Johanna Maier`s Weinkarte

06. Juni 2010




Johanna Maier bei der Morgenbesprechung mit ihrem Team

Filzmoos liegt rund 70 km südlich von Salzburg und ist ein Touristenzentrum vor allem im Winter. Neben der imposanten Bergwelt verfügt dieser Ort jedoch über einen weiteren Magneten, der ganzjährig Konjunktur hat: Johanna Maier`s Hotel Hubertus mit Gourmetrestaurant. Zwei Michelin-Sterne und vier Gault Millau Hauben sind das sichtbare Zeichen eines der absoluten Top-Lokale in Österreich. Nicht nur das Markenzeichen von Johanna Maier, ihr weißes Dirndl und die geflochtenen Haare, sondern auch ihre Küche ist regional geprägt. Wild, Fisch, Obst und Gemüse in Spitzenqualitäten befinden sich quasi um das in über 1.000 m Seehöhe gelegene Haus herum. Mehrere Kilometer Fischrechte besitzt ihr Mann Dietmar, der auch gerne auf die Jagd geht und dies im Haus auch zeigt. Eine besondere Spezialität ist daher auch der Saibling, der hier in höchster Vollendung präsentiert wird.


Bachsaibling à la Johanna Maier

Spitzengastronomie zieht auch immer Weinfreunde an, freut man sich doch auf eine spannende Weinkarte. Auch diese ist in Filzmoos mit ihrer überwiegend österreichisch geprägten Auswahl eher lokal gehalten. Dafür findet sich fast alles, was in Österreich im Weinbau Rang und Namen hat, bei den Weißweinen und auch bei den Rotweinen. Im Hubertus hat Dietmar Maier das Regiment über die Weine. Er offeriert dem Gast seine österreichischen Favoriten zumeist auch glasweise, oftmals auch aus Magnumflaschen. Ein großes Lob hierfür. Gerne kann der Gast auch mehrere offene Weine zuerst verkosten, bevor er sich für das eine oder andere Glas entscheidet. Dietmar Maier hält sich selbst mit Empfehlungen weitestgehend zurück, missioniert nicht und überlässt dem Gast die Wahl. Gut, wenn sich dieser auskennt, schwierig, weil er kaum weiß, was ihn geschmacklich erwartet. Hier wäre mehr Hilfestellung angesagt.


Spitzenküche im traditionellen Rahmen

Der Blick in den Abschnitt der Weinkarte mit den internationalen Weinen belegt, dass man alle "üblichen Verdächtigen" im Programm hat (das ist ja auf diesem Gastronomielevel Standard), die Auswahl ist aber wenig liebevoll. Vier Jahrgänge Lafite, ein Mouton (1994!), ein wenig rechtes Ufer (Angelus, Cheval Blanc) und ein paar Champagner (u.a. Cristal 2002). Man spürt, dass man von Weinen außerhalb Österreichs weniger hält, oder dass diese in Filzmoos einfach nicht nachgefragt werden. Vielleicht liegt es auch an den Preisen, denn der Gast von heute schaut immer mehr auf das Preis-/Leistungsverhältnis und nimmt lieber einen Spitzen-Riesling von Pichler zu 80 €. Dass damit die Kalkulation in der Top-Gastronomie immer schwieriger wird, ist auch klar, denn der enorme Aufwand in der Küche kann kaum noch über den Menüpreis abgefangen werden. Bei Johanna Maier sind die Weine mit Faktor 2 - 2,5 recht fair für ein solches Restaurant kalkuliert. Der Cristal 2002 kostet mit 295.- € wirklich nicht zuviel.

Die Weinkarte und der mehr oder weniger fehlende Sommelier-Service belegen, dass hier die Küche im Vordergrund steht. Und die ist wirklich eine Reise wert!

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Unser Wein des Jahres 2012! Dieser Mouton ist völlig unbeeindruckt von dem ungünstigen Wetterverlauf und begeistert vom Einschenken ins Glas bis zum langen Abgang durch seine wunderbare Aromatik nach frischen Beeren, seine Kraft, Eleganz und Ausdauer am Gaumen. Leichtfüßig und in harmonischer Balance füllt er den Mund vollständig aus und zeigt auch im Abgang keine Müdigkeit. Ein ganz herrlicher Bordeaux und ein enormer Erfolg für Mouton Rothschild.

599,00 €

0,750 l (798,67 €/l)

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Gerade rechtzeitig zu den ganz großen Jahrgängen 2006-2008 verschiebt Domenico Clerico sein Spektrum noch weiter hin zu Finesse und Eleganz. Das Ergebnis zeigt sich in dem großartigen Ciabot Mentin aus der Spitzenlage Ginestra, ein absoluter Topwein mit allerhöchsten Bewertungen. Der Wine Spectator wählte diesen Wein 2011 unter die 10 besten Weine des Jahres (Platz 8)! Der 2006er ist ein Wein für die Ewigkeit und einer der besten, der je diese Domaine verlassen hat.

115,00 €

0,750 l (153,33 €/l)

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Der Hype um diesen Jahrgang war so groß, dass niemand gefragt hat, wie diese Prestige-Cuvée aus dem Hause Pol Roger gelungen sei, man wollte nur wissen, wann man die Flaschen endlich kaufen kann: seit Juli 2014 ist es soweit! Das sich in britischem Understatement übende Champagnerhaus konstatiert lediglich, dass es sich um einen großen Jahrgang handelt. Und das ist wirklich eine glatte Untertreibung, denn schlicht perfekte, warme Wetterbedingungen wie in 2002 ohne Extreme sieht man in der Champagne sehr selten. Wer diesen Champagner verpasst, muss zumindest noch sechs Jahre auf den 2008er warten, um eine ähnliche Qualität zu bekommen.

299,00 €

0,750 l (398,67 €/l)