Wein verträgt keine Hitze - auch nicht im Restaurant


Die Toskana und hier speziell das Chianti Classico im Sommer zu bereisen ist ein großes Vergnügen. Nicht nur die Natur begeistert hier, auch die Infrastruktur bietet selbst anspruchsvollen Touristen jede Annehmlichkeit. Die Region verfügt über ein großes Angebot an sehr gut sortierten Vinotheken und exzellenten Restaurants. Selbst größte Schätze und echte Sammlerweine sind in den Regalen und Auslagen zu finden und die Preise nicht einmal unattraktiv - ganz anders als in Frankreich.

Dass es im Sommer in der Toskana aber auch sehr heiß ist, dürfte sich herum gesprochen haben. Dennoch sind Klimaanlagen sehr rar. So brüten dann Solaia, Sassicaia, Masseto & Co tage- oder wochenlang vor sich hin, denn Tagestemperaturen im August bis 38° C sind keine Seltenheit. In den Geschäften hat es dann vielleicht nur 36° C? Gut für den Wein am Stock, schlecht für den in der Flasche.

Ganz ärgerlich wird es, wenn man im Restaurant eine gute Flasche aussucht. Selbst sitzt man abends im Freien, hier kann man es gut aushalten - auch nach einem heißen Tag. Der im Innenraum im Regal stehende Wein hat es da nicht so gut. Er kocht weiter vor sich hin, bis ihn jemand holt und an den Tisch bringt. Die Probe des ersten Schlucks wird zwar noch gekonnt zelebriert, aber spätestens dann bemerkt man die Misere: der Wein ist nicht nur warm, er koch förmlich. So passiert kürzlich im Restaurant der Hotel- und Apartmentanlage des Hauses Antinori. Der betroffene Tignanello wurde sofort reklamiert und der Chef des Servicepersonals zeigte sich ohne Diskussion verständnisvoll. Er holte persönlich eine neue, diesmal gekühlte, Flasche und gestattete sogar den glasweisen Verzehr. Der Wein war so vorzüglich, dass ein Rest in der Flasche nicht zu retten war.

Kurz darauf in dem Top-Restaurant "Scuderia" in Badia a Passignano. Der Versuch, hier einige Flaschen des sehr günstig angebotenen Solaia 2007 mitzunehmen scheiterte erneut an der Hitzediskussion. Die Flaschen (eine originale 6er OHK) war im Restaurantbereich gelagert - und es war brütend heiß, auch im Restaurant. Kein Problem - innen isst im Sommer in Italien sowieso niemand. Sich an eine 3er OHK Masseto heran zu wagen war völlig sinnlos. Auch hier reagierte das sehr professionelle Personal mit großem Verständnis. Man habe ein klimatisiertes Lager, aber da seien die gesuchten Weine eben leider nicht drin. Von den Top-Weinen stünden immer nur wenige Flaschen im Regal und würden ständig ausgetauscht, wenn getrunken. Und ja - für die hier präsentierten Spitzenweine sei diese Lagerung schon schade. Das Angebot, die OHK aufzumachen und die Temperatur der Flaschen im Inneren zu prüfen, lehnten wir ab. Das wäre echt schade gewesen!

Aber eigentlich müsste man froh sein, dass es so gekommen ist, denn die Heimfahrt erfolgte zwar im klimatisierten Auto, bei 38° C aber darf man dann auch keine Pause machen, sonst hat das Auto binnen Minuten innen 60° C. Vielleicht fahren wir im Winter nochmal hin, wenn der neue Jahrgang frisch abgefüllt ist ...


Paolo Scavino
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Kein großer Barolo-Jahrgang aber ein großer Bric dël Fiasc! Tiefrot, fast schwarz im Glas mit feiner Fruchtnase zeigt dieser Barolo am Gaumen, wie viel Kraft, Frucht und Finesse in ihm steckt. Ein erstklassiger Barolo mit Dichte, roten Beeren, Rauch, Tabak und den obligatorischen floralen Noten. Unglaubliche Finesse und super-samtige Tannine runden diesen eindrucksvollen und höchst delikaten Wein ab.

104,00 €

0,750 l (138,67 €/l)


Tenuta San Guido
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Wir haben uns in diesen wunderbaren Wein schon bei der ersten Fassprobe im Sommer 2014 verliebt. Und jedes Jahr legte er weiter zu. Er verströmt eine betörende Aromatik vor allem nach Schokolade, bezaubert mit feinster, süßer Frucht und begeistert mit einem seidenweichen, eindrucksvollen Abgang. Ein Meisterwerk aus Bolgheri, das Bordeaux nicht einfach kopiert, sondern mit seiner faszinierenden mediterranen Aromatik den Sassicaia unverwechselbar macht.

339,00 €

0,750 l (452,00 €/l)


Champagne Krug
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Mut, sagt man, zahlt sich aus. Und mutig war man im Hause Krug mit der Entscheidung, 2003 einen Jahrgangschampagner zu deklarieren. Dabei ist diese Entscheidung erst relativ kurz vor dem Degorgieren gefallen, man hat also sich und dem Champagner viele Jahre Zeit gelassen. Das Ergebnis ist großartig, die Mengen der strengstens selektierten Parzellen winzig. Kraft, Volumen und perfekte Balance gepaart mit Frische und einem enormen Lagerpotenzial sind die Charakteristiken.

329,00 €

0,750 l (438,67 €/l)