James Suckling verläßt den Wine Spectator

11. März 2011



James Suckling, 52, verläßt den Wine Spectator nach fast 30 Jahren, um eigene Projekte umzusetzen. So spektakulär wie diese Nachricht, so auffallend unspektakulär die Reaktion des weltweit auflagenstärksten Weinmagazins: man reagiert praktisch überhaupt nicht. Nachdem sich Robert Parker schrittweise zurückzieht, erschüttert die punkteversessene Weinindustrie nun erneut ein Rückzug.

James Suckling begann beim Wine Spectator bereits 1981, als das Magazin nicht einmal 1.000 Abonennten hatte und machte die stürmische Entwicklung der Wein-Bewertungsbranche mit. 1985 übernahm er das Europa-Büro des Wine Spectators und lebte in Paris, London und zuletzt in der Toskana. Während gerade Bordeaux und die Rhône von Parker selbst bewertet wurden, war er vor allem für die italienischen Topweine der vielleicht wichtigste Kritiker. Wenn er auch nicht den ganz großen Einfluss wie Parker gewinnen konnte, waren die Bewertungen der europäischen Anbaugebiete im Wine Spectator doch viel beachtet. Dafür sorgte schon die Relevanz des Wine Spectators.

Inzwischen wird klar, dass sich James Suckling stark auf die elektronischen Medien konzentriert. Unter der Adresse jamessuckling.com betreibt er ein eigenes Videoportal über die Welt der Spitzenweine. Für die Videos muß der Nutzer über eine Subskription bezahlen. Die wenigen frei zugänglichen Proben zeigen einen Wein verkostenden Suckling, der auch schon mal mit dem Porsche vor das Château fährt, auffallend viele Leute umarmt und nach kurzem prüfenden Blick, einer Geruchsprobe und einem kurzen Schluck Punkte verteilt "I`m 91 on this...". Ob das Bezahlmodell der grafisch zweifellos sehr aufwändig gemachten Site aufgeht wird sich zeigen. Suckling ist zudem ein sehr aktiver Twitterer und nutzt alle gängigen Social Media. Wo Informationen fehlen, entstehen Gerüchte. So sah sich Suckling genötigt, darauf hinzuweisen, dass die Trennung mit dem Wine Spectator in aller Freundschaft erfolgte.

Noch ist Parker da, aber eine gewisse Zeitenwende bei der Weinbewertung und Punktevergabe ist nicht zu leugnen. Und es gibt viele Weinfreunde, die es sehr begrüssen, dass die Punkte-Mania vielleicht doch zu Ende geht - und mit ihr die Spekulation. Und schließlich: riechen nicht fast alle Cabernets nach schwarzen Waldfrüchten, Cassis ...?

www.jamessuckling.com
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Wie beim großen Jahrgang 2011 lässt auch der Jahrgang 2013 mit dem ein Jahr früher vermarkteten Guidalberto eine Vorausschau auf die Qualitäten des Sassicaia zu. Und die sind unglaublich gut. Den 2013 zeichnet eine noch größere Dichte und Reichhaltigkeit aus. Der Guidalberto wird immer beliebter und stärker nachgefragt, ist teilweise schon schwieriger zu bekommen als der berühmte Bruder Sassicaia. Durch den hohen Merlot-Anteil wirkt der Guidalberto voller, runder und fleischiger als der Sassicaia, der durch die DOC Vorschriften mindestens 80% Cabernet Sauvignon enthalten muss. Zusammen mit 2011 der bislang beste Guidalberto.

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