / 1990 folgt mit 2009 / 2010 die Wiederholung. Der LB 2010 ist ein Wein von großer Eleganz und Finesse unterlegt von feiner, reifer Frucht. Auch nach 10 Jahren bleibt er noch verschlossen und braucht mehrere Stunden, um seine Klasse zu zeigen. Lynch Bages ist mit diesem Wein in einer anderen Liga, alles schwebt in beeindruckender Balance. Das ist zwar nicht typisch Pauillac, dafür aber ein ganz großer Lynch Bages Jahrgang, der in keiner Sammlung fehlen darf. Mit seiner rassigen Säure wird er ewig leben, wenn man es schafft, zu warten.

209,00 €

0,750 l (278,67 €/l)