Premier Cru Les Amoureuses in Chambolle-Musigny


Die Lage Les Amoureuses gehört ohne jeden Zweifel zu den berühmtesten und gesuchtesten Crus im Burgund. Und die Tatsache, dass es eben kein Grand Cru, sondern ein Premier Cru ist, trägt zu diesem Ruhm eher noch bei. Denn niemand widerspricht der Behauptung, dass es sich hier um eine der ganz wenigen Fehlbewertungen handelt. Gemeinsam und vielleicht noch vor dem Clos St. Jacques in Gevrey-Chambertin gehört der Amoureuses klar in die Top-Klasse der Grands Crus. Das sehen auch alle lokalen Winzer so und folglich liegen die Weinpreise für den Amoureues regelmäßig auf Grand Cru Niveau, manchmal schiebt sich diese Lage preislich sogar zwischen die beiden Grands Crus von Chambolle-Musigny, der anerkannt besten Lage Musigny und dem Bonnes Mares.

Ganze 5,40 ha, also 54.000 Quadratmeter ist diese Lage groß, was nur etwa 30.000 Flaschen dieses heiß begehrten Weins insgesamt ergibt. Nur 15 Weingüter besitzen hier Parzellen, die größten Anteile liegen bei Robert Groffier (1,00 ha), Joseph Drouhin (0,60 ha), Comte de Vogüé (0,56 ha), Jacques-Frédéric Mugnier (0,53 ha), Amiot-Servelle (0,45 ha), Christophe Roumier (0,40 ha), Bernard Serveau (0,35 ha), Moine-Hudelot (0,20 ha), Pousse d`Or (0,20 ha), Patrice Rion (0,18 ha), Louis Jadot (0,12 ha) sowie andere mit weiteren Miniparzellen. Wie so oft gibt es über den Ursprung des Namens einige Verwirrung - und das, obwohl der Name leicht mit "die Liebenden" zu übersetzen ist. Hartnäckig hält sich die Interpretation, dass es der kompakte Lehmboden sei, der sich bei nassem Wetter derart an das Schuhwerk bindet, dass beides - wie ein echtes Liebespaar - kaum mehr zu trennen ist. Natürlich spielt dieser wunderbare Name ganz in die Hände des Mythos dieses Weinbergs.


Der Amoureuses liegt im Vordergrund, weiter hinten das berühmte Zisterzienser-Kloster des Clos de Vougeot.

Der Amoureuses liegt direkt unterhalb des Musigny, getrennt nur durch eine kleine Straße, die Chambolle mit dem Clos de Vougeot verbindet. Direkt unterhalb des Musigny ähnelt der Boden dem des Musigny, die Bodenauflage wird hier nur immer dünner und beträgt im Amoureuses nur noch 20 - 60 cm. In Richtung der kleinen Ortschaft Vougeot fällt das Gelände in Stufen ab und folgt damit dem felsigen Untergrund. Die dünne Bodendecke besteht aus schwerem, kalkhaltigen Lehmboden, die mit vielen Steinen durchsetzt ist. Dieser Boden verleiht den Weinen eine ausgeprägte mineralische Komponente und Eleganz. Weiter unten wird der Boden lehmhaltiger und teils auch sandiger, was die tiefe Braunfärbung belegt.


Der Boden des Amoureuses mit schwerem Lehm, durchsetzt mit Steinen und Kalk. Die Bodenauflage ist hier sehr dünn, darunter liegt massiver Fels aus Kalk.

Die Weine des Amoureuses werden oft als die "Dame des Musigny" bezeichnet. Sie sind weniger muskulös und verbinden Kraft, Frucht und Intensität mit einer gewissen "ätherischen Schwerelosigkeit". Über ihre Klasse und auch Alterungsfähigkeit gibt es aber keine Diskussionen. Weinfreunde dieses feinen Weinstils jagen mit Ausdauer den wenigen Flaschen hinterher und veranstalten Vergleichsverkostungen der einzelnen Hersteller. Flaschen des Amoureuses von Mugnier, Roumier oder Comte de Vogue können leicht über 500 € kosten, falls man überhaupt Flaschen bekommt, was sehr zweifelhaft ist. In ertragsschwachen Jahrgängen wie 2012 oder 2013 können das schon weniger als 1000 Flaschen sein.