Bordeaux 2008 Primeurkampagne beginnt

07. April 2009



In dieser Woche, direkt nach den Primeurverkostungen und so früh wie selten zuvor, beginnt die Primeurkampagne für die 2008er Bordeaux-Weine. Das Umfeld ist denkbar schlecht: die Finanzkrise hat dem Luxussegment des Weinmarktes arg zugesetzt, Russen und Asiaten sind hiervon genauso betroffen wie Weinkunden in London oder den USA. Hinzu kommt eine für die bedeutenden angelsächsischen Märkte ungünstige Verschiebung der Wechselkurse, was bei gleichem Euro-Preis den Weinpreis in Landeswährung weiter nach oben treibt. Handel und Kunden fordern daher massive Preissenkungen.

Ein zweiter Faktor sind die Qualitäten, die nach dem Jahrhundertjahrgang 2005 bei weitem nicht mehr so gut sind. War 2006 noch in Ordnung, blieb 2007 weit hinter den Erwartungen zurück. Im Gegensatz zu den Preisen die zwar unter dem Rekordniveau von 2005 lagen, jedoch als der Qualität überhaupt nicht angemessen hoch eingestuft werden. Jetzt sitzt der Handel noch auf großen Mengen 2006er und auch 2007er Flaschen und mit 2008 drückt bereits der nächste Jahrgang in den Markt. Wie lange werden das Groß- und Einzelhändler noch finanziell verkraften, da auch für diese Firmen eine Refinanzierung immer schweiriger wird?

Dabei geht es um viel Geld, haben doch zahlreiche Güter in den vergangenen Jahren enorme Summen investiert, die jetzt Rendite abwerfen müssen. Kelleranlagen, wie sie z.B. Cos d`Estournel jüngst errichtet hat kosten sehr viel Geld. Andererseits ist der Druck des Handels groß, einen Mißerfolg der Kampagne kann sich kaum noch jemand leisten. Und so werden die Forderungen nach drastischen Preissenkungen zumindest auf das Niveau von 2004 immer lauter. Es wird vermutet, dass erst auf diesem Level die Kunden zu Käufen zu überreden sein werden. Schwierig ist auch, dass sich der "en primeur"-Kauf in den letzten Jahren nicht mehr gelohnt hat. Wer abwartete konnte nach der Nachbewertung, wie aktuell für den 2006er Jahrgang geschehen, die besten Weine aussuchen und zu guten Preisen nachkaufen. In Auktionen gibt es heute schon 2005er Flaschen unter Subskriptionsniveau. Warum also zwei Jahre dem Handel einen zinslosen Kredit geben, der womöglich auch noch weitergehende Risiken birgt?

Es wird also sehr spannend im Bordelais in den kommenden Tagen, die Châteaus sind gezwungen schnell zu reagieren und mit den Preisen herauszukommen. Je länger sie pokern, umso höher wird der Druck auf die Preise. Kaum eine Woche nach der Primeurverkostung, die ein gelinde gesagt "gemisches Bild" ergeben hat, ist Angelus als erstes Château mit seinem Preis herausgekommen: -40 % gegenüber 2007 und fast exakt der Preis von 2004. Haben es die anderen Güter vernommen?


Champagne Louis Roederer
zu den Produktdetails...

Es ist immer wieder faszinierend, wie es den Spitzenproduzenten gelingt, auch in schwächeren Jahrgängen großartige Champagner zu keltern. Das Haus Roederer steht mit seinem ausschließlich aus Grand Cru Lagen hergestellten Cristal Jahr für Jahr auf dem Treppchen. Der ganz hervorragend gelungene und hoch bewertete 2006er Cristal ist schon bei der Auslieferung ein Verführer der Extraklasse, duftet nach Blumen, Pfirsich und Zitrusfrüchten. Die Fruchtfülle spielt mit der perfekten Säure. Ein sehr feiner, eleganter Champagner, der mit einigen Jahren Lagerung noch zulegen wird.

184,00 €

0,750 l (245,33 €/l)


Champagne Dom Pérignon
zu den Produktdetails...

Der Dom Pérignon 2002 P2 ist schlicht herausragend. Neben 2008 ist der Jahrgang 2002 in der Champagne der beste der ersten Dekade und auch der beste seit dem großen Jahrgang 1996. Ein mineralischer, kraftvoller Champagner mit den intensiven Brioche- und Toastbrot Aromen lange auf der Hefe gereifter, großer Champagner. Perfekte Balance und Länge sowohl am Gaumen als auch am super feinen Abgang. Schon die goldgelbe Farbe verspricht Intensität und Dichte. Süße, reife Früchte, umspielt von einer feinen, reifen Säure lassen Staunen. Filigran und kraftvoll, süß und salzig, dieser Champagner vereint alle Gegensätze. Groß und ein würdiger Nachfolger des unsterblichen Oenotheque 1996!

429,00 €

0,750 l (572,00 €/l)


GAJA CA'MARCANDA
zu den Produktdetails...

Finesse-Wein trifft auf Finesse-Jahrgang. Seit 2015 ist der Camarcanda eine Cuvée aus 80% Cabernet Sauvginon und 20% Cabernet Franc. Die Trauben stammen ausschließlich aus den Zonen mit weißem Kalkstein. Schon die Nase ist Finesse pur mit Amarenakirsche und einem Schuss Lakritz. Am Gaumen legt der Wein enorm an Dichte, Tiefe und Kraft zu. Was für eine Power, seidenweich verpackt! Ein toller Bolgheri-Wein, der sicherlich von einer langen Lagerung sehr profitieren wird.

129,00 €

0,750 l (172,00 €/l)