Madame Salvatori, Épernay

22. Juni 2013



Die Stadt Épernay ist das weintechnische Zentrum der Champagne. Ja, Reims ist der Sitz vieler berühmter Champagnerhäuser, aber in dieser riesigen Stadt geht das Thema Champagner doch unter. Auch Épernay ist eine Stadt mit deutlich über 20.000 Einwohnern. Aber hier bestimmt der Champagner das Straßenbild, hier ist der Sitz des Hauses Moët & Chandon, Perrier-Jouët, Pol Roger und vieler anderer berühmter Produzenten. Hier fließt die Marne vorbei und trifft die Côte de Blanc auf das Marnetal. Die berühmten Weinorte Aÿ, Dizy und Hautvillers liegen auf der anderen Seite des Flusses. Und mitten in der Stadt befindet sich die komplett luxussanierte Avenue de Champagne, an der die größten und berühmtesten Champagnerhäuser wie an einer Perlenschnur aufgereiht sind.

Die Gastronomie / Hotellerie ist auf die zahllosen Touristen eingerichtet und der Handel ebenso. An praktisch jeder Ecke ist ein Champagnerladen, mehr oder weniger lieblos für die schnellen Einkäufe der Touristen hergerichtet und preislich der Ahnungslosigkeit der Gäste angepasst.

Und dann gibt es da noch einen besonderen Laden: das von außen eher unscheinbare Geschäft der Madame Salvatori. Wenn man es betritt, eröffnet sich eine ganz spezielle Welt: die des Champagners, gehütet von einer nicht mehr ganz jungen Dame, stets in einem weißen Kittel gekleidet. Als ob ihre Produkte die Kleidung schmutzig machen würden!


Der Blick durch das Schaufenster lohnt sich! Was man hier nicht bekommt muss man auf Auktionen kaufen.

Madame Jacqueline Salvatori führt das Geschäft ETS Salvatori in der Rue Flodoard 11 in Épernay seit über 60 Jahren. Mittlerweile mehr als 80 Jahre alt würde man sie eher im wohlverdienten Ruhestand wähnen, alleine das wäre ihr zu langweilig. Und schließlich wohnt sie ja über ihrem Laden und was läge da näher, als nach dem Rechten und ihren Kunden zu sehen. Und die kommen aus allen Herren Länder und sind zumeist echte Champagnerfreaks. Zu finden ist der Laden eigentlich ganz einfach: er liegt in einer Seitenstraße, die auf den großen Kreisverkehr führt, an dem auch die Avenue de Champagne beginnt.

Der Laden ist nur wenige Quadratmeter groß, aber vom Fußboden bis zur Decke gefüllt mit Champagnerflaschen. Vom Eingang her teilen sich zwei kleine Aussparungen, um in die hinteren Teile des Ladens zu gelangen. Eine große Kühlvitrine dient als Raumteiler. Beim Herumdrehen muss man aber sehr vorsichtig sein, damit man keine Flaschen herunter wirft. Eine echte Ordnung ist nicht erkennbar, aber man muss nur Madame Salvatori fragen, wenn man etwas Spezielles sucht. Ansonsten ist sie sehr zurückhaltend und lässt den Kunden die Freude des Entdeckens besonderer Flaschen. Denn hier findet man fast alle aktuellen und auch ältere Abfüllungen. Prestigecuvées in Normal- und Großflaschen, Winzerchampagner und halbe Flaschen. Dazu passende gravierte Gläser. Die herrlichen Stehlampen mit Schirmen, die Logos der großen Marken tragen, sind leider nicht zu verkaufen. Egal, wie oft man danach fragt! Dann eben wieder auf die Knie gehen und noch einen Jahrgang Winston Churchill, Belle Époque, Cristal oder Salon entdecken. Dom Pérignon Oenotheque oder sogar Krug Clos de Mesnil, kein Problem, gibt`s hier. Salon Magnum, auch. Auf die Frage, was es denn alles gäbe deutet Madame Salvatori nur auf ein Buch mit der auf mehrere DIN-A-4 Seiten gedruckten Preisliste. Sie hat aber überhaupt kein Problem damit, dass man in unkomfortabler Lage ihre Stapel an Flaschen umschichtet - um noch einen Schatz zu heben. Nicht zu fassen. Und der Preis ist hier absolut fair!

Man könnte Stunden in diesem Laden zubringen. Ein Geheimtipp ist das allerdings nicht mehr, nach so vielen Jahrzehnten und zig-tausenden von Touristen wäre das ja auch lächerlich. Madame Salvatori ist so schon heute zu einer lebenden Legende in der Champagne geworden. Hoffentlich erfreut sie sich noch lange guter Gesundheit, um ihre Kunden weiter mit der ihr eigenen freundlichen Zurückhaltung und ihren flüssigen Schätzen zu begeistern. À votre santé, Madame...

Leider muss der Chronist festhalten, dass Madame Salvatori mittlerweile verstorben ist. Für viele Champagner-Liebhaber aber wird sie unvergessen bleiben.

zu den Produktdetails...

Ein sehr fruchtiger, reicher Champagner aus einem warmen Jahrgang, der dennoch frisch und präsent ist. Nach ganzen sieben Jahren Lagerzeit auf der Hefe plus Flaschenreife wurde der Champagner 2015 auf den Markt gebracht. Der 2006er ist schon ein ganz anderes Kaliber als 2005, von der Nase bis zum Abgang ein sehr feiner Dom Pérignon. Im Glas legt er über Stunden beständig zu - ein sehr gutes Zeichen für ein langes Leben.
Besonders auffällig wirkt schon das Design der Verpackung und der Flasche in der exklusiven Björk & Cunningham Edition.

199,00 €

0,750 l (265,33 €/l)

zu den Produktdetails...

Das Jahr 2003 war auch in der Champagne durch die Hitze des Jahrhundertsommers geprägt - ideal für den Pinot Noir in den Grands Crus Lagen rund um Ambonnay. So ist der Rosé aus diesem Jahr auch stark von Pinot Noir geprägt, was ihm eine für Champagner völlig untypische helle ziegelrote Farbe verleiht. Der Champagner verströmt einen intensiven Duft von frischen Erdbeeren und überzeugt bis zum Finish durch Dichte, Komplexität und eine verführerische Fruchtsüße. Dieser Champagner sollte unbedingt aus einem klassischen Burgunderglas getrunken werden, in einem Champagnerkelch bleibt die wahre Größe dieses großartigen Weins weitgehend verborgen.

333,00 €

0,750 l (444,00 €/l)

zu den Produktdetails...

Alles an dem Ca'Marcanda Promis 2016 wirkt unglaublich fein und elegant. Das Bukett von reifen, schwarzen Kirschen und frischem Waldboden ist sehr verführerisch. Am Gaumen eine lebhafte Säurestruktur, die perfekt zur präzisen Frucht passt und dem Wein Länge und Volumen gibt. So eine Leichtigkeit und Delikatesse ist für Bolgheri-Weine selten. Bei den "kleinen" Weinen zeigt sich die Größe des Jahrgangs.

31,90 €

0,750 l (42,53 €/l)