Der Weinatlas





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Hugh Johnson, Jancis Robinson
6. Ausgabe, gebundene Ausgabe, 400 Seiten (2008)
Verlag Hallwag, Gräfe und Unzer Verlag, ISBN: 3833812192

Autor(en):
Hugh Johnson und Jancis Robinson sind zwei der bekanntesten und renommiertesten Autoren und Wein-Journalisten - und beide sind Briten. Ihre Publikationen sind teilweise Legende und sprechen für sich. Für den Weinatlas haben sich beide zusammengetan, was die Bedeutung dieser Publikation herausstreicht.

Covertext:
Seit über 36 Jahren erklärt Hugh Johnson - seit 2002 gemeinsam mit Jancis Robinson - auf unvergleichliche Weise die Verbindung von Wein, seinen Produzenten und seiner regionalen Herkunft. Von Kritikern als "eines der einflussreichsten und benutzerfreundlichsten Weinbücher überhaupt" gefeiert, liegt der Weinatlas nun in der 6. Ausgabe vor. Er stellt nicht nur alle Anbauregionen und ihre Weine vor, sondern berücksichtigt auch aktuelle Entwicklungen wie etwa die globale Erwärmung. Ein Standardwerk, auf das kein Weinliebhaber verzichten kann.
Unser Eindruck:
Der Weinatlas ist DER Klassiker der deutschen Weinliteratur und liegt jetzt in seiner 6. Aktualisierung vor (zur Vorgeschichte siehe Rezension der 5. Ausgabe). Das Buch ist in Hinblick auf Qualität und Quantität der dargebotenen Informationen das wichtigste Weinbuch zumindest auf dem deutschen Markt, vermutlich aber weltweit. Mit der vorliegenden Ausgabe kann dieser Anspruch nur bestätigt werden, der Weinatlas ist der Eckstein jeder ernsthaften Weinbibliothek.

Die vorliegende, 400 großformatige Seiten umfassende Ausgabe folgt der 5. Ausgabe aus dem Jahr 2001. Charakteristikum seit dieser Zeit ist die rasante Globalisierung, die auch die Weinwelt erfasst hat. Dies betrifft Konsumenten und Produzenten gleichermaßen. Während fast auf der ganzen Welt großflächig industriell hergestellte Weine produziert werden ("Batterieweine" in Analogie zu "Batteriehennen") zahlen neue zahlungskräftige Käuferschichten aus Asien und Osteuropa exorbitante Preise für Spitzenweine. Gleichzeitig sucht der Verbraucher unverwechselbare Produkte, für die engagierte Winzer stehen, die sich auf die Wurzeln des Weinbaus besinnen und oftmals regelrecht Starkult erreicht haben.

All diesen Strömungen versucht der Weinatlas mit seinem riesigen Team zu folgen, eine Herkulesaufgabe! Hugh Johnson fasst dies im Vorwort sehr schön zusammen, wenn er schreibt, dass in den 1970er Jahren Boden und Klima, in den 1980er Jahren die Rebsorten, später (bio)chemische und physikalische Faktoren bestimmend waren. Heute hat der Faktor Mensch in Form des Winzers wieder enorm an Bedeutung gewonnen. Mit diesem Blickwinkel eröffnet sich den Freunden gehobener Weine eine große Vielfalt, deren Ursprung in den Feldern und Weingärten liegt. Und damit schließt sich der Kreis für den Weinatlas, der gerade die Terroir typischen Merkmale kartographiert.

Rund 40 Seiten leiten dieses umfassende Werk ein mit einem Abriss der Weingeschichte, dem Weinbau, der Weinbereitung bis hin zum Weingenuss. Es gibt in der Weinliteratur kaum eine kompaktere, bessere Einführung zum Thema Wein. Die Qualität der Bilder und der Grafiken ist auf aller höchstem Niveau. Es folgen rund 100 Seiten zu den französischen Anbaugebieten, das Kartenmaterial ist perfekt und geht bis hinunter auf einzelne Lagen. Grandios, wie die Spitzen-Appellationen des Bordelais auf jeweils einer Doppelseite (1 Seite Text, 1 Seite Karte) dargestellt werden. Es folgt das Kapitel Italien mit gut 30 Seiten, gefolgt von Spanien und Portugal, zusammen auch etwa 30 Seiten.

Die größte Dynamik im Hinblick auf neue Anbauflächen ist jedoch außerhalb Europas zu finden. Auf bereits über 80 Seiten folgt der Weinatlas den Weinreben in die entferntesten Länder. Zwischen Südafrika und China passt noch nicht einmal ein Trennblatt. 20 aufstrebende Weinregionen wurden in dieser Ausgabe erstmals kartographiert.

Ein großes Lob gebührt neben den Autoren aber auch dem Hallwag Verlag, der dieses Buch mit großem Aufwand verlegt. Alles ist perfekt gemacht, gestochen scharfe Karten, hochwertiges Papier und Einband. Für knapp 70.- Euro erhält man ein Standardwerk, das jeden Cent wert ist.

Unsere Bewertung: